„Gebt nicht auf und macht weiter!“ – Delegiertenversammlung der Kreisjugendfeuerwehr Limburg-Weilburg

Zur 45. Delegiertenversammlung versammelte sich die Kreisjugendfeuerwehr Limburg-Weilburg in der Mehrzweckhalle Ellar. Neben einen Rückblick auf das vergangene Jahr wurden Mitglieder für ihr ehrenamtliches Engagement in der Jugendfeuerwehr gewürdigt und der Vorstand neu gewählt.

Der Versammlungsort in Ellar konnte nicht passender gewählt werden, feiert die Jugendfeuerwehr Ellar in diesem Jahr doch ihr 50-jähriges Bestehen. Und weil sie die älteste Jugendfeuerwehr im Landkreis ist, ist dies ein besonderes Jubiläum. Dieses feiert die Jugendfeuerwehr am 10. Juni mit einem Festkommers, einer Fahrzeugausstellung sowie einer Schauübung der Jugendfeuerwehr. Doch darum ging es an dem Nachmittag  nur am Rande. Vielmehr ging es um die Arbeit der Jugendfeuerwehr im gesamten Kreis.

Sinkende Zahlen bei den Jugendlichen

In ihren Jahresbericht geht Kreisjugendfeuerwehrwartin Brigitte Knitscher auf die Zahlen bei den Jugendfeuerwehren ein. „Was die Entwicklung in den Jugendfeuerwehren betrifft, so sieht es nicht ganz so rosig aus“, so in ihrem Bericht. Im letzten Jahr musste eine Jugendfeuerwehr ihren Dienstbetrieb einstellen. Es gibt noch 96 Jugendfeuerwehren im Kreis. In denen befinden sich insgesamt 1.233 Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren (870 Jungen/ 363 Mädchen). Es gab zu 2016 einen Mitgliederrückgang von 35 Jugendlichen. 64 Jugendliche kamen von den Kinderfeuerwehr in die Jugendfeuerwehr. Dennoch macht Kintscher darauf aufmerksam, dass einzelne Wehren nicht in der Lage sind, eine gute Jugendarbeit zu leisten. Daher regte sie an, dass über die Zusammenarbeit mehrerer, benachbarter Wehren in diesem Bereich nachgedacht werden sollte. Nur so kann eine ordentliche Ausbildung stattfinden. Ihr Appell an die Jugendlichen wie an die Jugendwarte war: „Gebt nicht auf und macht weiter!“

Auf Nachfrage erklärte mir Brigitte Kintscher, dass es immer schwieriger wird, Jugendliche für ehrenamtliches Engagement zu begeistern. Der ehrenamtliche Einsatz würde über all nachlassen. Zudem stehen sie in Konkurrenz zu den neuen Medien. In den letzten Jahren gab es einen starken Rückgang mit einem massiven Einbruch 2011 mit nur 1193 Mitgliedern. Danach bewegte sich die Mitgliederzahl immer im mittleren 1200-Bereich. Kintscher geht davon aus, dass die Zahlen langsam wieder zunehmen. Es findet ein Zuwachs bei den Kinderfeuerwehren statt. Und dies bringt Nachwuchs für die Jugendfeuerwehr.

Dank und Respekt für die Jugendarbeit

Die Ehrengäste drückten ihren Dank und ihren Respekt für die geleistete Arbeit aus. Die Arbeit strahlt weit über die Grenzen des Landkreises hinaus, so der Erste Beigeordnete Helmut Jung. „Ihr seid die Zukunft“, so Jung weiter. Die Feuerwehr fragt nicht nach ihrem persönlichen Vorteil bei ihrem Engagement, so Joachim Veyhelmann, MdL (CDU), und von den 1233 Jugendlichen werde jeder einzelne gebraucht. Das Thema Tageseinsatzstärke wird immer wichtiger werden. „Werben sie weiterhin für Nachwusch“, so Veyhelmann. Tobias Eckert, MdL (SPD), lobte die Ehrenamtlichen der Jugendarbeit, die dies neben ihrem Engagement in den Einsatzabteilungen noch leisten. Der Kreisbrandinspektor Georg Hauch lobte die Harmonie und Teamwork unter den Jugendlichen. Das stetige Werben um Nachwuchs war Inhalt von Landesjugendfeuerwehrwart Markus Potthoffs Grußworten. „Alle sollen sehen, wie toll Feuerwehr sein kann“, so Potthoff.

Ehrungen von ehrenamtlichen Engagement

Für langjähriges Engagement in der Jugendarbeit ehrten Brigitte Kintscher und Landesjugendfeuerwehrwart Markus Potthoff Mitglieder mit der Floriansmedaille der Jugendfeuerwehr des Hessischen Landesfeuerwehrverbandes. Michael Fibinger hat immer wieder die Jugendarbeit bei der Feuerwehr Fussingen übernommen und erhielt dafür die Floriansmedaille in Bronze. Nina Lückel war von 2011 bis 2015 Jugendwartin in Laubuseschbach. Von 2014 bis heute war sie Jugendsprecherin in der Kreisjugendfeuerwehr und steht aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl. Auch sie erhielt die Floriansmedaille in Bronze.

Stephan Heidl war in Laubuseschbach von 2003 bis 2008 in der Jugendabteilung, ist dort bis heute Jugendwart, war von 2006 bis 2008 Kreisjugendsprecher und ist inzwischen Ansprechpartner für das Jugendforum. Für dieses Engagement erhielt er die Floriansmedaille in Silber. Martin Storch war von 2004 bis 2018 Jugendwart in Wilsenroth und ist seit 2008 Kassierer in der Kreisjugendfeuerwehr. Dafür erhielt er die Floriansmedaille in Gold. Ebenfalls die Floriansmedaille in Gold erhielt Sabrina Schermuly, die aus beruflichen und privaten Gründen ihr Amt als Schriftführerin und stellvertretende Kreisjugendfeuerwehrwartin niederlegte. 2009 bis 2010 war sie Jugendwartin in Elz, bis 2012 in Elbtal und seit 2010 war sie als Schriftführerin die der Kreisjugendfeuerwehr.

Kreisjugendfeuerwartin Brigitte Kintscher ehrte langjähriges Engagement: Martin Storch, Stephan Heidl, Nina Lückel, Markus Potthoff (Landesjugendfeuerwehr) sowie Sabrina Schermuly.
Kreisjugendfeuerwartin Brigitte Kintscher ehrte langjähriges Engagement: Martin Storch, Stephan Heidl, Nina Lückel, Markus Potthoff (Landesjugendfeuerwehr) sowie Sabrina Schermuly.

Neuwahl der Kreisjugendfeuerwehrleitung

Es hat sich nicht viel geändert im Vorstand. Die meisten Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt. Für die ausgeschiedene Schrftführerin Sabrina Schermuly wurde Jana Trost gewählt. Das Amt Öffentlichkeitsarbeit bleibt zunächst unbesetzt. Neu gewählt wurde Manuel Clemenz für die Lehrgangs- und Bildungsarbeit. Als Nachrücker für die ausgeschiedene Nina Lückel wurde Jonas Wisser, Feuerwehr Staffel, als Kreisjugendfeuerwehr-Sprecher gewählt.
Brigitte Kintscher bedankte sie für das entgegengebrachte Vertrauen. Gleichzeitig gab sie bekannt, dass diese drei Jahre ihre letzten Jahre als Kreisjugendfeuerwehrwartin sein werden. Von 2009 bis 2012 war sie stellvertretende Kreisjugendfeuerwehrwartin, ab 2012 übernahm sie die Leitung. „Nach 11 Jahren müssen andere Leute nach vorne“, so Kintscher.

Brigitte Kintscher, Kreisjugendfeuerwehrwartin, möchte in drei Jahren aufhören.
Brigitte Kintscher, Kreisjugendfeuerwehrwartin, möchte in drei Jahren aufhören.

Ausblick für 2018

Brigitte Kintscher appellierte an die Anwesenden, die Angebote der Kreisjugendfeuerwehr anzunehmen und auch an ihre Jugendlichen weiterzugeben. Insbesondere sprach sie das Jugendforum an, welches hessenweit mit führend ist und ein aktives sowie effektives Angebot bietet. Leider seien selten über 25 Teilnehmer mit dabei. In Gesprächen käme heraus, dass viele Jugendliche das Jugendforum nicht kennen würden. „Gebt euren Jugendlichen die Chance, das Jugendforum zu besuchen“, so ihr Appell. Ebenso appellierte sie an die Anwesenden, sich auch Gedanken zu machen wie das Zeltlager und vor allem der letzte Abend gestaltet werden können. „Wir würden uns freuen, wenn ihr den Abend mit Leben mit füllen würdet“, so die Kreisjugendfeuerwehrwartin. Das Kreisjugendfeuerwehrzeltlager findet dieses Jahr vom 30.Mai bis 03. Juni in Bad Camberg-Erbach statt.

Zum Abschluss wurde noch der Ort der nächsten Delegiertenversammlung bestimmt. Diese wird 2019 in Dornburg-Dorndorf stattfinden.

Der neugewählte Vorstand der Kreisjugendfeuerwehr Limburg-Weilburg.
Der neugewählte Vorstand der Kreisjugendfeuerwehr Limburg-Weilburg.

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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