(Fast) gebührenfreie Kitas – wie sieht es in den Kommunen aus?

Im August kündigte die hessische Landesregierung an, ab August 2018 den Besuch einer Kita für sechs Stunden gebührenfrei zu machen. Bereits seit 2007 bezuschusst das Land Hessen das letzte Kita-Jahr mit 100 Euro. Nur Mittagessen und Ganztagsbetreuung müssen bezahlt werden. Es erklang großer Jubel über diesen Beschluss, er wurde als lange notwendig gepriesen. Doch in den Kommunen stellt sich heraus, dass noch einiges an Kosten auf sie zukommen wird. Dies ist heute in der FNP nachzulesen in dem Artikel „Kommunen zahlen die Zeche“.
Die Kommunen erhalten vom Land Hessen pro Platz 135,60 Euro, um dies sechs Stunden gebührenfrei anzubieten. Doch in manchen Kommunen kostet dieser Regelplatz mehr als die 135,60 Euro und die Kommunen zahlen drauf.

Wie sieht es in der Region mit den Kita-Gebühren aus?

Die Kitas bieten verschiedene Betreuungsmodelle an. Zudem gibt es Unterschiede in den Gebühren, je nachdem ob das Kind unter 3 Jahren ist oder über 3 Jahren. Ich werfe ein Augenmerk auf die Kosten für über Dreijährige und speziell auf die Kosten für die Regelbetreuung am Vormittag. Bei den Gebühren ist ebenfalls nicht berücksichtigt, dass ein zweites Kind in der Einrichtung weniger zahlen muss.

  • Limburg – je nach Stundenanzahl unterschiedliche Beiträge zwischen 128 Euro für 4 Stunden bis zu 152 Euro für 6 Stunden/ Ganztagsplatz mit 9,5 Stunden 194 Euro
  • Elz – Regelbetreuungsplatz mit 35 Wochenstunden 105 Euro, ein Ganztagsplatz 175 Euro
  • Hadamar – Eltern 119 Euro/ verschiedene Module für die Mittagszeit oder die Nachmittagsbetreuung
  • Dornburg – Kosten um die 160 Euro
  • Waldbrunn – 35 Stunden 130 Euro
  • Bad Camberg – Staffelung der Gebühren nach den Stunden der Betreuung sowie nach dem Einkommen der Eltern/ 5 Stunden zwischen 90 und 160 Euro
  • Hünfelden – Staffelung nach Betreuungsstunden sowie Unterschiede in den einzelnen Einrichtungen/ allgemeine Gebühr zwischen 110 (Ohren) und 146 Euro (Kirberg)
  • Brechen – unterschiedliche Gebühren je nach Einrichtung/ zwischen 126 Euro für 28,75 Stunden in Werschau und 154 Euro für 35 Stunden in Oberbrechen
  • Selters – 35-Stunden-Betreuung 160 Euro
  • Villmar – 120 Euro
  • Runkel – 91 Euro

Die Satzungen über die Gebühren für die Kinderbetreuung findet ihr auf den Internetseiten der einzelnen Kommunen.

Was bedeutet die „Gebührenbefreiung“ für die Kommunen?

An den Zahlen ist zu sehen, dass einige Kommunen mit den 136,50 Euro, die die hessische Landesregierung pro Kindergartenplatz zahlen möchte, ausreichend sind, um diese Gebührenbefreiung an die Eltern weiterzugeben. Da gebe es sogar noch einen Rest, so dass sogar die Möglichkeit bestünde, die Belastung für eine Ganztagsbetreuung zu verringern. In Elz gab der Bürgermeister jedoch zu Bedenken, dass dann mehr Eltern von der Ganztagesbetreuung Gebrauch machen könnten, wenn die ersten fünf Stunden gebührenfrei sind und das dies mit bedacht werden sollte.
Andere Kommunen werden draufzahlen müssen, können dies eventuell leisten, weil sie auf einen guten Haushalt blicken können. Aber es gibt auch verschuldete Gemeinden, die dies nicht leisten können. Aus Waldbrunn weiß ich, dass sie in den kommenden Haushaltsberatungen darüber beraten wollten, ob die Gebühren für die Kindergärten nicht erhöht werden sollten. Einige Kommunen möchten die Gebühren so lange nicht diskutieren wie kein offizielles Gesetz vorliegt. Die nun kommenden Haushaltsberatungen dürften auf alle Fälle interessant werden. Und falls sich die Kommunen für gebührenfreie Kitas für sechs Stunden entscheiden, werden dann die Bürger an andere Stelle stärker zur Kasse gebeten, zum Beispiel durch Erhöhung der Wassergebühren?

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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