4000 qm neue Blühflächen in Elz

Vor zwei Jahren legte die Gemeinde bereits 2.000 qm Blühfläche im Mittelfeld unterhalb der Windräder an. In diesem Jahr kamen nochmals 4.000 qm hinzu. Damit engagiert sich die Gemeinde für den Naturschutz, denn die Flächen erfüllen mehrere Funktionen. Andreas Schenk gab einen Überblick über die sogenannte zukunftsorientierte Freiraumgestaltung in Elz.

1.000 Euro für den Naturschutz

Unterhalb der Windräder befindet sich die Blühfläche.
Unterhalb der Windräder befindet sich die Blühfläche.

Bei den Blühflächen wird die Natur nicht einfach nur sich selbst überlassen. Vielmehr wurde eine spezielle Saatgut-Mischung ausgebracht, die Pflanzen enthält, die in der Region vorkommen und bei den vorhandenen Bedingungen optimal wächst und die auch viele Aufgaben im Naturschutz erfüllt.
Die Gemeinde Elz entschied sich für die Mischung „Veitshöchheimer Bienenweide“. In dieser Saatgutmischung sind 50 Wild- und Kulturarten aus heimischer Herkunft enthalten. In den Mischung befinden sich blühfreudige, einjährige Pflanzen und langlebige Wildstauden. Die Mischung gewährleistet eine durchgängige Blüte von April bis November, d.h. fast ganzjährig finden die Insekten Nahrung dort. Sie enthält viele Trachtpflanzen. Dies sind Pflanzen mit energiereichem Nektar für Bienen, Hummeln und Co sowie sehr viel Pollen für die Versorgung der Brut. Für das Saatgut für die 4.000 qm Fläche unterhalb der Aufforstungsfläche vom Windradbau investierte die Gemeinde rund 1.000 Euro.

Hohe Artenvielfalt

Die Blühflächen mit der „Veitshöchheimer Bienenweide“ erfüllen viele Funktionen. Sie sind Nahrungsquelle, Rückzugsgebiet, Winterquartier und Deckungsmöglichkeit. Sie hat eine Standzeit von fünf Jahren und in dieser Zeit soll auch nicht eingegriffen werden wie mähen. Kommen Problemunkräuter wie Distel oder Ampfer zu stark durch, kann zweimal im Jahr ein sogenannter Mulchschnitt durchgeführt werden. Auch wenn die Kräuter verblüht sind, bleiben sie stehen. Sie legen sich dann nieder und bieten Schutz für Niederwild. In der Brutzeit sollten auch keine Pflegemaßnahmen an dieser Fläche stattfinden. Der dauerhafte Bewuchs und die dadurch entstehenden Wurzeln bieten zudem einen Schutz des Bodens vor Erosion. Die Blühpflanzen bieten Nahrung für Insekten, die Früchte und Samen sind Nahrung für die Vögel.

Weitere Investitionen geplant

Auch in der Zukunft möchte die Gemeinde weitere Flächen für den Naturschutz gestalten. Beim Regierungspräsidium Gießen beantragte die Gemeinde 2016 Gelder aus dem Ausgleichstopf und erhielt 34.000 Euro für Naturschutzmaßnahmen. Es ist geplant, den Steinbruch beim Grillplatz frei zu legen. Der Steinbruch ist momentan sehr stark zugewachsen und Amphibien können diese Fläche nicht nutzen. Durch Freilegung der Steinwände wird eine Ansiedlung von Amphibien ermöglicht, welches zusätzlich durch angelegte Himmelsteiche unterstützt werden soll. Himmelsteiche sind stille Gewässer, die nicht über einen Zufluss gespeist werden. Sie werden ausschließlich durch Niederschläge aufgefüllt. Weitere Planungen sehen die Realisierung von Blühflächen zwischen Elz und Offheim vor sowie die Errichtung von Vogelschutzgehölz.

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

Ein Gedanke zu „4000 qm neue Blühflächen in Elz

  • 7. September 2017 um 19:03
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    Das finde ich jetzt mal einen großen Schritt…..in die richtige Richtung…

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