Altstadt Limburg – Ort mit Flair und Geschichte

Auf dem Weg von Frankfurt nach Köln auf der A3 – oder auch in die andere Richtung – kann jeder den leuchtenden Limburger Dom betrachten, der über der Lahn thront. Es lohnt sich, ein wenig Zeit einzuplanen und von der A3 Limburg-Nord abzufahren und für eine Weile in die Altstadt von Limburg an der Lahn einzutauchen. Doch auch die Menschen vor Ort sollten sich ab und zu die Zeit für ihr Heimatstädtchen nehmen, um es jederzeit neu zu entdecken.

Limburger Nadelöhr zwischen Frankfurt und Köln

Dies war die engste Stelle auf dem Handelsweg von Frankfurt nach Köln.
Das Nadelöhr in der Limburger Altstadt.

Limburg/ Lahn war im 13. Jahrhundert das Nadelöhr auf der Strecke zwischen Frankfurt und Köln. Der Handelsweg zwischen diesen beiden Städten führte durch die Altstadt Limburg und hier wartete auch die engste Stelle auf der gesamten Strecke. Damit die Fuhrleute den Weg ohne stecken zu bleiben passieren konnten, gab es in Köln auf dem Heumarkt eine Anzeige mit diesen engen Maßen. Dieses Nadelöhr brachte den Limburgern auch ihren Namen „Die Säcker“ ein. Die Fuhrwerke waren hoch beladen und da sich an dieser engen Stelle die Fachwerkhäuser beidseits der Straße fast berühren, hätte es passieren können, dass die Säcke am Fachwerk hängenbleiben und der Wagen unfreiwillig abgeladen würde. Also halfen die „Säcker“, die Wagen vor dieser Stelle abzuladen, transportierten die Säcke durch das Nadelöhr und luden sie dahinter wieder auf.

Blick aufwärts gerichtet und Geschichten entdecken

Die Geschichten in der Limburger Altstadt liegen nicht immer direkt vor der Nase oder auf Augenhöhe. Manchmal muss der Blick nach oben gehen, um die Schönheiten der Stadt zu entdecken. So findet sich auf der Plötze am Haus vom Weinhaus Schulte die Geschichte von „Jonas und der Wal“. Unterhalb eines Erkers wird Jonas auf der einen Strebe vom Wal verschlungen und auf der anderen Strebe wieder ausgespuckt. In der Barfüßerstraße sind Gevatter Tod und der eitle Geck mit dem Teufel ins Fachwerk geschnitzt. Diese stehen für die Vergänglichkeit und die Sünde. Ecke Barfüßerstraße/ Kolpingstraße zieren Figuren aus Salzgebäck die Fassade. Auf dem Fischmarkt gemahnen zwei Engel mit Posaunen an das Jüngste Gericht. Am Haus der „7 Laster“ in der Brückengasse zeigen sieben Köpfe die sieben Todsünden – Neid, Missgunst, Habgier, Völlerei, Hoffart, Wollust und Geiz- auf. Neben den genannten finden sich diverse Schnitzereien von Drachen, Fratzen und Sprüchen.

Über die Straßennamen das alte Limburg erkunden

Die Straßennamen in der Altstadt geben Aufschluss darüber, welche Gewerke ausgeübt oder Funktionen sie früher hatten. So weist die Löhrgasse auf den Arbeitsplatz der Gerber hin. Salzgasse, Böhmergasse sowie Römer weisen auf die vielseitigen teils internationalen Handelsbeziehungen der Stadt Limburg hin. Auf dem Rossmarkt wurde Vieh gehandelt, auf dem Kornmarkt dementsprechend Korn und auf dem Fischmarkt Fisch. Die Barfüßerstraße, Kolpingstraße sowie Pfarrweg und Nonnenmauer weisen auf die mannigfaltigen Verbindungen zu kirchlichen Einrichtungen hin.

Altstadt mit Flair

Neben dem geschichtlichen Erkunden besitzt die Limburger Altstadt eine schöne Atmosphäre. Kleine Geschäfte laden zum entdecken ein und Sammlerherzen schlagen höher. Kleinen Nippes, besondere Mode oder Kunst warten auf die Besucher. Und wer einen Moment verweilen möchte, hat diese Möglichkeit in den kleinen Cafés oder Eisdielen. Ein ganz eigener, kleiner Mikrokosmos wartete da, fernab der Hektik der Limburger Einkaufsstraße jenseits der Grabenstraße, die eine Grenze zwischen Alt- und Neustadt darstellt.

Limburger Dom –thronend über der Lahn

Direkt auf den Dom zugehend präsentiert er sich in seiner ganzen Schönheit.
Direkt auf den Dom zugehend präsentiert er sich in seiner ganzen Schönheit.

Zum Dom führen viele Wege, doch den schönsten Zugang habt ihr über die Domstraße, weil ihr dann direkt auf den imposanten Dom zugeht und euch von den Farben beeindrucken lassen könnt. Rechts an der Domstraße, auf den Dom zulaufend, befindet sich das Diözesanmuseum. Hinter dem Diözesanmuseum schließt das Bischofshaus an, welches Bischof Tebartz van Elst erbauen lies. Dieses ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, doch im Rahmen eines Instawalks hatte ich die Gelegenheit, mir die Räumlichkeiten anzusehen.

Der Limburger Dom, auch Georgsdom nach seinem Schutzpatron St. Georg, wurde um 1180/1190 auf dem Felsen erbaut, wobei es bereits davor auch kirchliche Bebauungen dort gab. Der Dom ist eine Vollendung spätromanischer Architektur mit frühgotischen Elementen. 1872/73 wurden die bunten Farben entfernt und man steckte ihn in ein mausgraues Gewand. 1968-72 erhielt er aufgrund von Rekonstruktionen wieder seine Farbigkeit, was ihn zu etwas besonderem macht. Direkt hinter dem Dom befindet sich das Limburger Schloss.

Wunderbarer Blick auf den Limburger Dom

Zum Ende der Tour durch die Altstadt von Limburg empfehle ich einen Abstecher auf die alte Lahnbrücke. Von dort aus habt ihr einen wunderbaren Blick auf den Limburger Dom. Die Lahn mit der Fischtreppe und dem Wehr sind sehr beeindruckend. Auf der Brücke selbst steht der Heilige Nepomuk, ein Brückenheiliger. Er beschützt die Brücke und gewährt sicheres Geleit über sie. Der äußere Brückenturm ist ein Überbleibsel der ehemaligen Stadtmauer. Früher gab es zwei dieser Türme und er ist noch übrig. Es handelt sich angeblich um den einzigen bewohnbaren Brückenturm in Deutschland. Schaut mal in die Durchführung des Turmes hinein und sucht nach dem eingemauerten Zöllner.

Informationen

Adresse

Tourist Information Barfüßerstraße 6 65549 Limburg Lahn
Telefon 06431 6166

Öffnungszeiten

1.April bis 31.Oktober:
Montag bis Freitag 9.00 bis 18.00 Uhr
Samstag: 10.00 bis 14.00 Uhr
Sonntag: 11.00 bis 15.00 Uhr

1.November bis 31. März:
Montag bis Freitag 9.00 bis 17.00 Uhr
Samstag 10.00 bis 12.00 Uhr

Stadtführungen

Stadtführungen sind über die Tourist-Information buchbar. Es finden jedoch auch regelmäßig öffentliche Führungen statt.

April bis Ende Oktober

Allgemeine Stadtführung (1,5h) samstags 15 Uhr und auf Anfrage sonntags 11 Uhr
Nachtwächterführung (1,5h) samstags 20 Uhr

Weitere Informationen zur Stadtführung findet Ihr hier.

Dank eines übersichtlichen Parkleitsystems finden sich rund um die Altstadt Parkmöglichkeiten.

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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