Discofieber, Figurenprobleme und Männerwahn – Frauenfastnacht in Elz

Mit einem Discofeuerwerk brachten die Frauen der kfd Elz das Bürgerhaus bei der Frauenfastnacht zum Brodeln. Die Frauen zeigten, dass sie mit viel Humor über sich selbst lachen können und die Männer etwas anders geartet sind. Diese feinen Sketche wurden eingerahmt von rasanten Tänzen und Schlagern.

Bis auf den letzten Platz war das Bürgerhaus besetzt und von der Bühne herunter gab es einen Blick auf ein buntes Meer an Kostümen. Dies passte wunderbar zum Motto „Disco – Licht aus, Spot an“.  Bunt, kurzweilig und mit viel Spaß ging der Abend vorüber.

Figurenprobleme – Probleme mit der Figur?

Frau zu sein ist nicht immer leicht. Mit den Idealmaßen im Kopf ist jeder Blick in den Spiegel mit einem kleinen Schock verbunden. Da ein Röllchen, dort ein Röllchen, die Hose die kneift – ein Problem, dass wir alle kennen. Dass die Frauen damit kein Problem haben und es immer auf die Sichtweise ankommt, zeigten sie auf amüsante Weise. Sie zeigten, dass sie sehr wohl über sich selbst lachen können und genierten sich auch nicht, mit einem Kleid auf der Bühne rumzurennen, was ihnen mal gepasst hat und wo nun der Reißverschluss klemmte. Aus dem Wunsch „Ich wäre gerne ein blonder, schlanker Hase“ wird der Stolz „ich bin ein wohlgeformter Hase.“ Und da alle Frauen diese Probleme kennen, konnten auch alle so herzhaft mitlachen. Denn die Gedanken, welche auf der Bühne präsentiert wurden, gingen schon mal jeder Frau durch den Kopf. In „Mein kleines Schwarzes“ besangen die Frauen die Figur und der Stammtisch „Pretty Woman“ nahm sich dem Thema auch an. Petra Reusch, Sandra Krüger und Silvia Trür hatten jedoch für alles die passende Erklärung parat. Der Bauch stammt von einem Wespenstich von vor fünf Jahren (die Viecher werden auch immer aggressiver), statt Wespentaille ist eine Hummelhüfte auch ganz nett und die Brüste hängen nicht sondern chillen. Und wenn die Frauen nicht über sich selbst lachten, dann über die Männer. Die hätten ein völlig falsches Selbstbild von sich. Buddha ist kein griechischer Gott.

Bunter Strauß an Sketchen

So bunt wie das Leben, so bunt präsentierte die kfd auch ihre Sketche. Wie schnell ein Konflikt zwischen einem Ordnungshüter und einem Bürger entstehen kann, weil man im Halteverbot ein Taschentuch aus der Hose ziehen möchte, statt einen Autoschlüssel, erlebten Petra Repp, Irina Brandt, Sandra Krüger und Ilka Arnold. Wie groß der Unterschied beim Duschen zwischen Mann und Frau ist, demonstrierten sehr herrlich Katja Haney, Suse Bös und Patricia Beck, welche der Duschanleitung von Kerstin Haney folgten. Während Frauen einem festgelegten Ritual folgen aus Haare einweichen, Beine rasieren, Gesicht waschen und Füße enthornen, gleicht es bei den Männern eher einer Katzenwäsche, wo egal, was an den Körper kommt. Sehr herzhaft wurde dabei gelacht, denn die Darstellung war einfach zu komisch.
Petra Repp, Carmen Sehr und Judith Müller-Grunwald gaben Einblicke in die Denkweise von Blondinen. Natürlich ist der Mond näher als London oder könnt ihr London von Elz aus sehen? Der PC steht auf dem Fußboden am sichersten, damit er nicht abstürzt. Und überhaupt hat man es als Blondine echt nicht leicht.
Was einem auf einer modernen Toilette alles passieren, zeigte Petra Repp sehr anschaulich. Da fand sie doch bei einem Besuch ihrer Freundin eine Fernbedienung auf der Toilette und probierte diese durch. Von einer sanften Dusche über ruppiges abkärchern bis hin zum fönen machte sie alles durch. Sehr amüsant dabei ihre wechselnden Gesichtsausdrücke.

Ein Tee für alle Lebenslagen

Wer braucht schon Pillen, Urlaub oder Therapie, wenn er einen Tee trinken kann? Judith Müller-Grunwald konzipierte das Stück „Die Brühnetten“ und entführte in die Welt der Teesorten. Fenchel- und Entspannungstee, Verdauungstee und Heiße Liebe, Türkischer Apfeltee oder Harmonie – für jede Lebenslage gibt es den passenden Tee. Und alles kalorien- sowie glutenfrei. Da braucht es nichts anderes.
Dass es auch ein Bauchredner nicht leicht hatte, zeigte Herr Braun (Heike Braun) mit seinem Mariechen (Judith Müller-Grunwald). Das kleine Mariechen trieb so manchen Schabernack mit Herrn Braun, so dass es diesem doch ein wenig peinlich auf der Bühne wurde. Doch das Mariechen nahm kein Blatt vor den Mund und sprudelte nur so über.
Den Mörderweibern (Heike Braun, Carmen Eufinger, Judith Müller-Grunwald, Ilka Arnold) möchte niemand nachts im Dunkeln begegnen, denn diese kennen sich sehr gut darin aus, jemanden um die Ecke zu bringen. Bisher mussten dies nur ihre Männer erfahren, welche ihnen lästig wurden. „Wieder mal sind wir zu haben“ sangen sie als Trauerweiber, aber vorerst sind sie nicht mehr auf dem Heiratsmarkt, denn die Polizei führte sie ab. Eine kleine Lektion in Sachen Flirten gaben Ilka Arnold und Kerstin Razborsek.

Medleys, Schulrock und mehr

Locker, amüsant führten Bettina und Anja Wilhelm durch das Programm, nahmen technische Probleme nicht zu ernst und überspielten diese einfach. Während der Umbauphasen animierten sie die Damen mit ihren Schlagermedleys zum Tanzen und Mitsingen. Dazwischen wirbelten die Gardetänzerinnen vom TV Elz, die Wambachstelzen sowie die Illusion Dancers vom Royal Ballett über die Bühne. Ein Höhepunkt des Abends waren Konny Neu-Müller und Ulrike Wingenbach, welche als Berliner Lehrerinnen die Bühne rockten. Streng und mit hochgeschlossener Bluse verwandelten sich sich in Rockerladys. Zum krönenden Abschluss entführten die Montanas dann ans Meer.
Nach dem Programm ging es noch in der Disco weiter, wo ausgelassen bis zum frühen Morgen getanzt wurde.

Es war ein toller Abend, mit einem bunten, abwechslungsreichen Programm, welches die Frauen auf die Bühne gestellt haben. Kurzweilig und mit viel Humor verging die Zeit wie im Fluge.
Fotos von dem Abend könnt ihr in der Fotostrecke finden.

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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