#darumfrei: Warum ich gerne selbständig bin

Die freien Journalisten Bettina Blaß und Timo Stoppacher haben gemeinsam mit Fit für Journalismus zur Blogparade aufgerufen. In Gesprächen mit jüngeren Nachwuchsjournalisten haben sie häufig die Erfahrung gemacht, dass sich junge Nachwuchsjournalisten nicht mehr vorstellen können, später selbstständig zu sein. Mit meinen Zeilen möchte ich gerne zum positiven Bild des freien Journalisten beitragen.

Seit drei Jahren bin ich im lokaljournalistischen Bereich tätig. Ich muss mich ständig mit Vorurteilen auseinandersetzen: Du bist ja den ganzen Tag zu Hause. Mal ein/ zwei Termine am Wochenende ist doch nicht arbeiten. Sowas macht Dir Spaß? Ist das nicht langweilig?
Dann lächle ich, gebe einen Einblick in meine Arbeit und lasse sie reden. Denn ich habe meine Berufung gefunden und liebe diesen Job.

Interessante Menschen und Geschichten erfahren

Oberflächlich besteht der Lokaljournalismus aus sehr viel Terminjournalismus von Jahreshauptversammlungen über Vereinsveranstaltungen und Politik. Doch tief unter die Oberfläche getaucht lerne ich interessante Menschen und Geschichten kennen. Es sind die Menschen, die eine Region lebenswert machen durch ihren Einsatz, ihr Engagement oder auch durch ihre Taten. Ich liebe es, immer wieder neue Personen kennenzulernen. Aber auch die politische Seite, die Gestaltungsmöglichkeiten, die die Gremien besitzen, fasziniert mich immer wieder aufs Neue.
Lokaljournalismus ist vielfältig und durch meine Freiberuflichkeit habe ich die Möglichkeit, in diese wundervolle Vielfältigkeit einzutauchen. In einem festen Job würden mir diese Möglichkeiten nicht im vollen Rahmen zur Verfügung stehen.
Mit der Freiberuflichkeit bekomme ich zudem die Chance, neue Dinge auszuprobieren, wenn mir danach ist. So startete ich erst vor kurzem meinen Blog, um Einblicke in meine Arbeit zu geben.

Planbarkeit

Ich kann meine Tage von alleine planen und habe dadurch einen großen Freiraum zwischen meinem beruflichen und meinem privaten Leben. Hatte ich ein Wochenende voller Termine, dann nehme ich mir die „freien“ Tage unter der Woche und fülle damit meine Energiereserven wieder auf. Ich kann selbst entscheiden, wann ich Urlaub mache. Private Termine sind leichter zu planen.
Zu Beginn habe ich mir viele Gedanken gemacht über das monatliche Einkommen, die Zukunft, die Rente. Da ich nicht nur journalistisch, sondern auch im Texter-Bereich aktiv bin, habe ich mehrere Kunden, so dass ich weitere finanzielle Standbeine habe. Dadurch habe ich eine gewisse Sicherheit. Und durch private Vorsorge bin ich auch optimistisch für die Zukunft.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Ein großer Punkt für mich ist auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ich habe zwei Kinder und in der 8h-Mühle, in der ich schon war, konnte ich ihnen nicht so gerecht werden wie jetzt. Wenn sie in der Schule und den Kindergarten gehen sowie abend, wenn sie schlafen, arbeite ich. Nachmittags kann ich ihnen sehr viel Zeit widmen. Ich lebe mit ihnen zusammen und erlebe die gemeinsame Zeit mit ihnen.

Aus all diesen Gründen und weil ich meine Berufung gefunden habe, sage ich: #darumfrei

 

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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