Der Fluch des Mont-Saint-Michel

Das Erscheinungsbild des Mont-Saint-Michel kannte ich von vielen Bildern. Dieses Jahr im Urlaub konnte ich ihn endlich in echt sehen und er faszinierte mich total. Schon von Weitem zeichnete sich die Silhouette am Horizont ab und ich konnte es kaum erwarten, den Ort zu erreichen. Wenn Du vor der Insel stehst, ragt diese Abtei hoch über den Berg hinaus. Am Fuße schmiegen sich Häuser und Geschäfte. Wir folgten dem Fußwege, stiegen die Treppen empor und gelangten höher und höher. Von oben traf uns der Wind ungebremst und wir hatten eine wunderbare Sicht über das Land und den Atlantik.
Auf Instagram postete ich Bilder und eine Userin empfahl mir das Buch von Frédéric Lenoir und Violette Cabesos – „Der Fluch des Mont-Saint-Michel“ und da mich der Klapptext neugierig gemacht hatte, las ich es.
In diesem historischen Thriller auf Spuren zu wandeln, die ich vor wenigen Monaten selbst gelaufen bin, war sehr faszinierend.

Die Rache des Engels

Ein Sakrileg, begangen aus Hochmütigkeit, löst auf den Mont-Saint-Michel im 11. Jahrhundert eine Serie von blutigen Morden aus. Wer ist der Mörder, der den heiligen Ort an der Atlantikküste zum erzittern bringt? Und welches schreckliche Geheimnis verbirgt sich hinter den Gott geweihten Mauern?
Tausend Jahre später führen seltsame Träume die junge Archäologin Jeanne zum Mont-Saint-Michel. Sie versucht, das Rätsel des Felsens zu lösen. Damit bringt sie sich und ihre Kollegen in tödliche Gefahr.

Der Berg des Engels

„Eine graue Pyramide mit goldenem Gipfel, die aufragt aus einer Wasserwüste. Eine Festung mit Spitzenbesatz und steinernem Schoß. Ein Ungeheuer auf den Sprung ins Unendliche. Ein Ungeheuer des Schönen und des Unmöglichen, das die Götter umfasst und von oben auf den Menschen hinabschaut, während an seinen geruderten Flanken das Meer weidet. Es ist der Mythos, das ewige Verlangen, der Leib des Mysteriums – der Berg des Engels.“

Hoch ragt die Abtei über den Felsen hinaus.
Hoch ragt die Abtei über den Felsen hinaus.

In dem Buch wird der Leser in zwei Erzählsträngen mitgenommen. Zum einen befindet sich der Leser im 11. Jahrhundert bei dem Mönch Roman, der als Werksmeister diese mächtige Abtei plant. In einem zweiten Erzählstrang begleitet der Leser in der heutigen Zeit die Archäologin Jeanne bei ihrem Unterfangen, ihre Geister durch eine Grabung auf dem Berg zur Ruhe zu bringen.

Der Leser erfährt etwas über die Geschichte des Berges, der Region, der Bretagne und Normandie sowie über Ketzerei, das Keltentum und das Christentum. Geschichte und Archäologie werden auf spannende Art und Weise miteinander verknüpft. Ich wollte das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen. Mein Interesse an diesem Ort hat durch das Buch zugenommen, so dass ich ihn auf alle Fälle nochmal besuchen werde.

Leseempfehlung, aber auch kleine Kritik

Das Buch bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung für all diejenigen, die historische Thriller mögen und gerne auch etwas über die Geschichte eines Ortes erfahren möchten. Es ist spannend geschrieben und reißt einem in einen Strudel mit.
Die Liebesbeziehung der jungen Frau mit einem verheirateten Mann, der ihr einige Wege ebnet, fällt mir zu lange aus und war nicht in allen Facetten für die Geschichte notwendig.
Zum Ende hin spitzen sich die Ereignisse zu und die Zeit rennt. Dafür nutzen die Autoren auf einmal nach Seite 460 das Stilmittel der Tages- und Zeitangabe, wodurch der hektische Zustand noch verstärkt wird. Für mich stellte dies ein Bruch zum bisherigen Lesefluss dar, was mir auch nicht so gefiel.

Das Taschenbuch hat 586 Seiten und kostet €10,99. (Partnerlink zu Amazon). Es erschien beim PIPER Verlag im Jahr 2004 unter dem Titel „La promesse de l`ange“.

 

 

 

 

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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