Ein Blick in die Zentrale Leitstelle – 24 Stunden für uns erreichbar

Für den Artikel zu den Einsätzen an den Feiertagen durfte ich einen Blick in die Zentrale Leitstelle werfen. Vom Chefbrandschützer Georg Hauch erhielt ich einige Zahlen zur Leitstelle, welche ich euch nicht vorenthalten möchte.

In der Leitstelle sind die Disponenten im Dreischicht-System rund um die Uhr unter der 112 erreichbar. Tagsüber sitzen meist vier Disponenten an den Plätzen, nachts und an den Feiertagen mindestens zwei, manchmal auch drei. Die Schichten gehen von 6 Uhr bis 13.45 Uhr, dann bis 21 Uhr und dann wieder bis 6 Uhr morgens. Die Leitstelle ist zuständig für die Feuerwehr, den DRK und den Katastrophenschutz. Die Alarmierung der Polizei fällt nicht in den Aufgabenbereich der Leitstelle.

Bis zu 300 Anrufe am Tag

Nach dem Stand vom 21. Dezember gab es 91.533 Anrufe im Jahr in der Leitstelle. Dies macht durchschnittlich 260 bis 300 Anrufe am Tag aus. Die Einsätze im letzten Jahr gliedern sich wie folgt auf:

  • 6.500 Krankentransporte
  • 16.600 Rettungsdienst-Einsätze
  • 283 Sekundäreinsätze (hierbei handelt es sich um Weiterverlegungen von intensivpflichtigen Patienten von einem Krankenhaus in ein anderes)
  • 1.460 Zweckfeuer
  • 2.400 Weiterleitungen an Ärzte oder sonstige Fachdienststellen

Zu den hauptamtlichen Rettungsdienst mussten auch die ehrenamtlichen Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, DLRG und Katastrophenschutz eine breite Palette an Hilfe leisten. Bis zum 30. November wurden 1.900 Einsätze mit den unterschiedlichsten Aufgaben abgearbeitet. Georg Hauch vermutet, dass bis zum Jahresende ein paar Einsätze weniger als in 2016 zusammenkommen. Die Anzahl der Brände ist mit 680 konstant zum Vorjahr geblieben. Rückläufig waren die Einsätze im Bereich der technischen Hilfe.

121 Personen aus Notlagen gerettet

Bis vor Weihnachten konnten die Einsatzkräfte 121 Personen aus Notlagen retten. Leider kam für 14 Personen jede Hilfe zu spät und mit dem Todesfall aus Villmar zu Weihnachten erhöht sich diese Zahl auf 15. Diese Personen mussten, teils unter widrigen Umständen, aus Einsatzstellen heraus tot geborgen werden. Auch dies gehört leider zur Arbeit der Einsatzkräfte dazu.

Aufgaben der Zentralen Leitstelle

Der Blick in die Zentrale Leitstelle war sehr interessant. Sicher ist nicht jedem bewusst, welche Aufgaben die Leitstelle alles übernimmt. Die Disponenten nehmen nicht nur den Notruf an. Sie begleiten den gesamten Einsatz, der sich an einen Notruf anschließt. Dazu gehört die Erfassung mit dem Computer, um was für einen Notfall es sich handelt. Der Disponent muss entscheiden, wie dringlich der Einsatz ist – ist es nicht dringlich, handelt es sich um einen Notfall oder sogar um ein größeres Ereignis von erheblicher Bedeutung? Aufgrund dieser Einschätzung entscheidet der Disponent, wen er rausschicken muss (Rettungsdienst/ Feuerwehr), wer alles informiert werden muss. Beim Losschicken der entsprechenden Einsatzkräfte muss er beachten, dass diese die Hilfsfrist von 10 Minuten einhalten können. Die entsprechenden Einsatzkräfte alarmiert der Disponent dann.

Nach der Alarmierung melden sich die Einsatzkräfte bei der Leitstelle und erhalten ihre Einsatzbefehle, ggf. auch Anfahrtshinweise oder besondere Anweisungen. Können am Einsatzort gefährliche Stoffe auftreten, erhalten die Einsatzkräfte eine Warnung. Während des Einsatz unterstützt der Disponent. Er koordiniert weitere Schritte, zum Beispiel bei einer Nachalarmierung oder der Anforderung eines Rettungshubschraubers. Die Befragung der Krankenhäuser über ihre Aufnahmekapazität erfolgt ebenfalls durch den Disponenten. Wenn viele Einheiten unterwegs sind, muss der Disponent dafür sorgen, dass Reservekräfte das Einsatzgebiet abdecken können, falls weitere Notrufe reinkommen. Weiterhin gibt er Warnungen an die Bevölkerung heraus, wenn die Straßen gesperrt sind oder es wichtige Informationen für die Bevölkerung gibt.

Zum Schluss dokumentiert der Disponent den gesamten Einsatz. Neben den Notruf-Daten werden die kompletten Zeiten erfasst – Eingang des Notrufes, Alarmierung der Einheiten, Meldung und Abfahrt der Einheiten, Eintreffen am Einsatzort und Abfahrt, Ankunft am Krankenhaus und Rückkehr der Einheit zum Standort.

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

2 Gedanken zu „Ein Blick in die Zentrale Leitstelle – 24 Stunden für uns erreichbar

  • 29. Dezember 2017 um 12:22
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    Heike,

    eine Welt für sich und so wichtig für alle Menschen. Solche Einblicke sind wichtig, es schärft die Sinne, also bei mir ist dem so.

    LG Frank

    Antwort
    • 29. Dezember 2017 um 14:00
      Permalink

      Hallo Frank,

      mir war der Umfang gar nicht so bewusst und wenn es mir so geht, wird es auch anderen so gehen. Daher ist es wichtig, darüber zu berichten und es aufzuzeigen. Damit wir den Respekt vor solchen Jobs nicht verlieren und wissen, was manche da tagtäglich leisten.

      LG Heike

      Antwort

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