Eileen Kanschik: An die Zukunft denken

In der Sommer-Serie „Tagsüber arbeiten, abends studieren“ erzählen Menschen von ihren Erfahrungen mit dieser Doppelbelastung. Bereits drei Jahre nach der abgeschlossenen Lehre drückte Eileen Kanschik wieder die Schulbank, weil sie sich Gedanken über ihre Zukunft machte. Mit einem Abschluss in Betriebswirtschaftslehre (BWL) fühlt sie sich für ihr Berufsleben gewappnet.

Die 30 jährige Eileen Kanschik arbeitet als pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte in der Apotheke in Frickhofen. Mit 19 Jahre machte sie ihr Abitur und mit 21 Jahren beendete sie ihre Ausbildung. Sie übt ihren Beruf an sechs Tagen die Woche aus und macht diesen sehr gerne. Dennoch machte sie sich Gedanken über ihre Zukunft. „Was passiert, wenn mein Chef die Apotheke irgendwann schließt?“, fragte sie sich. Die Aussichten in ihrem Job seien nicht so rosig. Sie hätte sich nur bei Apotheken oder Drogerien bewerben können. Doch sie wollte größere Chancen für zukünftige Bewerbungen besitzen und entschloss sich zu einem Fernstudium parallel zu ihrem Job.

Studium über Vollzeitjob

Das Studium der Pharmazie sei im Fernstudium nicht möglich gewesen. Bei ihrer kaufmännischen Ausbildung lag BWL sehr nahe. Bei einer Regelstudienzeit von 36 Monaten sei die Zeit „sehr knapp bemessen“ gewesen, so Eileen Kanschik. Sie habe insgesamt 48 Monate benötigt. Neben ihrem Vollzeitjob investierte sie bis zu 15 Stunden die Woche für das Studium. Finanzieren konnte sie das Fernstudium mit einem Stipendium über die Apothekenkammer. Sie erwartete Unmengen an Stoff zum Lernen. Das Fernstudium bestand aus 56 Lerneinheiten mit je einer Abschlussarbeit sowie einer finalen Abschlussprüfung zum Ende des Studiums. „Ich habe Glück gehabt“, so die inzwischen geprüfte Betriebswirtin, „dass ich in den Ruhezeiten auch in der Apotheke lernen konnte.“ Doch dies alleine reichte nicht aus, so dass sie auch Abstriche in ihrer Freizeit machen musste. Eileen Kanschik ist aktiv im Gardetanz in Wilsenroth und trainiert die Kinder mit. Mit dem eigenen Tanzen pausierte sie eine Saison und bei den Kindern war sie nur alle vier Wochen anwesend. Die restlichen Trainingszeiten fingen ihre Mittrainerinnen ab. Von allen Seiten erfuhr sie jedoch großes Verständnis, da sich das Studium auf eine absehbare Zeit begrenzte und kein Dauerzustand war. In den vier Jahren hat sie das Lesen vermisst. Entweder hatte sie keine Zeit zum Lesen oder keine Lust mehr, nach den Studienunterlagen noch in einem Buch zu schmökern.

Innere Schweinehund überwinden

Das regelmäßige Lernen war für sie zu Beginn eine große Herausforderung. Als sie schon eine Weile dabei war, fiel es ihr dennoch manchmal schwer, ihren inneren Schweinehund nach der Arbeit zu überwinden. „Ich war froh“, so Kanschik, „wenn zwischendurch ein Thema dran kam, welches ich aus meiner Lehre schon kannte.“ Dies war bei Buchführung der Fall  und diese Lerneinheiten konnte sie dann schneller bearbeiten als völlig neue Themen. Dies half zudem dabei durchzuhalten. In der gesamten Zeit des Fernstudiums machte Eileen Kanschik eine Woche Urlaub ohne die Unterlagen, um mal den Kopf freizubekommen. Vor der Abschlussprüfung nahm sie sich zum Lernen eine Woche Urlaub. Sie würde rückblickend diesen Schritt immer wieder gehen. „Ich habe damit Sicherheit für meine Zukunft“, so die Betriebswirtin. Und diese Ausbildung ist nicht nur etwas für die Zukunft. Bereits jetzt bringt sie ihr erlerntes Wissen in ihren Beruf mit ein.

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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