Hannah Müller: Nie mit lernen aufgehört

In der Sommerserie „Tagsüber arbeiten, abends studieren“ berichten Menschen von ihren Erfahrungen, sich neben dem Beruf weiter- und fortzubilden. Auch Hannah Müller studiert parallel zu ihrem Job.

Hannah Müller (24) hat sich schon sehr früh für eine Doppelbelastung aus Arbeiten und Lernen entschieden. Geradlinig war ihr bisheriger Weg. Nach dem Abitur 2011 machte sie eine Ausbildung zur Bankkauffrau bei der Kreissparkasse. Nach der Ausbildung ließ sie sich drei Monate beurlauben und machte eine Reise nach Australien, bevor sie im September 2014 ihr Studium der Wirtschaftspsychologie an der Fresenius Hochschule in Idstein begann. Seitdem geht sie 80 Prozent arbeiten und an drei bis fünf Abenden sowie den Samstagen nach Idstein zum Studieren. „Der Weg war für mich von Anfang an klar“, erzählt Hannah Müller, „nur in der Fachrichtung war ich mir noch unsicher.“

Kombination aus Wirtschaft und Psychologie

Die Kombination aus Wirtschaft und Psychologie findet sie sehr spannend. Es handelt sich hierbei um einen Bachelor-Studiengang mit Kursen in Volkswirtschaftslehre, Betriebswirtschaftslehre, Organisationsmanagement, Personalwesen, Marketing und Unternehmensberatung mit einer Regelstudienzeit von acht Semestern. In jedem Semester muss sie in den Fächern Abschlussklausuren schreiben. Hannah Müller konnte direkt im zweiten Semester anfangen, da ihre Ausbildung für das Studium angerechnet wurde. „Das erste Jahr war schon sehr hart“, erinnert sich Müller, „und ich musste mich erst daran gewöhnen.“ In der Ausbildung wechselten sich Lernen und Arbeiten ab. Nach einem Block Lernen war dieser abgeschlossen und sie konnte sich vollständig auf die Arbeit konzentrieren. Nun gehe sie Arbeiten und müsse parallel dazu lernen. Im ersten Jahr war dies sehr anstrengend für sie und sich abends noch für das Studium zu motivieren, war recht schwierig. „Aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier“, lacht sie. Inzwischen habe sie sich sehr gut daran gewöhnt. Sie habe Tage, da geht sie um acht Uhr aus dem Haus und fährt von der Arbeit direkt nach Idstein, um dort nochmal drei Stunden die Schulbank zu drücken. Nach Hause komme sie dann meist gegen 22 Uhr. Dennoch ist sie sehr froh darüber, dass sie nie wirklich aus dem Lernen heraus war.

Ausgleichende Hobbies -Sport und Jagen

Einen Ausgleich zu dieser Doppelbelastung findet sie in ihren Hobbies. Zum einen mache sie gerne Sport, welchen sie sich frei einteilen könne. Und sie geht gerne jagen. Da kann es auch vorkommen, dass sie nach dem Studium abends nochmal in den Wald geht. „Ich muss nicht immer etwas jagen“, so Hannah Müller, „aber die Ruhe der Natur hilft mir sehr beim Abschalten.“ Unterstützung bekommt sie dabei von ihrer Familie und ihren Freunden. Die Freunde mussten sich umstellen, dass Hannah Müller nicht immer springen kann, wenn sie etwas vorhaben. Sie würden auch schon mal ihr Pensum belächeln, aber haben Verständnis dafür. Mit ihrem Freund teilt sie die gleichen Hobbies, so dass sie da gemeinsame Zeit verbringen. „Und es ist ja endlich“, so die Bankkauffrau. Sie schätzt auch ihren Chef in der KSK-Filiale in Ellar, der ihr mit flexiblen Arbeitszeiten sehr entgegenkommt, wodurch ihr das Studium überhaupt erst möglich wurde. Wenn Hannah Müller mit dem Studium fertig ist, möchte sie bei der Kreissparkasse bleiben, da sie sich dort sehr wohl fühlt und gerne in dem Team arbeitet. „Ich möchte die gelernten Dinge aus dem Studium in meine Arbeit einbringen“, erzählt sie. Zurzeit genießt sie die Semesterferien bis September und die Zeit, in der sie mal Pause vom Lernen hat und mit ihren Freunden mehr unternehmen kann.

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.