Gemeindevertretung Waldbrunn – Vertrauenskrise zwischen Feuerwehr und Gemeinde

Bereits in den Haushaltsberatungen zeichnete sich ab, dass die Gemeindevertreter sich intensiv mit dem Thema Feuerwehr auseinandersetzten. Die Abstimmung zu diesen Punkten in der Gemeindevertretung führten dazu, dass 18 Feuerwehrmänner ihre Melder dem Bürgermeister hinlegten und gingen.

18 von 98 Einsatzkräften übergaben nach der gestrigen Abstimmung in der Gemeindevertretung zu den Punkten die Feuerwehr betreffend ihre Melder an den Bürgermeister ab und verließen die Versammlung. Ratlose Blicke und zum Teil Empörung auf Seiten der Gemeindevertreter.

Was benötigt die Feuerwehr?

Die Gemeindevertreter beschlossen über die Punkte, über welche bereits im Bau- sowie Haupt- und Finanzausschuss letzte Woche beraten wurde. Die Gemeinde hat ein Gutachten zum Bedarfs- und Entwicklungsplan für die Feuerwehr bei einem unabhängigen Unternehmen in Auftrag gegeben, welches Mitte 2018 vorliegen soll. Von diesem Unternehmen kamen Empfehlungen, welche jetzt bereits im Haushalt beraten wurden. Bei diesen Empfehlungen ging es um Ersatzkleidungen für die Atemschutzträger für 6.400 Euro, ein Faltbehälter für 5.000 Liter Wasser sowie ein Ankauf eines Grundstückes am Feuerwehrhaus Hausen. Die letzten beiden Anschaffungen wurden durch die Mehrheit CDU/SPD gestrichen. Die Investition für die Ersatzbekleidung wurde ebenfalls gestrichen.  Dafür wurde jedoch der Posten Sonderausgaben Feuerwehr von 9.000 auf 12.000 Euro erhöht. Diese Anträge brachten CDU/SPD ein und erhielten die Mehrheit der Stimmen. Alleine beim Faltbehälter stimmte die Bürgerliste mit für die Streichung.

Ein zweiter Punkt ist die Beschaffung neuer Fahrzeuge. Im nächsten Jahr soll ein Einsatzleitwagen sowie ein Löschfahrzeug für zusammen 380.000 Euro angeschafft werden. Vom Land gebe es Zuschüsse in Höhe von 88.000 Euro. Die CDU stellte den Antrag, diese beiden Posten mit einem verpflichtenden Vermerk zu versehen. Bis zum 30. Juni soll eine Kommission aus Bürgermeister, Gemeindebrandinspektor, einem Vertreter des Gemeindevorstandes und der Gemeindevertretung nach gebrauchten, günstigeren Fahrzeugen suchen. Werden sie nicht fündig, werden die Fahrzeuge für die eingestellte Summe beschafft. Die Bürgerliste möchte lieber Neufahrzeuge anschaffen, weil die Gemeinde am Ende mehr davon habe, weil eventuell kostenintensive Instandhaltungen später eintreten als bei einem gebrauchten.

Einen ausführlichen Bericht zu dem Thema mit Stellungsnahme des Gemeindebrandinspektors findet ihr im NNP Artikel.

Nachtrag: Inzwischen ist der Feuerwehr Waldbrunn wieder einsatzbereit.

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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