Dunja Sach: „Nur nicht den Anschluss verlieren“

In der Sommer-Serie „Tagsüber arbeiten, abends studieren“ erzählen Menschen von ihren Motivationen, solch eine Doppelbelastung auf sich zu nehmen. Dunja Sach wollte trotz Kinder den beruflichen Anschluss nicht verlieren.

Dunja Sach (40) arbeitet heute bei der Verbandsgemeinde Wallmerod im Finanzbereich. Diese Stelle hätte sie nicht, wenn sie sich neben ihren sechs Kindern nicht stetig weitergebildet hätte. Sie wollte immer auf dem aktuellsten Stand in Sachen Steuern und Finanzen sein und nahm daher zu ihrer großen Familie diese Belastung auf sich.

Dunja Sach bildete sich trotzt sechs Kindern immer weit, um beruflich den Anschluss nicht zu verlieren.
Dunja Sach bildete sich trotzt sechs Kindern immer weit, um beruflich den Anschluss nicht zu verlieren.

Trotz Familie stetig weitergebildet

Nach ihrem Abitur an der Marienschule machte sie eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten. Diese beendete sie im Juli und im Dezember kam ihr erstes Kind zur Welt. Doch bereits da wusste sie, dass sie nicht nur zu Hause sitzen will. „Da fällt mir die Decke auf den Kopf“, so Dunja Sach. Außerdem ist sie gerne unter Leuten und möchte auch arbeiten. Damit sie nicht aus dem Thema herauskommt, fing sie mit dem ersten Kind auch ihr erstes Teilzeitstudium BWL an, für  welches sie durch die Geburt weiterer Kinder insgesamt zehn Jahre brauchte. Zweimal die Woche abends und am Samstag fuhr sie nach Frankfurt zur Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie, was für sie sehr anstrengend war. 2010 machte sie ihren Abschluss als Betriebswirtin und gehörte mit zu den Examensbesten. „Das war meine Richtung“, so die sechsfache Mutter, „ich wusste immer, was ich wollte.“ In dieser Zeit half sie in der Grundschule aus, sprang ein, damit kein Unterricht ausfiel und machte daher noch ihren Pädagogik- sowie Ausbilderschein. Da ihre Familie Basketball verrückt ist, hat sie in dieser Zeit selbst Basketball gespielt sowie die Kleinsten trainiert. Das war ein kleiner Ausgleich zu der Lernerei.

Als Lehrerin tätig

Einige Jahre arbeitet sie in Hadamar an der Glasfachschule und unterrichtete Rechnungswesen, Steuern und Politik. „Mir waren die Halbjahresverträge jedoch zu unsicher für mich und meine Familie“, erläutert Dunja Sach ihre Motivation, 2015 bei der IHK eine Bilanzbuchhalterschulung zu machen. Diese hatte sie in Vollzeit gemacht und konnte damit in ihr jetziges Berufsleben einsteigen. Dies habe ihr viel Disziplin abverlangt. „Ohne die Unterstützung durch meinen Mann und meine Mutter sowie den Zusammenhalt in der Familie wäre mir dies  nicht möglich gewesen“, so Sach. Die letzte Weiterbildung war für sie am heftigsten, da sie diese unbedingt bestehen wollte, um eine Zukunft zu haben. Sie machte sich Lernkärtchen, mit denen sie bei jeder sich bietenden Möglichkeit lernte. Sie lernte mit den Kindern gemeinsam und sie hörten sich gegenseitig ab. „Dies war eine anstrengende Zeit für die Familie“, erinnert sich die Mutter, „weil ich nicht mehr der ausgleichende Pol war.“ Neben ihrer eigenen Belastung machten parallel dazu die ersten Kinder ihren eigenen Schulabschluss, besuchten ihre Fahrschule und fand das Familienleben statt.   „Ich war meinen Kindern scheinbar ein gutes Vorbild“, lacht Dunja Sach, „denn es hat abgefärbt.“ Ihr Ältester besucht neben seiner Ausbildung ein Abendstudium. Mit ihren Blick auf ihre heutige berufliche Situation weiß Dunja Sach ganz genau, dass sich dieser Weg bei all den Strapazen auf alle Fälle gelohnt hat.

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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