Freiwillige Feuerwehr Elz – Von der Jahreshauptversammlung zum Großeinsatz

Der Abend begann recht gemütlich um 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus mit der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Elz und Malmeneich. Gemeindebrandinspektor Hilmar von Schenk stellte den Jahresbericht vor. Der Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich wollte gerade die Ehrenplakette für 125 Jahre FFW Elz überreichen, als die Melder losgingen. Saßen die Männer und Frauen gerade noch gemütlich da, sprangen sie auf und waren weg. Zurück blieben geladene Gäste sowie die älteren Feuerwehrmänner. Am Anfang noch davon ausgegangen, dass alle recht schnell wieder im Dorfgemeinschaftshaus zusammenkommen entwickelte sich das Ganze zu einem Großeinsatz.

Gasaustritt Seniorenwohnzentrum (SWZ) Elz – Polizeimeldung

Am Mittwoch, 29.11.2017, 19:55 Uhr, kam es im Seniorenzentrum Elz zu einem Großeinsatz der Feuerwehr und mehreren Rettungswagen. Beim Einsatz eines Rettungswagens in einem Zimmer des Heims schlug ein CO- Warner der Einsatzkräfte Alarm. Aufgrund der angezeigten Werte wurde über die Rettungsleitstelle ein Notfallplan ausgelöst, der den Einsatz starker Kräfte der Feuerwehr und Rettung erforderte. Insgesamt 30 Bewohner des Seniorenheims mussten vorübergehend aus dem betroffenen Wohnbereich evakuiert werden. 3 Heimbewohner (71, 76 u. 82 Jahre alt) und die Besatzung des Rettungswagens wurden zur weiteren Untersuchung in ein Krankenhaus verbracht.

Der betroffene Gebäudeteil wurde intensiv nach einer möglichen Ursache abgesucht. Hierzu waren auch der Haustechniker und der Schornsteinfeger hinzugezogen worden. Auffälligkeiten konnten im betroffenen Bereich nicht gemessen werden. Es stellte sich durch Abgleich der verschiedenen Messgeräte und -methoden schließlich heraus, dass es sich bei dem Alarm um einen Messfehler des anschlagenden CO- Warners gehandelt haben musste. Die Heimbewohner konnten um 22:45 Uhr wieder in ihre Zimmer verlegt werden. Der Einsatz erforderte die Alarmierung von 3 Feuerwehren (Limburg, Elz und Malmeneich) mit ca. 80 Feuerwehrleuten und ca. 120 Rettungskräften (DRK, Malteser und THW).

Außerordentliches Engagement

Bisher erlebte ich die Feuerwehr immer nur bei Übungen. Als sich gestern abzeichnete, dass die Jahreshauptversammlung zu Ende ist, bin ich auch zum SWZ gefahren, um mir die Sache vor Ort anzuschauen. Es herrschte rege Betriebsamkeit, doch alles griff ruhig und geordnete ineinander über. Atemschutzträger überprüften das Gebäude Zimmer für Zimmer. Diese Teams wechselten sich ab. Die Rettungskräfte vom DRK versorgten die Bewohner in einem großen Saal im Erdgeschoss. Es war ein kalter Abend und eigentlich dachte ich, dass die Feuerwehrleute durch ihre Schutzkleidung recht gut geschützt sind. Doch einer meinte dann zu mir: „Ich habe noch mein Hemd und Krawatte drunter. So warm ist es nicht.“ Ich kann nur den Hut ziehen vor dem, was da gestern Abend geleistet wurde.

Mit dem Ende des Einsatzes war aber noch  nicht Feierabend für alle Rettungskräfte. Die Feuerwehrmänner überprüften die Ausrüstung, machten sie wieder einsatzbereit und füllten die Druckluftflaschen der Atemschutzträger nach. Und dies alles als ehrenamtliches Engagement.

Zahlen aus der Jahreshauptversammlung: 75 + 1 Einsätze

Nach dem gestrigen Abend erhöht sich die Zahl der Einsätze in 2017 von 75 auf 76, womit das Jahr etwas ruhiger war als 2016. Ich habe noch ein paar interessante Zahlen für euch, damit ihr eine Vorstellung davon erhaltet, was die Elzer Feuerwehr im Jahr leistet.

  • 1.330 Einsatzstunden
  • 1.505 Stunden Gerätewartung
  • 2.645 Übungsstunden an den Standorten Elz und Malmeneich
  • 92 Lehrgänge mit rund 1.182 Ausbildungsstunden
  • 126 Stunden tagten Gruppen und Zugführer zur Aktualisierung von Einsatzplänen und fachlichen Weiterbildung
  • 168 Arbeitsstunden des Teams Einsatzleitwagen (ELW)
  • insgesamt 4.198 Aus- und Fortbildungsstunden
  • 563 Arbeitsstunden des Katastrophenlöschzuges
  • 1.360 Stunden Jugendarbeit
  • 100 Schulstunden Brandschutzerziehung
  • insgesamt 9.325 dokumentierte unentgeltliche Arbeitsstunden für die Sicherstellung des Brandschutzes und einer schnellen Hilfeleistung in der Gemeinde = 388 Tage!

Glotzen und unbedachte Bemerkungen

Ich habe noch einige Bemerkungen am Rande: Ich kann mir vorstellen, dass die Leute wissen wollen, was passiert ist, wenn die Straßen voller Blaulicht sind. Aber ich fand es dann doch erschreckend, dass die Autos enorm langsam an der Schulstraße vorbei fuhren um zu schauen und die Rettungskräfte sie antreiben mussten, doch weiterzufahren.
Bei den ersten Meldungen heute morgen, dass der Alarm wohl durch einen Messfehler des CO-Warners ausgelöst wurde, kamen bereits die ersten Stimmen, die gegen diesen Großeinsatz sprachen. Mal ehrlich – die Einsatzkräfte, die alle ehrenamtlich aktiv sind, haben sich den Abend sicher nicht so vorgestellt und aus Spaß fast vier Stunden vor Ort geprüft, geschaut und die Bewohner versorgt. Je nach Alarmierung setzt sich eine Kette in Gang, um Menschenleben zu retten und Schlimmeres zu verhindern. Diese Kette kann nicht erst aktiviert werden, wenn alles geprüft ist – dann hätte es für den einen oder anderen bereits zu spät sein können. CO wirkt sehr schnell und kann recht zügig zum Tod führen. Dies ist manch einem wohl nicht bewusst.
Daher bitte ich die Menschen in den Sozialen Medien, ein wenig nachzudenken, bevor sie einfach ihre Gedanken in die Öffentlichkeit hinausposaunen.

Offizieller Bericht des Gemeindebrandinspektors Hilmar von Schenk

Arbeitsreicher Tag für die Elzer Feuerwehr

Am Mittwochnachmittag, 29.11., wurde die Feuerwehr gegen 14:40 Uhr zu einem schweren Verkehrsunfall nach Malmeneich alarmiert. Aufgrund eines plötzlich auftretenden gesundheitlichen Problems war eine Autofahrerin in der Obererbacher Straße mit zwei entgegenkommenden Fahrzeugen kollidiert und anschließend gegen eine Mauer geprallt. Da das Fahrzeug mit der Fahrerseite direkt an der Mauer stand, war die Fahrerin zunächst im Fahrzeug eingeschlossen. Ersthelfer und die „Helfer vor Ort“ des DRK-Ortsverbandes Elz versorgten die Verletzte bis zum Eintreffen von Feuerwehr und Rettungsdienst vorbildlich. 21 Kräfte des Rüstzugs der Feuerwehr Elz sowie vier Kameraden der Feuerwehr Malmeneich waren im Einsatz.

Am Abend begann die gemeinsame Jahreshauptversammlung der Feuerwehr der Gemeinde Elz um 19:30 Uhr im Malmeneicher Bürgerhaus. Die Jahresberichte der Fachabteilungen waren gerade vorgetragen und Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich hatte sein Grußwort begonnen, um anschließend besondere Ehrungen vorzunehmen, als um 20:15 Uhr Vollalarm für die Feuerwehr mit der Meldung „CO-Gasaustritt in Seniorenwohnheim“ ausgelöst wurde. Schnell waren die Uniformen gegen die Einsatzkleidung getauscht und die ersten Einsatzfahrzeuge rückten aus.

Bei einem Rettungsdienst-Einsatz hatte in einem Zimmer des Heims ein CO (Kohlenmonoxid)-Warner der Einsatzkräfte Alarm ausgelöst. Aufgrund der angezeigten Werte wurde vom Notarzt über die Rettungsleitstelle ein MANV-Alarm (Massenanfall von Verletzten) ausgelöst, der den Einsatz starker Kräfte der Feuerwehr und Rettung erforderte. Insgesamt 30 Bewohner des Seniorenheims mussten vorübergehend aus dem betroffenen Wohnbereich evakuiert werden. Drei Heimbewohner und die Besatzung des Rettungswagens wurden zur weiteren Untersuchung in ein Krankenhaus verbracht. Während ein Teil der Feuerwehrkräfte mit der Evakuierung der Bewohner beschäftigt war, führte ein weiterer Teil parallel Kontrollmessungen im gesamten Haus durch, um zum einen die betroffenen Bereiche zu detektieren, als auch die Ursache des CO-Alarms zu ergründen. Da die Gebäudegröße und die Menge der benötigten Messtechnik die personellen und technischen Möglichkeiten der Elzer Feuerwehr übertraf, wurde zusätzlich die Feuerwehr Limburg mit Personal und Messtechnik angefordert. Zudem wurden auch der Haustechniker sowie der zuständige Schornsteinfeger hinzugezogen. Auffälligkeiten konnten durch die Feuerwehr im betroffenen Bereich jedoch nicht gemessen werden. Schließlich stellte sich durch Abgleich der verschiedenen Messgeräte und -methoden heraus, dass es sich bei dem Alarm um einen Messfehler des anschlagenden CO- Warners gehandelt haben musste. Die Heimbewohner konnten ab 22:30 Uhr wieder in ihre Zimmer verlegt werden. Im Einsatz waren 29 Einsatzkräfte der Elzer Feuerwehr, 6 der Malmeneicher Feuerwehr, sowie 27 der Limburger Feuerwehr, zudem rund 120 Kräfte der Rettungsdienste.  hvs

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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