10 000 neue CDU Mitglieder – bienenfreundliches Hessen

Seit Februar läuft die Kampagne „Bienenfreundliches Hessen“ , welche Umweltministerin Priska Hinz startete. Mit dieser Kampagne soll auf die Situation der Honigbienen sowie anderer bestäubender Insekten (Hummeln, Wildbienen) aufmerksam gemacht werden und deren Situation auch verbessert werden. Im Rahmen der Bienenaktionswoche vom 14. bis zum 20. August besuchte ich die CDU Kreisgeschäftsstelle, welche seit Juni einem Bienenvolk Heimat gegeben hat.

10 000 neue Mitglieder und alle weiblich

Nachdem sich Stephan Schumm (li) und Andreas Hofmeister mit weiteren Mitgliedern über Bienen informiert haben, kam ein Bienenstock in die Geschäftsstelle.

Stephan Schumm trug sich schon lange mit der Idee, auch bei der Geschäftsstelle ein Bienenvolk anzusiedeln. Bei sich zu Hause hat er bereits zwei Volk stehen, doch er setzte sich auch dafür ein, dass auch die CDU Limburg-Weilburg dies unterstützt. Zuerst gab es Bedenken dagegen, doch nach einem Besuch beim Imker Peter Stecker in Oberweyer, der einen tiefen Einblick in das Leben eines Bienenvolkes gab und die damit verbundenen Arbeiten, dauerte es nicht mehr lange, bis Kreisvorsitzender Andreas Hofmeister, MdL sowie Kreisgeschäftsführer Tarik Cinar von der  CDU Limburg-Weilburg 10.000 neue Mitglieder bei sich begrüßten.

Tarik Cinar, Andreas Hofmeister und Stephan Schumm (v.l.n.r.) freuen sich über das Bienenvolk in der Geschäftsstelle.
Tarik Cinar, Andreas Hofmeister und Stephan Schumm (v.l.n.r.) freuen sich über das Bienenvolk in der Geschäftsstelle.

 

 

Andreas Hofmeister hatte zuvor nie Berührungspunkte mit Bienen gehabt, so dass er zu Beginn etwas skeptisch war. Auch die technische Seite der Aufstellung musste geklärt werden, denn es muss garantiert sein, dass niemand in der Geschäftsstelle von den Bienen gestochen wird. Obwohl der Bienenstock nahe der Büros steht, hat sich bisher keine Biene in die Büros verirrt. Auch beschreibt Cinar diese als sehr friedlich. Damit habe die CDU Limburg-Weilburg einen Beitrag geleistet, um die Schöpfung zu bewahren, so Hofmeister.
Die emsigen Damen haben es sich auf dem Balkon der Geschäftstelle in Offheim gemütlich gemacht. In ihrem roten Kasten fühlen sie sich sehr wohl, stehen geschützt und sammeln fleißig Pollen ein. Nun freuen sich alle darauf, im nächsten Jahr den ersten Honig zu ernten.

Warum sind Bienen so wichtig?

Neben dem Rind und dem Schwein zählen die Bienen zum drittwichtigsten Nutztier. Die Bienen leisten einen großen Beitrag zur Bestäubung der Pflanzen, liefern dabei auch selbst Biomasse, von der sich wiederum andere Tiere ernähren. Dennoch ist die Rolle der Bienen im Kreislauf der Natur sehr komplex und es sind viele Dinge, mit denen Bienen zu kämpfen haben. Dazu gehören fehlende Nahrung, intensive Landwirtschaft sowie die veränderte Landschaft. Einen informativen Überblick zum Zustand der Bienen gibt der Artikel in der NNP vom 27. Juni 2016.

„Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr.“ (Zitat Albert Einstein, 1949).

Ohne die bestäubenden Insekten können sich aus den Blüten keine Früchte entwickeln. Nicht nur die Menschen nutzen die Früchte, auch viele Tiere ernähren sich davon. Bilden sich keine Früchte, entstehen keine Samen, wodurch sich die Pflanzen ausbreiten und vermehren können. Dadurch haben die Bienen und andere bestäubende Insekten trotz ihrer geringen Größe einen riesengroßen Einfluss auf unsere Umwelt. Daher ist es wichtig, die Bedingungen für die Bienen zu schützen und zu verbessern.

Bienen im Landkreis – bienenfreundliches Hessen

Acht Imkervereine gibt es im Landkreis Limburg-Weilburg. Wer Bienen halten möchte, muss sich beim Veterinäramt melden. Zurzeit sind 250 Imker gemeldet. Diese Zahl kann schwanken, da es Imker gibt, die ihrer Meldepflicht nicht nachkommen. Ein Imker muss sich nicht abmelden muss, wenn er sein Hobby beendet, erklärt mir Jan Kieserg, Pressesprecher vom Kreis. Es war jedoch auffällig, dass nach dem Faulbrut-Ereignis in 2016 und der damit verbundenen medialen Aufmerksamkeit für die Imkerei die Neuanmeldungen gestiegen sind.
Peter Stecker, Vorsitzender des Imkerverein Hadamar-Dornburg  bestätigt ein zunehmendes Interesse. Gehörten dem Verein im letzten Jahr noch 58 Imker an, sind es inzwischen 65 Imker. Diese 65 Imker besitzen insgesamt 365 Bienenvölker. Der jüngste Imker ist 20 Jahre und der älteste 90. Dabei steht nicht mehr die Honiggewinnung im Vordergrund, sondern der Gedanke, etwas für die Natur zu tun.  Auch hessenweit stieg die Zahl der Imker. Von 7.400 Imkern im Jahr 2010 gab es einen Anstieg auf 10.000 Imker im Jahr 2016.

Wie könnt ihr die bestäubenden Insekten unterstützen?

Nicht jeder muss sich jetzt sofort losstürzen und in seinem Garten ein Bienenvolk ansiedeln. Dennoch kann jeder schon mit Kleinigkeiten diese Tiere unterstützen. Ein großes Problem der bestäubenden Insekten ist die Nahrung. In der aufgeräumten, monotonen Kulturlandschaften fehlen die Blühpflanzen, damit die Insekten Nahrung finden. Ein Imker kann seine Honigbienen dann zufüttern, doch die wildlebenden Insekten gehen kaputt und verschwinden nach und nach. Bereits ein kleiner, wilder Blühstreifen von 1 x 1 Meter bietet für verschiedene Insekten Nahrung an. Eine kleine Ecke im Garten, die stehenbleibt und nicht dem Rasenmäher zum Opfer fehlt, wäre ein Anfang. Wenn ihr nicht wisst, welche Pflanzen sich dafür eignen, dann könnt ihr beim Imkerverein Hadamar-Dornburg oder dem NABU Hadamar kleine Saatgut-Tütchen erhalten. Die Mitglieder helfen euch auch gerne dabei, einen Blühstreifen anzulegen.

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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