Elzer Kirmes 2017 – Stimmung vom Wetter nicht trüben lassen

Am Wochenende feierten die Elzer ihr 163. Kirchweihfest. In diesem Jahr war ihnen der Wettergott nicht gesonnen, aber dies hielt sie nicht vom feiern ab. Vier Tage lang traf man sich auf den Straßen, kam miteinander ins Gespräch und genoss das Miteinander.

100 Mann, ein Baum

Traditionell beginnt die Kirmes mit dem Baumstellen. Vorher tragen rund 100 Kirmesburschen zukünftiger und ehemaliger Jahrgänge den tonnenschweren Kirmesbaum aus dem Elzer Wald durch die Gassen von Elz. Die Pfortenstraße hoch, die Gräbenstraße runter, dann ein knappes Wendemanöver und die letzten 200 Meter die Lehrgasse entlang. Sowas gibt es in der Region kein zweites Mal und dies ist ein Punkt, warum die Anziehung für die Elzer Kirmes ungebrochen ist. Zusammen stellen die jungen Männer den Baum und kurz nach 22 Uhr hing der Kranz frei und die Kirmesburschen 2018 konnten zum ersten Mal den Kirmesschrei rufen.

Fotos von Samstagabend findet ihr hier in der Bilderstrecke.

Zwei Tage Regen, zwei Tage trocken

Und wenn es nicht geregnet hat, so waren die Temperaturen unterirdisch – 7 Grad am morgen und wirklich sehr viel wärmer wurde es über Tag auch nicht. Doch die Elzer wussten sich zu helfen.  Die Kirmesburschen wickelten ihre bunten Hüte mit Müllsäcken ein, der Regenschirm war ein beliebtes Accessoires dieser Tage oder man suchte sich Möglichkeiten zum Unterstellen. Die Jolly Good Band wollte eigentlich nur bei trockenem Wetter am Sonntag spielen und baute ihr Set dann doch bei strömenden Regen auf. Diese lockte wohl die Sonne hervor und der Abend war gemütlich. Die Kinder drängte es auf die Karussells. Eventuell blieb der eine oder andere nicht so lange auf der Gasse wie bei schönem Wetter. Aber alle feierten.

Kirmesmontag gehört den Ehemaligen – bunte Hemden prägen das Straßenbild. Und endlich hatte das Wetter ein Einsehen und es blieb den ganzen Tag trocken. Ich habe einige Kirmesburschen sowie -mädchen getroffen, die nicht mehr in Elz wohnen und dennoch immer wieder zurück in die Heimat kommen. Es treffen sich Menschen, die sich das ganze Jahr nicht sehen und dann gemeinsam in Erinnerungen schwelgen. Es ist die Gemeinschaft und das Miteinander, was alle hervorheben. Und selbst wer nicht gebürtig aus Elz stammt, kann sich der Faszination nicht entziehen und kann Teil der Gemeinschaft werden. Ich weiß noch, als ich zum ersten Mal die Elzer Kirmes erlebte – es war ein Kulturschock für mich. Heute bin ich sehr gerne auf der Kirmes. Ein Highlight war der Ehemaligen-Einmarsch Montagabend ins Bürgerhaus. Wenn alle Jahrgänge zusammen tanzen und ihren Kirmesschrei rufen, dann ist die Verbundenheit und Faszination greifbar.

Kirmesübergabe

Am Dienstag wurde zuerst der Hammel am Kirmesbaum verlost in der „ehrlichsten Verlosung der Welt“. In diesem Jahr gewann das Los von Uli Berneiser-Ebel, die nun stolze Besitzerin des Hammels „Hugo“ ist. Danach übergaben die Kirmesburschen die Kirmes an den nächsten Jahrgang. Vorher bedankten sie sich bei allen Beteiligten für ihre Unterstützung. Bürgermeister Horst Kaiser lobte die Kirmesburschen, die unter den widrigen Bedingungen am Samstagabend des Baum stellten. Insgesamt freue er sich, dass junge Leute aus der Gemeinde sich bereiterklären, die Aufgaben mit einer Kirmes anzunehmen. Auch dankte der den Eltern, Freunden und Verwandten, die diese dabei unterstützen. Er hob das große Miteinander der Elzer Kirmes hervor, das das Leben in Elz ausmache. Die Verbindung zeige sich vor allem am Kirmesmontag bei den ganzen Jahrgängen. Zwei Dinge kritisierte Kaiser – dies seien zum einen die abgeschleppten Autos, die verkehrt parkten sowie zum anderen ein Fall von Vandalismus. Aber ansonsten gab es keinerlei Zwischenfälle und den 48 Burschen und -mädchen sei es zu verdanken, dass die Tradition hochgehalten worden ist. Diakon Muth bedankte sich ebenfalls und hoffe, dass das Engagement auch in Zukunft bestehen bleibt. Nach den Dankesworten übergaben die Kirmesburschen ihre Hüte an den nachfolgenden Jahrgang, drehten ihre Jacken auf links und hängten sich die Krawatten um den Kopf.

Fotos vom Kirmesmontag und der Kirmesübergabe am Dienstag findet ihr hier in der Bilderstrecke.

 

 

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Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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