Freiwillige Feuerwehr Niederhadamar gründet Kinderfeuerwehr

Im zweiten Anlauf möchte die Freiwillige Feuerwehr Niederhadamar eine Kinderfeuerwehr gründen und lädt alle Interessierten zu einem Informationsabend ein.

Druck aus der Bevölkerung

Die Kinder können es kaum noch erwarten, dass sie zur Kinderfeuerwehr gehen können. Sie dürfen vor dem Feuerwehrhaus zur Probe Zielübungen mit einem Wasserstrahl machen und sind total begeistert. „Das macht Spaß“, ist zu hören. Sie möchten lieber heute als morgen loslegen, doch ein wenig müssen sie sich noch gedulden.
Die Freiwillige Feuerwehr (FFW) Niederhadamar möchte im zweiten Anlauf eine Kinderfeuerwehr gründen. Bereits vor zwei Jahren starteten sie einen Versuch, doch damals war die Manpower einfach noch nicht gegeben, die ein solches Projekt benötigt, erzählt Matthias Dietz, zweiter Vorsitzender vom Förderverein der Feuerwehr. Inzwischen haben sich sechs Feuerwehrleute bereiterklärt mitzuwirken und das Projekt kann starten. Hinzu kam der Druck aus der Bevölkerung. „Wir sind verstärkt gefragt worden, ob wir etwas für Kinder machen würden“, so Dietz weiter. Dabei war die Kinderfeuerwehr nicht mal Kernthema in diesem Jahr, da das Feuerwehrhaus zurzeit saniert wird und ein wenig Chaos herrscht. Für diese Maßnahmen investiert die FFW 15.000 Euro.

Pädagogische Kräfte als Leitung der Kinderfeuerwehr

Das hessische Brand- und Katastrophenschutzgesetz gibt vor, dass der Leiter einer Kinderfeuerwehr pädagogisch ausgebildet sein sollte. Da traf es sich gut, dass die Feuerwehr mit Sascha Feickert, einem Erzieher und Frank Niklas, einem Lehrer, pädagogischen Zuwachs erhielt. Sascha Feickert kommt nicht aus der Gegend und hatte zehn Jahr mit seinem Einsatz als Feuerwehrmann pausiert. Vor einem Jahr zog er nach Niederhadamar und suchte Anschluss bei den Kameraden. Bereits nach dem dritten Dienst wurde er gefragt, ob er sich die Leitung einer Kinderfeuerwehr vorstellen könne. Frank Niklas ist mit 40 Jahren ein absoluter Quereinsteiger bei der Feuerwehr. Er hatte damit vorher nichts am Hut und hat auch mit sich gehadert, ob er nicht schon zu alt sei für einen Beginn bei der FFW. Er las immer wieder über die Probleme der Feuerwehr und für ihn war klar, wenn keiner etwas macht, dann passiert nichts. Gerne wurde er aufgenommen und erklärte sich ebenfalls bereit, das Projekt Kinderfeuerwehr mit zu unterstützen.

Gemeinschaft im Mittelpunkt

Die Kinder sollten Spaß am Miteinander mitbringen, so Sascha Feickert. „Bei uns kann jeder mitmachen, jeder findet seine Nische“, ist er überzeugt. Matthias Dietz möchte den Kindern vorleben, dass es auf das Miteinander ankommt. „Wir sind in einer Gesellschaft, wo jeder nur noch an sich denkt“, so Dietz, „doch nur durch die Gemeinschaft kann eine Gesellschaft funktionieren.“ Mit der Kinderfeuerwehr kann im Kleinen angefangen werden, das Miteinander zu üben.

Sascha Feickert merkt an, dass die Feuerwehrübungen an sich sehr stark reduziert werden. Die Kinder werden auch mal Löschübungen machen, doch im Mittelpunkt steht Spiel und Spaß und das Miteinander. Frank Niklas möchte mit den Kindern Erste-Hilfe-Maßnahmen üben und dann auch das Miteinander mit anderen Hilfsorganisationen anstreben. Ebenfalls sind Ausflüge zu anderen Rettungsdiensten oder zu verschiedenen Feuerwehrthemen geplant. „Die verschiedenen Übungen werden für die Kinder heruntergebrochen“, erklärt Feickert. So können bei einer Wanderung im Wald erste Übungen mit einem Funkgerät stattfinden. Dabei soll den Kindern nichts aufgezwungen werden, sondern es soll ihnen Spaß machen.

Der Informationsabend findet für Eltern und Kinder findet am Donnerstag, 21. September um 18.30 Uhr im Feuerwehrhaus, Mainzer Landstraße 120 statt. Angesprochen sind alle Kinder zwischen sechs und neun Jahren. Die Treffen der Kinderfeuerwehr sollen alle drei Wochen samstags für 1,5 Stunden stattfinden. Die Kinder müssen keinen Mitgliedsbeitrag zahlen.
Die Kinderfeuerwehr selbst wird dann am 28. Oktober offiziell gegründet.

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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