FDP Dornburg: Neue Impulse in alteingesessene Strukturen

Im Februar gründete sich die FDP Dornburg. Die junge Ortspartei bringt frischen Wind nach Dornburg. Reiner Schmidt kandidierte bei der Kommunalwahl noch für die Freie Wählergemeinschaft. Die gemeinsamen Ziele stimmten nicht mehr überein und er verließ die FWG. Er wurde Mitglied der FDP. Seinen Sitz in der Gemeindevertretung behielt er. Nun hat er den Vorsitz der jungen FDP Dornburg übernommen.

Bürgernähe und Transparenz

Ein ganz großes Thema bei Reiner Schmidt ist die Bürgernähe und Transparenz. Die Gesellschaft habe sich gewandelt. Über die alten Wege werden diese nicht mehr erreicht. Statt sich ständig über die Politikverdrossenheit der Bürger zu beklagen, sollten die Kommunalpolitiker neue Wege finden, um die Bürger zu erreichen. In seinen Anträgen für die Gemeindevertretung schimmern diese Ziele immer wieder durch. So beantragte er einen Livestream aus der Gemeindevertretersitzung, doch konnte die Mehrzahl der Stimmen nicht dafür gewinnen. Ihm gelang es jedoch, dass die Gemeinde auf der Internetpräsenz einen Newsletter einrichtete. Wer diesen abonniert, wird nun direkt per Mail über alle öffentlichen Sitzungen der Kommunalpolitiker informiert. Reiner Schmidt hat erkannt, dass die Tageszeitung und die Internetpräsenz der Gemeinde alleine nicht mehr ausreichend sind, um die Bürger abzuholen. Er sieht eine Bringschuld in seinem Amt und nicht nur eine Holschuld bei den Bürgern. „Wir haben den Kontakt zu den Bürgern verloren und ich suche aktiv nach Wegen, die Bürger wieder zu erreichen“, so der Vorsitzende der FDP Dornburg.

Erste Versuche eine FDP Dornburg in 2009

Bereits 2009 versuchte Jürgen Langschied, in Dornburg eine Ortsgruppe der FDP zu gründen. Dies gelang damals nicht. Mit dem Engagement von Reiner Schmidt kam nun Bewegung in die Sache. Langschied selbst war schon in der FDP tätig und da er sich nicht vor Ort einsetzen konnte, machte er dies im Stadtverband Limburg. „Ich wohne in Dornburg und es war jetzt naheliegend, mich hier zu engagieren“, begründet Langschied seinen Rückzug aus dem Stadtverband Limburg. Es hat seine Zeit gedauert, bis in der Gemeinde die FDP gegründet werden konnte, obwohl es viel liberalen Zuspruch gibt. Reiner Schmidt, Vorsitzender der FDP Dornburg, sieht dies klar an den alten gewachsenen Strukturen der CDU, SPD und FWG vor Ort. Diese machten es schwierig, neue Strukturen zu installieren. Aus diesen Parteien Leute zu gewinnen, gelingt nur sehr selten.

Menschen möchten sich nicht mehr politisch engagieren

Das liberale Klientel habe sich dann häufig Richtung CDU gewandt. Ein weiterer Punkt, warum sich erst jetzt die Ortsgruppe gegründet hat, liegt laut Langschied darin, dass sich die Menschen nicht mehr politisch engagieren wollen. Die Menschen würden immer das kritisieren, was nicht läuft, aber sich nicht selbst einbringen wollen. „Es ist das Anliegen meiner politischen Arbeit“, so Langschied, „den Menschen zu zeigen, dass viel Gutes läuft.“ Tobias Müller, stellvertretende Vorsitzende, betätigte sich bis zur Gründung der FDP Dornburg nicht politisch. Er sei zwar von der FWG einige Male angesprochen worden, aber da habe es nie gepasst. Die Ziele der FDP seien für ihn greifbarer und er habe mehr Möglichkeiten, Dinge anzupacken und umzusetzen.

Fraktions-, aber nicht parteilos

Zurzeit hat die FDP keine Fraktion in der Gemeindevertretung, da sie sich erst nach den Kommunalwahlen gründete. Doch Reiner Schmidt ist sich bereits jetzt sicher, dass sie „ein Stachel im Fleisch der CDU sind“. Er säße zwar fraktionslos, aber nicht parteilos in der Gemeindevertretung. Schmidt lässt nicht locker mit seinen Themen. Scheitert er mit einem Antrag, sucht er andere Wege, um seine Themen zu platzieren. „Wenn eine Tür zugeht, suche ich neue Wege“, so Schmidt, „also twittere ich demnächst eben aus der Sitzung.“. Auch die Windkraft haben sie bereits auf der Agenda, denn die FDP möchte das empfindliche Ökosystem im Wald schützen. Ansonsten räumen die Herren ein, dass sie sich mit den gemeindlichen Themen wie dem Haushalt erstmal auseinandersetzen und reinarbeiten müssen. Ein Thema, bei dem Reiner Schmidt demnächst nachhaken möchte, ist die Sanierung vom Schwimmbad. Es gab Bestrebungen, eine energetisch bessere Heizanlage zu installieren, doch irgendwie verliefen die Bemühungen dann im Sande. Da werde er demnächst nachhaken, was aus diesem Projekt wurde.

Positive Reaktionen auf die Gründung

Die Bürger in der Gemeinde haben sehr gut auf die Gründung der FDP Dornburg reagiert, so Langschied. „Es war ein Achtungserfolg, weil wir zeigen können, dass die FDP lebt“, so der Schatzmeister. Im Kreis könne die FDP auf einen Mitgliederzuwachs von zehn Prozent blicken und dies sei beachtlich. Die drei möchten mit den Bürgern gemeinsam über Probleme sprechen, Diskussionen anregen und Impulse in die alteingesessenen Strukturen geben ganz nach dem Motto „Neue Wege, neuer Mut, neuer Schöpfungswille“.
Sind sie bei Veranstaltungen unterwegs, erfahren sie viele positive Reaktionen. So wurde Reiner Schmidt dafür gelobt, wie er Außenstehenden die Kommunalpolitik näher bringt und das Interesse dafür weckt. Bei solchen Rückmeldungen weiß Reiner Schmidt, dass sich das ganze Engagement lohnt. Für alle drei ist klar, dass sie bei der nächsten Kommunalwahl mit einer eigenen Liste antreten wollen. Bis dahin hoffen sie, dass noch einige Bürger den Weg zur FDP finden und sich politisch für Dornburg engagieren wollen.

Wer sich einen eigenen Eindruck von diesen neuen Impulsen machen möchte, kann diese auf Facebook machen auf der Seite von Reiner Schmidt.

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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