18 Jahre für die Kultur in Niederhadamar

Gisela Weis stand 18 Jahre lang dem Kulturausschuss Niederhadamar vor. Nun gab sie diesen in jüngere Hände ab. Obwohl sie die ganzen Jahre nicht in Niederhadamar wohnte, fühlte sie sich dem Ortsteil sehr verbunden.

Als vor 18 Jahren der ehemalige Vorsitzende vom Kulturausschuss Niederhadamar, Bernhard Immel, recht plötzlich zurücktrat, wohnte Gisela Weis schon gar nicht mehr in Niederhadamar. Aus diesem Grund dachte sie auch nicht daran den Vorsitz zu übernehmen. Doch die Versammlung war der Meinung, dass sie nach 28 Jahren in Niederhadamar wie eine Mannebacherin fühle. „Ich musste lernen, mich zu Niederhadamar zu bekennen“, erinnert sie sich, „aber wenn man einmal dazugehört, dann für immer.“ Und so übernahm sie gerne im Jahr 2000 den Vorsitz und nun nach 18 Jahren gab sie ihn weiter.

Zusammenschluss aller Niederhadamarer Vereine

Im Kulturausschuss befinden sich alle Niederhadamarer Vereine, die beiden Kirchengemeinden sowie Vereinigungen. Er ist demnach eine Art Dachorganisation der “Mannebacher Vereine” und hat inzwischen 16 Vereine als Mitglieder. Er fördert und koordiniert das Vereinswesen. Insbesondere geht es um die Unterstützung und Teilnahme bei Veranstaltungen aller Vereine, unter dem Motto “Ein Verein hilft dem anderen”. Zudem führt er eigene Veranstaltungen durch wie früher Seniorennachmittage und seit 2012 das Dorffest. Die Erlöse kommen ausschließlich der Dorfgemeinschaft zu Gute wie die Unterstützung hilfsbedürftiger Personen sowie die Verschönerung des Dorfbildes.  Die Idee für die Ortsfahnen kam vom Kulturausschuss. Diese wurden dann auch vom Ausschuss gestaltet und angeschafft. Bei Feierlichkeiten im Ort werden damit die Straßen geschmückt. Auch die Blumenampeln im Ort initiierte der Kulturausschuss. Gisela Weis repräsentierte die Vereine an Jubiläen und Festveranstaltungen. Sie sprach die Grußworte stellvertretend für die Mitgliedsvereine. Viele Jahre hatte Niederhadamar keinen Ortsvorsteher, so dass die Vorsitzende auch solche Aufgaben übernahm.

Kampf um die Mehrzweckhalle der Glasfachschule

Die größte Herausforderung für Gisela Weis war der Kampf um die Benutzung der Mehrzweckhalle der Glasfachschule. Die Mannebacher Vereine konnten diese immer nutzen. 2005 übernahm eine neue Immobilienfirma die Liegenschaften und weil kein Nutzungsvertrag vorlag, wollte diese Firma die Nutzung untersagen. „Die Stadt hatte zum Bau der Mehrzweckhalle einen erheblichen Beitrag zugesteuert“, erinnert sich Weis, „aber die Absicht der Mitbenutzung wurde nicht vertraglich festgehalten.“ Es gab viele Sondersitzungen, Gisela Weis wandte sich an die kommunalen Politiker und ging bis zu den Landespolitikern, erinnert sich an endlose Telefonate. „Ich habe immer wieder höflich, aber beharrlich nachgefragt“, so Weis. In einem zweijährigen Prozess ist es am Ende gelungen, das Thema zu einem guten Abschluss zu bringen. Obwohl die Vereine die Halle nutzen können, gibt es dennoch Beschränkungen. „Spontan kommen wir in die Halle nicht rein, zum Beispiel bei schlechtem Wetter und wir können nur außerhalb des Schulbetriebes hinein“, so Weis. Dadurch ist es schwer, kulturelle Veranstaltungen anzubieten.

Dorffest auf der Host

Viele Jahre gab es jährlich einen großen Seniorennachmittag, an dem sich alle Vereine beteiligten. Doch nachdem die Kirchengemeinden mehr und mehr in die Seniorenarbeit investierten, schwanden die Besucherzahlen. 2014 fand zum letzten Mal der Seniorennachmittag des Kulturausschuss statt. Im Jahr 2012 veranstaltete der Kulturausschuss zum ersten Mal das Dorffest auf der Host. An 45 Ständen präsentierten sich Vereine, Künstler, Kindergarten, Grundschule sowie Parteien und Stammtische. Im Jahr 2015 fand das zweite Dorffest statt und nächstes Jahr soll es zum dritten Mal durchgeführt werden.

„Die 18 Jahre sind schnell vergangen und haben mir sehr viel Spaß gemacht“, so Gisela Weis. Mit dazu beigetragen habe das gute Miteinander der Vereinsvorsitzenden sowie die Einigkeit der Vereine, was ein Aushängeschild für Mannebach sei. Es gab auch mal Kritik, doch alle sind immer konstruktiv und respektvoll miteinander umgegangen, so Weis. Den Wechsel hat sie ein Jahr lang vorbereitet. Letztes Jahr gab sie bekannt, dass sie mit 74 Jahren aufhören möchte. Joachim Stanjek, ehemaliger Vorsitzender vom Karnevalsverein Niederhadamar, hat sich um den Posten beworben und wurde gewählt. „Ich finde es gut, dass er durch keine Vorstandstätigkeit belastet ist“, so Gisela Weis, „dann kann er neutral bei Entscheidungen auftreten.“
Auch wenn sie im Kulturausschuss aufhört, endet ihr ehrenamtliches Engagement keineswegs. Sie engagiert sich in der Generationenhilfe. „Ich engagiere mich aus eigenem Interesse, damit ich mal Hilfe bekomme, wenn ich nicht mehr kann“, so die Hadamarerin. Im Kulturausschuss hat sie nun keinen Posten mehr inne, aber sie ist auch nicht aus der Welt und unterstützt den Ausschuss gerne weiter.

Neben Joachim Stanjek als neuen Vorsitzenden wählte die Versammlung Christian Weyand als Schriftführer und Constanze Müller als Kassiererin. Joachim Stanjek möchte an erster Stelle das Engagement aller Vereine untereinander stärken und weiterer Mitgliedsvereine aus Niederhadamar für den Kulturausschuss werben.

Nach 18 Jahren gab Gisela Weis den Vorsitz vom Kulturausschuss in neue Hände.
Nach 18 Jahren gab Gisela Weis den Vorsitz vom Kulturausschuss in neue Hände.

 

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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