Diözesanmuseum und Staurothek Limburg – Vielfältigkeit an kirchlicher Kunst

Die Domstraße hinaufkommend liegt rechter Hand ein wahres Kleinod, von dem jeder in der Region bestimmt schon gehört hat, aber selten weiß, was es verbirgt – das Diözesanmuseum und die Staurothek des Bistum Limburgs. Während einer Tour durch die Limburger Altstadt kann ein Abstecher in dieses feine Museum gemacht werden.

Gesammelte Werke aus dem gesamten Bistum

Auf drei Etagen können die Besucher die gesammelten Werke aus dem gesamten Bistum entdecken. Es handelt sich hierbei um Originale aus allen Epochen seit dem Mittelalter. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Skulpturen, da dieses Handwerk in der Region weit verbreitet war. Dabei ist das Museum stolz auf die große Vielfältigkeit seiner Exponate. Das Diözesanmuseum wurde 1905 gegründet und war zuerst in den Räumen des Limburger Schlosses untergebracht. 1985 zog es in das jetzige Gebäude um. Hierbei handelt es sich um einen alten Adelshof aus dem Jahr 1544 mit angeschlossenem Wirtschaftsgebäude sowie einem großen Garten.

Staurothek als Herz des Museums

Die Staurothek ist das Herzstück des Diözesanmuseums.

In der riesigen Schatzkammer im Untergeschoss des Museums steht im Zentrum die Staurothek. Dieses Kunstwerk wurde 959 in Byzanz gefertigt und von dieser byzantinischen Goldschmiedekunst gibt es nichts Vergleichbares mehr. Die Staurothek ist weltweit bekannt. Hierbei handelt es sich um Kriegsbeute, welche beim 4. Kreuzzug 1204 in Konstantinopel erobert wurde und nach Deutschland gelangte. Im 19. Jahrhundert kam die Staurothek nach Limburg. Sie dient zur Aufbewahrung verschiedener Reliquien wie Teile des Kreuzes Christi. Zweimal im Jahr – in der Karwoche und zum Kreuzfest im September – wird das Holzkreuz aus der Staurothek genommen und im Dom aufgestellt. Die kleinen Bilder von Christus und den Aposteln wurden in einer besonderen Technik hergestellt – flüssiges Glas wurde in die Vertiefungen hineingegossen. Daher besitzen die Bilder bis heute ihre farbliche Leuchtkraft. Weitere Schätze sind der Barockschatz, Stücke aus dem Mittelalter sowie der Petrusstab und seine Hülle.

Regionale Kirchengeschichte

Der erste Bischofssitz unter einem Baldachin aus 1793Erst im 19. Jahrhundert wurde die Stiftskirche als Bischofssitz zum Dom. Doch es gibt religiöse Funde die bis in das 6. Jahrhundert hinein reichen. Viele Fundstücke stammen aus der Stiftskirche St. Lubentius in Dietkirchen, welches die älteste Kirche sowie Pfarrei der Region ist. Somit lernt der Besucher etwas über von den Anfängen des Christentums in der Region bis ins 19. Jahrhundert hinein. Es gibt den 1. Bischofsthron in Limburg zu sehen sowie ein Baldachin von 1739, aus dem Trierer Dom, welcher bis vor zwei Jahren noch bei Prozessionen genutzt wurde. Bruchstücke von Fensterbildern zeigen die Darstellung von kirchlichen Motiven in verschiedenen Epochen und somit auch den Wandel in der Kunst.

Immer einen Besuch wert

Neben der Dauerausstellung gibt es auch Sonderausstellungen und die Stücke werden immer wieder neu arrangiert. Dominik Müller, Volontär und mit zuständig für das Ausstellungskonzept sowie kuratorische Arbeiten, führte mich durch das Museum und erzählte mir viele interessante Dinge zu den verschiedenen Exponaten. Sein besonderes Anliegen ist es, dass auch die Leute aus der Region ins Museum kommen, denn es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken. Zudem könne immer nur 1/10 der Sammlung gezeigt werden. Auf Nachfrage kann der Besuch auch für Kinder interessant gestaltet werden wie mit einem Suchspiel durch das ganze Museum. Bei schönem Wetter könne er sich sehr gut vorstellen, auch den Garten als museumspädagogischen Raum zu nutzen.

Der Garten als möglicher museums-pädagogischer Raum
Der Garten als möglicher museums-pädagogischer Raum

Informationen

Adresse

Domstraße 12, 65549 Limburg
Telefon: 06431 – 29 54 82

Ein barrierefreier Besuch des Museums ist gegeben.

Weitere Informationen auf der Internetseite

Öffnungszeiten

1.April bis 23. Dezember (danach 3-monatige Pause)

Dienstag bis Samstag 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr

Sonn- und Feiertags: 11 bis 17 Uhr

Montags geschlossen (außer an Feiertagen)

Eintritt

Erwachsene 3 Euro
Ermäßigt 2 Euro

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.