Ein Wangenabstrich für ein Menschenleben

Der DRK OV Frickhofen führte seine erste Blutspende in diesem Jahr durch. Kombiniert damit fand eine Typisierungsaktion mit Reiner Schmidt statt. Großer Andrang herrschte im Bürgerhaus Frickhofen und die Organisatoren zeigten sich insgesamt zufrieden.

„Es war der beste Termin seit langem“, so Michaela Brockmann, Vorsitzende vom OV Frickhofen. Neben rund 200 Menschen, welche sich per Wangenabstrich typisieren ließen, spendeten auch 338 Menschen Blut. Darunter waren 44 Erstspender. Der DRK konnte mit Annemarie Schiffer aus Thalheim den 65.000 Blutspender begrüßen. Und nach getaner Arbeit machten sich einige Helfer noch auf zur Jahreshauptversammlung der Feuerwehren in Obertiefenbach und Thalheim, wo sich einige Kameraden auch noch typisieren ließen.

Ein Wangenabstrich für ein Menschenleben

Bei Stefan Schmidt ist es bereits einige Jahre her, dass er sich typisieren ließ. Dies liegt bereits einige Jahre zurück und sie hatten sich damals alle von den Kirmesburschen typisieren lassen. Zwischendurch dachte er nochmal dran, als er Post erhielt, um die Daten zu überprüfen. Als dann der Anruf kam, dass er als Spender in Frage käme, war er dann doch etwas überrascht. Im Sommer 2016 spendete er dann Stammzellen für einen 60-jährigen Patienten in USA. Eine Woche vor der Spende erhielt er Medikamente, welche die Stammzellbildung förderten. In Köln hing er für drei Stunden an einer Maschine ähnlich einer Dialyse und die Stammzellen wurden aus seinem Blut gefiltert. In diesem Sommer dürfte ein Kontakt hergestellt werden, wenn dies beide Seiten wollen. „Es ist ein schönes Gefühl“, so Stefan Schmidt. Blutspenden würden Menschen auch helfen, doch bei einer Stammzellspende weiß man, dass ein Menschenleben gerettet werden kann. „Es ist ein gutes Gefühl, denn ich war einer unter vielen, wo es gepasst hat“, so Schmidt. Daher war es für ihn selbstverständlich, bei der Aktion mitzuhelfen. Für zwei Jahre ist er gesperrt, um zur Verfügung zu stehen, falls der Empfänger nochmal eine Spende braucht. Aber auch danach ist es für ihn selbstverständlich zu spenden.

„Ich möchte etwas zurückgeben“

Völlig überraschend stand Rebecca Reimann im Bürgerhaus und bot ihre Hilfe an: „Wo kann ich helfen?“ Sie erhielt selbst eine Spende und möchte nun etwas zurückgeben. 2012 erkrankte sie das erste Mal an Leukämie und erhielt Chemotherapie. 2015 gab es einen Rückfall. Sie hatte Glück und es fanden sich drei potentielle Spender. Am 6.Januar 2016 erhielt sie die Spende. Momentan gilt sie als „aktuell gesund“. Die kritische zwei Jahres Grenze hat sie überschritten. „Ich weiß, wie wichtig es ist, auf Blut angewiesen zu sein“, so Reimann. Daher saß sie den Nachmittag im Bürgerhaus Frickhofen, füllte Zettel aus und verpackte die Wattestäbchen mit Wangenabstrichen für die weitere Typisierung.

Große Hilfsbereitschaft

Da die Typisierung neben der normalen Blutspende ablief, waren weitere Helfer nötig. 35 zusätzliche Helfer waren vor Ort. Neben dem OV Frickhofen kamen auch Mitglieder anderer Ortsverbände vorbei, der DRK Kreisgeschäftsführer saß vor Ort und auch von anderen Rettungsdiensten wie den Maltesern, waren Helfer anwesend.
Die Initiative für diese Typisierung ging von Reiner Schmidt aus. Er las über die siebenjährige Pauline, die aktuell einen Spender sucht. Die Geschichte ging ihm nahe, weil er selbst einen Jungen in dem Alter hat, der ähnlich vom Typ ist. Er wandte sich dann an Michaela Brockmann, ob eine Typisierungsaktion mit der Blutspende kombiniert werden könnte. „Von allen Seiten gibt es eine tolle Zusammenarbeit“, lobte Schmidt. Vom Feedback auf diese Aktion, vor allem in den sozialen Medien, war er positiv überrascht. Und es war auch ein wenig Respekt einflößend. Auf der anderen Seite rechnete er nach dem Hype auf Facebook mit etwas mehr Spendern und hätte sich über 500 Spender sehr gefreut. Aber auch die 200 Menschen sind es eine Menge Leute, welche sich typisieren lassen haben.

Diese Aktion hat allen Beteiligten mal wieder gezeigt, was sie gemeinsam erreichen können. Ich kann mir vorstellen, dass dies nicht die letzte Aktion war, die durchgeführt wurde, um Menschenleben zu retten.

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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