Andreas Izquierdo: „Romeo & Romy“

Nachdem ich von Andreas Izquierdo „Club der Traumtänzer“ so begeistert war, freute ich mich über das neue Buch „Romeo & Romy“.

Zum Inhalt: Romy könnte eine großartige Schauspielerin sein, wenn sie denn gesehen werden würde. Was aber nicht geschieht, da sie im Souffleuse-Kasten sitzt. Nachdem sie gefeuert wird und erfährt, dass ihre Oma gestorben ist, kehrt sie zurück an den Ort ihrer Kindheit nach Großzerlitsch. Ein Ort im Nirgendwo in Sachsen, an der Grenze zu Tschechien.
In dem Dorf selbst leben nur noch die Alten, denn die Jungen haben es alle verlassen. Und die Alten haben ein Wettrennen laufen, wer als nächstes stirbt, denn auf dem Friedhof sind nur noch zwei Gräber freien. Daher sind diese eingebunden in ihren täglichen Trott und wirklich leben scheint keiner mehr.
Da setzt sich Romy in den Kopf, mit ihrem Erbe aus der alten Scheune ein elisabethanisches Theater aufzubauen und mit den Alten „Romeo und Julia“ zu spielen. Als Regisseur verpflichtet sie den attraktiven Ben, der mit jeder weiblichen Person zu kokettieren scheint. Gegen alle Widerstände tut sich das Dorf zusammen, um den Traum von Romy Wirklichkeit werden zu lassen.

In dem Buch geht es um Neuanfänge – beruflich wie auch in der Liebe. Es geht um die Verarbeitung von Verletzungen, um das Verzeihen. Und es geht darum, eine Heimat zu finden.

In seiner charmanten Art spinnt Andreas Izquierdo die Geschichte, es gab auch wenige Stellen, an denen ich laut loslachen musste.
Dennoch entwickelt sich die Geschichte nur sehr mühsam und der Leser weiß nicht, welche Reise er antritt. Das große Plus in der Geschichten sind die Alten, die alle sehr liebevoll und mit eigenen Schrulligkeiten gezeichnet worden sind. Sie machen das Herz der Geschichte aus.
Die Liebesgeschichte um Romy und Ben hätte es nicht bedurft und sie wirkt teilweise störend. Neben der recht reifen, durchsetzungsfähigen Romy wirkt Ben wie ein übergroßes Kind, der nichts zum Verlieben an sich hat. Lange Zeit flirtet Ben zwar wie wild mit Romy, doch dass sich wirklich zarte Gefühle entwickeln, ist nicht abzusehen.

Aufgrund des Titels habe ich mir ein wenig mehr unter dem Roman vorgestellt. Es ließ sich recht schnell lesen, da nicht kompliziert geschrieben, doch so richtig packte mich die Geschichte nicht. Wer Lust auf leichte Lektüre hat, macht hier keinen falschen Griff.

„Romeo & Romy“
Taschenbuch
488 Seiten, InselTaschenbuch
broschierte Ausgabe 14,99€ bei Amazon (Partnerlink)

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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