Horst Evers „Alles außer irdisch“

Habt Ihr Euch schon mal gefragt, warum der Berliner Flughafen nie fertig wird? Oder warum Schalke 04 seit Ende der 50er Jahre nicht mehr Meister wurde?

Ganz überraschende Antworten darauf hat Horst Evers in seinem Roman „Alles außer irdisch“. Er nimmt den Leser auf ein intergalaktisches Abenteuer mit.

Inhalt: Goiko Schulz, 36 Jahre alt und nicht von der intelligentesten Sorte ist die letzte Hoffnung der Erde, damit diese nicht auf dem intergalaktischen Basar verramscht wird. Gemeinsam mit einem russischen Zeitreiseforscher, einer Fahrradkurierin und einer Allianz der sonderbarsten außerirdischen Lebensformen macht er sich auf den Weg zum interplanetaren Verbrauchergerichtshof. Doch schon der Abflug von der Erde gestaltet sich mehr als schwierig, da die Allianz mächtige Gegenspieler hat.

Horst Evers nutzt diese intergalaktische Geschichte, um einen gnadenlosen Blick auf die Erde und die Menschen zu werfen. Bei vielen Beschreibungen musste ich zuerst Lachen, um wenig später festzustellen, wie treffend die Beschreibung eigentlich war und wie nahe sie der Realität kommt.
Nur einige Beispiele:

  • Das Raumschiff kommt nicht von der Erde weg, weil die Türen sich  nicht schließen. Dass Raumschiff selbst beschwert sich, dass die Wartungen immer nur beim Discounter gemacht wurden, weil es da schneller ginge – aber da braucht man sich dann nicht wundern, dass es nicht richtig gemacht wurde.
  • Die Mitglieder der Allianz berichten von Kriegen auf anderen Planeten, welche durch Nichtigkeiten begannen und zu einem allumfassenden Krieg mehrerer Planeten ausarteten, wo sich keiner mehr an die Anfänge erinnern kann (ich dachte da direkt an den Konflikt in Syrien).
  • Da macht sich ein Außerirdischer über Goiko lustig, der Geschäftsbedingungen zustimmt, ohne diese durchzulesen (lest Ihr immer alle Geschäftsbedingungen durch?)
  • In einer Zeitlinie hat die Erde aufgrund der enormen Erderwärmung keine Zukunft mehr, aber noch immer hält ein erheblicher Prozentsatz der Bevölkerung den Klimawandel für eine Erfindung der Umweltlobbyisten.
  • Im intergalaktischen Universum spielt die Erde nur eine kleine Rolle. Dennoch ist sie schützenswert, da man ja nicht weiß, welchen Einfluss ein Verschwinden auf das gesamte Universum hätte (da denke ich an die vielen Rote-Liste-Arten und welche Lebewesen schon gar nicht mehr existiert).

Mir hat die Lektüre dieses Buch sehr viel Spaß gemacht und in einigen Bereichen auch zum Nachdenken angeregt. Insgesamt war es ein sehr kurzweiliger Lesegenuss.

364 Seiten, rowohlt Verlag
€ 19,95

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Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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