Galasitzung des KV Niederhadamar: Narrenschiff auf voller Fahrt

In der Halle der Glasfachschule bei der Galasitzung des KV Niederhadamar lichtete der Elferrat die Leinen und ließ das Narrenschiff zum 111.Jubiläum los. Sie nahmen über 300 Narren mit an Bord und in voller Fahrt ging es durch ein buntes, abwechslungsreiches Programm. Flotte Tanznummern, ein Hauch von Nostalgie und lehrreiche Büttenreden wechselten sich ab. Es gab hoheitlichen Besuch von Prinz Torsten II. vom närrischen Gesellenhaus mit seinem Hofstaat.

Mannebacher Wirtschaftsoriginale

Bürgermeister Michael Ruoff ging in die Bütt und nahm die Besucher mit auf eine Reise durch die Mannebacher Straßen, als es an jeder Ecke noch eine Wirtschaft gab. „Was war es früher so schön, in Mannebach in die Wirtschaft zu gehen.“ Dabei schilderte Ruoff die ganzen Eigenarten der damaligen Betreiber wie auch Gäste und auch wenn man selbst die Originale nicht mehr kannte, war es sehr amüsant, wie es der Bürgermeister zum Besten gab. Am Ende fasste er zusammen „Sterben ist nicht so schwer, wenn im Himmel nur eine kleine Mannebacher Wirtschaft wär`.“ Dieser Hauch von Nostalgie passte wunderbar in 111 Jahre KV Hadamar. Auch die „Drei Mannebacher“ – diesmal als Quartett“ taten sich extra nochmal zusammen, um im Stile der Comedian Harmonist längst vergangene Zeiten aufleben zu lassen. 111 Jahre stecken eben voller Geschichten.

Bürgermeister Michael Ruoff berichtete von den Mannebacher Wirtschaftsoriginalen

Berechnung von Wurfwinkel und Gegenwind

Dass es gar nicht so leicht ist, Knollen vom Zugwagen oder Bühne in die Zuschauermenge zu werfen, referierte Prof. Dr. Süß Knoll (Frank Opper) auf sehr anschauliche Weise. Die Wurftechnik ist dabei von besonderer Bedeutung, besonders bei Gegenwind. Die Größe der Bonbons, wie sie in der Hand liegen, müssen dabei einkalkuliert werden, bevor die verschiedenen Wurfphasen ausgeübt werden. Schon Monate vor dem Zug findet ein Probelutschen statt, wird die Zugstrecke vermessen und der Bedarf an Wurfmaterial berechnet und die Knollen werden genau abgezählt. Dabei sei es von größter Wichtigkeit, immer zu warnen „Achtung, Knolle“ und dann zu werfen, sonst gibt es womöglich blaue Augen. Der Kölsche Jung (Moritz Immel) erzählte von seiner neuen Heimat Köln, wo er beim WDR untergekommen ist, weil ein Quotenschönling gebraucht wurde.

Piraten Ahoi und Bauarbeiter

Die Redebeiträge waren dazwischen immer wieder durch Tanzeinlagen aufgelockert. Der Elferrat enterte als Pippi Langstrumpf und ihre Piraten die Bühne. Sie zeigten einen flotten Bühnentanz mit scheppernden Säbeln und stampfenden Füßen. Bereits die Kleinsten standen als Funkenminis auf der Bühne und eröffneten den Abend. Die Funkengarde zeigte zuerst einen Marschtanz, um später als Bauarbeiter die Bühne unsicher zu machen. Zum zweiten Mal kamen die Bordies aus Langendernbach, die mit ihrem akrobatischen Tanz die Frauenherzen höher schlagen ließen.

Reden ohne Punkt und Komma

Bei den Wambachlerchen aus Hundsangen ist der Trend, alles zu gendern, noch nicht angekommen und sie äußerten ihre Gedanken, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Im Wambachbad treffen Schwimmbad-Casanova, Bierverkäufer, CSU-Politiker und AfD-Petry, Donald Trump und Türken aufeinander. Die Hundsänger seien ja tolerant und da könne jeder rein, so lange er sich benimmt. Witzige Dialoge und Lieder wechselten sich ab. Es war ein Spaß, ihnen zuzuhören. Christoph Quernheim geriet auf dem Flohmarkt an eine Wunderlampe, aus der ein blauer Dschinn kam, der nur einen Wunsch erfüllt. Dies habe die Gewerkschaft durchgesetzt, denn bei zu vielen Wünschen herrsche Burnout-Gefahr. Nur blöd, wenn man  nicht weiß, was man sich wünschen soll und der Geist zudem noch an Schwerhörigkeit bzw. eigenem Humor leidet. Dann wird der Wunsch am Ende damit vergeudet, dass es einen riesigen Applaus gibt, weil dies ja eine Seltenheit sei. Der Bauchredner hat wunderbar mit seiner Puppe agiert.

Pfarrer Fuchs durfte mit seiner Gattin Gisela Gans auch nicht fehlen, die genauso viel plappert wie eine Frau. Wer könnte es da dem Pfarrer verdenken, dass er da manchmal an Gänsebraten denkt? Eine schöne, abwechslungsreiche Galasitzung hat die KV Niederhadamar auf die Beine gestellt.

Mehr Bilder vom Abend findet Ihr hier in der Fotostrecke.

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Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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