Chorkonzert „Oh happy day“ – Gospel meets Rock

Wenn Gospelgesang auf Jazz trifft, „Halleluja“ auf „Dieser Weg“, dann handelt es sich um ein ungewöhnliches Chorkonzert. Dieses fand gestern Abend in der evangelischen Kirche in Limburg statt. Joy`n`glory aus Swisstal, in der Nähe von Bonn und der heimische Chor You`N`Joy von der Cäcilia Lindenholzhausen traten auf und unterhielten die Besucher. Die Kirche war vollbesetzt, es mussten noch Stühle geholt werden und die letzten Besucher genossen das Konzert im Stehen.

Wechsel zwischen populärer Musik und Soul

Das Konzert bestach durch seinen Wechsel zwischen der populären Musik von You`N`Joy und dem Gospelgesang von Joy`n`glory. Der heimische Chor bot den Rahmen für die Gospelsänger. Sie begannen recht ruhig mit „Ninehundred Miles“ und „Not ready to make it right“. Ich war nach den Proben, die ich besuchen durfte, bereits begeistert, als der Funke nur alleine auf mich übersprang. In der vollbesetzten Kirche, war es spürbar, wie dieser Funke auch auf die anderen Hörer übersprang. Kräftigen Applaus gab es vom ersten Beitrag an, doch bereits beim dritten Lied mischten sich Jubelrufe mit unter den Applaus. Die Sänger und Sängerinnen haben eine mitreißende Art in ihrem Gesang. Bei „Stitches“ erhielten der sie Unterstützung von Silas Jakob mit seiner Mouth-Percussion. Diesem gelang es, mit seinen Tönen und Rhythmen, den Gesang kraftvoll zu untermalen und dabei Teil des riesigen harmonischen Klangkörpers zu werden.

Ein krasser Gegensatz zu dem populären war dann der Gospelgesang von Joy`n`glory. Da lebte die Musik, es wurde gesungen, getanzt und geklatscht. Die Dirigentin lud das Publikum explizit dazu ein, mitzumachen: „Das stachelt uns richtig an.“ Beim Gospelgesang handelt es sich um die christliche Musik der schwarzen Christen aus Amerika, dem sogenannten black temporary Gospel. Der Chor bot einen Wechsel zwischen leisen, ruhigen Tönen sowie flotten Melodien. Bei „He`s got the hole world in his hands“ sang die gesamte Kirche mit, alle standen und klatschten mit. Dies machte sehr viel Spaß und ließ auch über einige schiefe Töne hinwegsehen. „I will follow him“ aus Sister Act durfte natürlich auch nicht fehlen und „Oh happy day“ war ein gelungener Abschluss zu dem Teil. Mit großer Leidenschaft waren die Sänger dabei, was auch an ihren Bewegungen abzulesen war.

Gemeinsames Finale

Danach übernahm der heimische Chor mit Klavierbegleitung von Markus Gemeinder und am Schlaginstrument Silas Jakob. Es wurde poppiger mit „Viva la vida“ und „Ma que nada“. Mit jedem Lied gelang dem Chor eine weitere Steigerung, so dass am Ende beim Applaus alle Besucher standen und der Applaus kein Ende finden wollte. Zum krönenden Abschluss sangen die beiden Chöre zusammen. Miteinander vereinten sich Fröhlichkeit, Swing und Schwung, als aus rund 60 Kehlen „Kumbaya, My Lord“ erklang.

Bei dem Konzert handelte es sich um ein Benefizkonzert für die evangelische Kirche. Diese baut zurzeit einen Kirchenchor auf. Die Spendengelder aus diesem Abend werden das Projekt unterstützen.

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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