Das Leben ist ein großes Abenteuer – Elzerin wirkt an Buchprojekt mit

Nur durch Selbstliebe können auch andere Menschen geliebt werden. Bis zu dieser Erkenntnis brauchte Andrea Peifer-Lubatschowski einige Jahre. Ihre Erfahrungen gibt sie jetzt als eine von 21 Autorinnen in einem Buch wieder.

Hinter Andrea Peifer-Lubatschowski (49) liegt ein langer Weg der Erkenntnis. Bis zu ihrem 30.Lebensjahr lebte sie ihr Leben nach festgelegten Mustern, ordnete sich immer unter und tat, was ihr gesagt wurde. Aus diesem Leben brach sie aus. Sie ordnete sich und ihre Einstellung neu. Seitdem befindet sie sich auf einem Weg, auf dem sie sich glücklicher fühlt. Diese Erfahrungen und der Weg zu ihren Werten schildert sie nun in einem Kapitel des Buches „Natürlich dominant- Impulse für deine kraftvolle Weiblichkeit“ von Herausgeberin Gwynnefer Sylvia Kinne.

Veränderungen des Frauenbildes

Andrea Peifer-Lubatschowski wuchs als Sandwichkind auf. Sie galt immer als brav und harmoniebedürftig.  Widerworte waren ihr fremd. Sie ordnete sich immer unter, auch in der ersten Ehe. Doch mit 30 erkannte sie, dass so ihr Leben nicht weitergehen kann. Sie trennte sich von ihrem Mann, war einige Jahre alleinerziehend.  „Ich hatte ein Frauenbild im Kopf, dass ich immer brav sein muss, alles machen muss, was gesagt wird“, erinnert sich die Wahlelzerin. Durch diese Sicht sammelte sich in ihr eine Wut an. Nach außen wirkte sie zwar ruhig, doch in ihr selbst brodelte es. Sie fühlte sich immer angespannt. „Ich musste erkennen, dass nicht immer die anderen Schuld sind, sondern auch ich meinen Anteil daran trage.“ Und so fing sie an, an sich und ihrer Einstellung zu arbeiten. Dabei sei dies kein abgeschlossener Prozess, sondern sie stecke noch mitten drin. „Das Leben ist ein großes Abenteuer“, so Peifer-Lubatschowski, „dabei sind nicht die anderen in der Pflicht, mich glücklich zu machen, sondern vor allem ich selbst.“ Dieser Prozess endet nicht bei ihren Gedanken.

Prozess auf psychischer und physischer Ebene

Sie stellt inzwischen fest, dass sich diese ganze Entwicklung nicht nur psychisch, auf seelischer Ebene äußert, sondern auch physisch, auf körperlicher Ebene, Auswirkungen hat. Früher litt sie häufig unter Bronchities, heute ist sie viel weniger krank. „Zu meiner persönlichen Selbstwertschätzung gehört auch mein Körper“, erzählt sie. Sie lebt inzwischen nach dem Motto „Behandle deinen Körper wie deine beste Freundin“. Dieser gesamte Weg für mehr Wertschätzung für sich selbst führt auch zu einer bewussteren Wahrnehmung der Umwelt. Dies führt dann dazu, dass sie Rad fährt statt das Auto zu nehmen, auf Zucker verzichtet und darauf achtet, wo ihr Essen herkommt.
Diesen gesamten Prozess hat sie schriftlich begleitet, hat sich ihre Gedanken notiert und Veränderungen festgehalten. Dabei kristallisierten sich für sie Werte heraus, die ihr wichtig sind. „Mir sind Liebe, Vetrauen, Ehrlichkeit, Integrität und Weisheit wichtig“, so die Autorin, „diese Werte nutze ich für mich, aber auch für das Miteinander mit anderen.“ Nur in einem gelungenen Miteinander könne sie auch mehr für sich selbst erreichen.

Über soziale Netzwerke zum Kapitel im Buch

Neben der Auseinandersetzung mit sich selbst, suchte Andrea Peifer-Lubatschowski Gleichgesinnte in den sozialen Netzwerken und lernte dort auch Gwynnefer Sylvia Kinne kennen. Diese startete einen Aufruf, weil sie ein Buch von Frauen für Frauen schreiben wollte, die alle damit kämpfen, zu wenig Wertschätzung für sich selbst übrig zu haben. „Über eineinhalb Jahre zog sich der Prozess hin“, erinnert sie sich. Sie habe einen Text verschickt, bekam ihn mit Anmerkungen zurück und überarbeitete ihn. Im Dezember erhielt sie dann einen Autorenvertrag. „Damit habe ich gar nicht mehr gerechnet.“
In ihrem Kapitel geht sie darauf ein, wie sie vom Schattenkind zur Sonnenfrau wird und es trägt daher ganz klar biografische Züge. „Das bewusste Schreiben hat mich weitergebracht“, so die Elzerin, „und es hat mein Leben sehr zum positiven verändert.“ Sie sei jetzt offener für das Leben selbst. Und sie ist neugierig, auf das, was jetzt noch kommt.

„Natürlich dominant- Impulse für deine kraftvolle Weiblichkeit“ Herausgeberin Gwynnefer Sylvia Kinne
ISBN 978-3944648866, 12,90 Euro, Masou Verlag

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

4 Gedanken zu „Das Leben ist ein großes Abenteuer – Elzerin wirkt an Buchprojekt mit

  • 1. März 2018 um 22:36
    Permalink

    Sehr spannend. Ja, wenn Frau sich einmal auf den Weg begeben hat, dann ist sie unterwegs, unterwegs zu sich selbst…
    Herzliche Grüße, Doreen

    Antwort
    • 2. März 2018 um 6:06
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      Das stimmt. Das Gespräch war auch total faszinierend. Manchmal sollte man sich selbst mehr hinterfragen, anstatt einfach nur zu funktionieren.
      Liebe grüße
      Heike

      Antwort
  • 2. März 2018 um 11:27
    Permalink

    Liebe Heike,
    vielen Dank für deinen tollen Artikel
    Wir hatten ein wunderbar offenes Gespräch dazu, sehr wertvoll für mich
    Ich wünsche mir für alle Frauen damit ihr ureignes Arbenter Leben zu entdecken
    Viel Erfolg, Freude und Glück dabei…
    Von Andrea

    Antwort
    • 2. März 2018 um 11:43
      Permalink

      Liebe Andrea,
      vielen Dank für Dein Feedback. Ich fand unser Gespräch auch sehr toll und inspirierend.
      LG Heike

      Antwort

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