Interview mit Florian Brandhoff: Gesunder dank Triathlon

Florian Brandhoff (40) ist Unternehmensberater und Teamleiter im Steuerbüro Brandhoff aus Hessen. Wir lernten uns in den sozialen Netzwerken kennen und haben von den beruflichen Interessen die neuen Medien betreffend einige Schnittpunkte. Interviewt habe ich ihn jedoch zu seinen sportlichen Ambitionen, denn Florian Brandhoff macht Triathlon. Ich fragte ihn, wie er zu diesem Sport kam, mit welchen Herausforderungen er kämpfte und wie sich das Ganze auf seine Gesundheit auswirkt.

Zusammenbruch und Kehrtwende

Wie bist Du zum Triathlon gekommen?

Florian Brandhoff: Seit über 20 Jahren kämpfe ich mit Bluthochdruck und nehme Medikamente, um diesen zu senken. 2012 ging es mir gesundheitlich sehr schlecht und ich beschloss, dass sich was ändern muss. Also ging ich zu einer Sport- und Ernährungsberatung. Ich sollte Fisch essen, auf Fleisch verzichten und weniger Kohlenhydrate zu mir nehmen. Dazu 5-8 ganz lockere Sporteinheiten aus Schwimmen, Laufen und Radfahren im Wechsel. Seit damals konnte ich die Medikamentendosis halbieren, verlor 15 kg Gewicht. Indem ich fitter wurde, stiegen meine Ambitionen.

Hast Du davor nie Sport getrieben?

Florian Brandhoff: Ich habe schon immer Tennis und Fußball gespielt, später nur noch Tennis. Zwischendurch habe ich immer wieder pausiert, weil es schlecht für den Bluthochdruck war. Und dann habe ich immer wieder angefangen, wenn es mir besser ging.

Wann kam die Wende?

Florian Brandhoff: In 2012 befand ich mich in einer Extremsituation. Ich war mit dem Mountainbike unterwegs und bin zusammengeklappt. Es ging nichts mehr und ich war kurz vor einem Herzinfarkt. Danach ging ich zur Ernährungsberaterin, um die Flucht nach vorne anzutreten.

Wie sah die erste Zeit nach dem Zusammenbruch aus?

Florian Brandhoff: Ich machte Sport auf einem sehr niedrigen Level ohne überhaupt an Triathlon zu denken. Ich lief ein bisschen, fuhr ein wenig Rad und schwamm ein wenig. Dazu kam die Empfehlung, mich vier Wochen sehr vitaminreich zu ernähren und auf Fleisch zu verzichten. Bis heute esse ich Obst, Gemüse, Fisch und Eier. Ich verzichte vollständig auf Fleisch, weil mir die Umstellung so gut bekommen ist.

Lag das Problem alleine beim Sport?

Florian Brandhoff: Nein. Im Zuge dessen habe ich meinen gesamten Tagesablauf analysiert. Mir war nicht bewusst, wie viel ich eigentlich gearbeitet hatte. Ich habe meinen gesamten Tagesablauf neu strukturiert und die Aufgaben mehr verteilt. Dazu habe ich mich neue auf meinen Körper eingestellt und ein besseres Körperbewusstsein entwickelt.

Ernährst du dich noch immer nur vegetarisch?

Florian Brandhoff: Ja, ich bin da strikt im Kopf. Im Moment fehlt mir nichts und die Erinnerung an Fleisch ist auch nicht mehr da. Ich weiß aber heute nicht, ob ich für immer darauf verzichte. Meine Frau zog ein Jahr später mit. Bei den Kindern bestehen wir nicht darauf. Die sollen später für sich selbst entscheiden. Es hat auch sehr lange gedauert, bis die Kinder meine Ernährung mal hinterfragt haben, weil ich den Fleischverzicht nicht an die große Glocke gehängt habe.

Der Weg zum Triathlon

Wie gestaltete sich der Schritt von deinem neuen Leben zum Triathlon hin?

Florian Brandhoff: Ich absolvierte sechs bis acht Trainingseinheiten die Woche. Dies war manchmal sehr langweilig und stupide. Ich brauchte ein Ziel, auf welches ich hinstrebe. Dann kam der Triathlon in Dieburg und ich nahm mit der Vorgabe daran teil, nur 85 Prozent zu geben. Somit hatte ich einen Termin, an dem ich besonders fit sein wollte.

Wie war dein erster Triathlon?

Florian Brandhoff: Ich startete mit einem alten Mountainbike mit breiter Straßenbereifung. Ich fand den Triathlon so geil, dass ich mir ein Rennrad gekauft habe. Weiterhin habe ich mir eine Pulsuhr gekauft, um meinen Puls im Blick zu haben. Es wird für mich gefährlich, wenn der über 180 geht und ich gehe nur selten über 165 hinaus.

Was fasziniert dich am Triathlon?

Florian Brandhoff: Es ist spannend, die drei Sportarten zu absolvieren. Die Kräfte müssen eingeteilt werden. Ich muss ausloten, wie viel ich bei den einzelnen Disziplinen geben kann.

Welche Herausforderungen bedeutet dieser Sport für dich?

Florian Brandhoff: Die Übergänge zwischen den einzelnen Disziplinen müssen geübt werden. Beim ersten Mal vergaß ich meinen Pulsgurt nach dem Schwimmen und war unsicher, weil ich mich nicht kontrollieren konnte. Viele Dinge lernt man einfach erst mit der Zeit.

Hast du auch mit dir selbst zu kämpfen?

Florian Brandhoff: Ich musste für mich lernen, nicht immer besser zu werden und den Läufer vor mir überholen zu wollen, sondern den Sport für mich zu machen. Der Sport soll ja in erster Linie meiner Gesundheit dienen. Das war die schwerste Hürde für mich- nicht zu ehrgeizig da ran zu gehen.

Wie übst du die Übergänge zwischen den einzelnen Disziplinen?

Florian Brandhoff: Ich mache ein sogenanntes Koppeltraining, also Laufen-Radfahren-Laufen im Wechsel. Die Übergänge müssen geübt werden, um die Muskulatur daran zu gewöhnen. Die letzten km beim Radfahren sollte man sich ein wenig rausnehmen, damit es dann mit dem Laufen klappt.

Würdest du auch anderen zu diesem Sport raten?

Florian Brandhoff: Auf alle Fälle kann ich dies nur jedem empfehlen. Es handelt sich nicht um eine einseitige Belastung und das Verletzungsrisiko ist dadurch geringer. Ein Nachteil ist jedoch der Zeitaufwand sowie das Equipment.

Training für den Triathlon

Wie sieht dein Trainingsaufwand aus?

Florian Brandhoff: Im Sommer gehe ich 3x die Woche laufen, 2x Rad fahren und 1x schwimmen. Dazu kommen Kardio-Übungen und mein „Daily Walk“ von bis zu 20 Minuten, damit mir die Beine vom vielen sitzen nicht zu schwer werden. Im Winter laufe ich nur und fahre kein Rad.

Somebody was watching me the other day #dailywalk #rabbit #rabbitgram

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 Auf seinen Daily Walks kannst du Florian auf Instagram begleiten.

 

Wann bindest du dieses Training in deinen Tagesablauf ein?

Florian Brandhoff: In der Mittagspause mache ich die Kardio-Übungen oder den Daily Walk. Am Wochenende trainiere ich die einzelnen Disziplinen. Dann passiert es, dass ich Sonntag auch schon mal um 7 Uhr starte. Dies wirkt sich natürlich auf den Abend vorher aus, weil ich nicht so lange aufbleiben kann. Ich achte dadurch also noch bewusster auf ausreichend Schlaf, der mit gut tut.

Wie sieht deine Ernährung vor einem Triathlon aus?

Florian Brandhoff: Ich trinke 4 Wochen vor einem Triathlon keinen Alkohol und 1 Woche vorher mache ich kein Training mehr, sondern regeneriere und nehme etwas mehr Kohlenhydrate als sonst zu mir. Seit 3 Jahren trinke ich keinen Kaffee mehr (wegen des Bluthochdrucks). Seit Neujahr 2017 trinke ich keine Energydrinks mehr, die ich immer mal wieder konsumiert habe, weil ich zuletzt gemerkt habe, dass mir das sehr schlecht bekommt. Tee trinke ich sehr viel über den Tag. Gegen 9 und gegen 16 Uhr trinke ich meist eine Tasse Schwarztee.

Welche Ziele hast du?

Florian Brandhoff:

Im letzten Jahr konnte ich verletzungsbedingt keinen Triathlon absolvieren. In diesem Jahr habe ich mich ein wenig beim Tennis übernommen, dass ich seit letztem Jahr wieder aktiv mit einer Mannschaft spiele. Seit 1,5 Jahren bin ich ein wenig mit mir am Kämpfen mit den Belastungen. Dennoch würde ich sehr gerne irgendwann mal einen Halb-Ironman mitmachen. Ob es klappt, weiß ich nicht. Aber es ist ein motivierendes Ziel, auf das ich hinstrebe.

Natürlich kannst du Florian bei seinem Training begleiten, denn er schreibt regelmäßig in seinem Blog darüber.

 

 

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

2 Gedanken zu „Interview mit Florian Brandhoff: Gesunder dank Triathlon

  • 1. Juni 2017 um 7:12
    Permalink

    Ein sehr interessantes Interview und es spannend, so mehr über den Bloggerkollegen Florian zu erleben. Es ist sehr schön zu lesen, wie er seine Gesundheit mit dem Triathlon wieder auf ein ganz neues Level gebracht hat.

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    • 9. Juni 2017 um 10:22
      Permalink

      Vielen Dank. Ja ich habe ihn auch erst eher beruflich kennengelernt und dann sprach er an, dass er aufgrund der Gesundheit Triathlon macht. Dies weckte meine Neugierde.

      Antwort

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