Isabel Bogdan: „Der Pfau“

Einer der Pfauen war verrückt geworden.

Um dieses Buch bin ich ein Weile herumgeschlichen und habe lange überlegt, ob ich es mir kaufe. Letzten Endes ist es doch auf meinem Bücherstapel gelandet. Heute möchte ich Euch meine Eindrücke zu Isabel Bogdan „Der Pfau“ aufschreiben. Isabel Bogdan hat bisher als preisgekrönte Übersetzerin englischer Literatur gearbeitet und mit „Der Pfau“ ihren Debütroman veröffentlicht.

Inhalt: Ein heruntergekommener Herrschaftssitz in den schottischen Highlands ist der Schauplatz der Komödie. Lord und Lady McIntosh sind tierlieb und halten auf ihrem Land Pfauen, Gänse und Hunde. Schade nur, dass einer der Pfauen verrückt geworden ist und alles angreift, was blau ist. Dummerweise geschieht das gerade, als Chefbankerin Liz und ihre vierköpfige Abteilung sich mitsamt einer Psychologin und einer Köchin zum Teambuilding in diese ländliche Abgeschiedenheit einfinden. Der verrückt gewordene Pfau, das rustikale Ambiente und ein spontaner Wintereinbruch sorgen dafür, dass das Wochenende ganz anders verläuft als geplant.

Der Roman lässt sich recht leicht lesen, wobei Stellen in ihm drin sind, über die ich ein wenig gestolpert bin. Die Abteilungsleiterin wird zuerst als Chefin der Gruppe vorgestellt. Irgendwann wird bekannt, dass sie Liz heißt. Ab da springt die Autorin hin und her zwischen „Chefin“ und „Liz“, dass ich manchmal das Gefühl hatte, dass zwei Personen vorhanden sind: „fiel der Chefin der Investmentabteilung just in dem Moment, als sie aus der Tür trat beinahe auf den Kopf. Liz bekam einen fürchterlichen Schreck…“
Jeder der Akteure besitzt seine eigenen Probleme und Gedanken, zwischen denen die Autorin ständig hin und her springt. Leider wiederholt sie sich dabei recht häufig, so dass in mir das Gefühl entstand, ständig das Gleiche zu lesen.
Am Ende rekapituliert sie nochmals die ganzen Vorgänge, die in den 226 Seiten davor ausführlich dargelegt worden sind. Mir fehlte etwas am Ende. Ich habe auf den großen Knall gewartet und nicht auf dieses sang- und klanglose Ende, welches mir geboten wurde.

Die Idee zum dem Buch ist sehr gut und als ich merkte, in welche Richtung der Roman steuert, freute ich mich richtig darauf, mehr zu lesen. Doch leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt. Loben muss ich das Cover, denn dieses ist wirklich außergewöhnlich und sticht sofort ins Auge. Auch hat Kiepenheuer & Witsch ein sehr handliches Format gewählt. Dieses Buch nimmt man vom Feeling her erst mal sehr gerne in die Hand.
Für ein kurzweiliges Lesevergnügen kann ich das Buch empfehlen, doch man sollte nicht zu viel erwarten.

„Der Pfau“
Gebundene Ausgabe
248 Seiten, Kiepenheuer & Witsch
18,99 € bei Amazon

 

 

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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