Jahreskonzert der Elzer Musikanten „America 2nd“

Zum traditionellen Jahreskonzert der Elzer Musikanten 1958 e.V. erklingen dieses Jahr amerikanische Klänge durch das Elzer Bürgerhaus. Ich durfte bei den Proben dabei sein und reinhören. Mit dem Dirigenten habe ich über die Herausforderungen gesprochen.

Einblicke in die Probenarbeit

Zu Beginn der Probe tönen knapp 50 Instrumente bunt durcheinander. Da schrillen die Trompeten neben den zwitschernden Flöten und der warmen Tuba. Die Musiker spielen sich ein, stimmen ihre Instrumente und üben einzelne Tonabfolgen. Jeder spielt im eigenen Rhythmus und die hohen sowie tiefen Töne scheinen miteinander zu wetteifern. Doch als Dirigent Paul Pfeiffer an sein Pult geht und den Taktstock hebt, kehrt Stille ein. Die nächsten Minuten ist er damit beschäftigt, die Instrumente aufeinander einzustimmen. Ganz konzentriert hört er auf die Töne nur unterbrochen von seinen Anweisungen „Ich will ein klingendes G, einen Halbton nach oben, einen Ganzton nach oben.“ Als er damit zufrieden ist, geht es an das Proben der einzelnen Stücke.

Glenn Miller und Frank Sinatra

Seit Jahresbeginn proben die Elzer Musikanten für ihr traditionelles Jahreskonzert am Samstag vor Muttertag. Dieses Jahr fällt dieser Tag auf den 13. Mai. Das Programm selbst entwickelt sich über mehrere Wochen. Den Anfang machen das Vor- und das Jugendorchester. Sie bringe Film- und Musical-Melodien zu Gehör aus „Phantom der Oper“ oder „Fluch der Karibik“. Das Orchester präsentiert sich im ersten Teil klassisch mit Stücken von Edvard Grieg oder Vladimir Studnicka. Der zweite Teil ist geprägt von amerikanischen Melodien, was dem Konzert auch seinen Namen gibt. Ein Medley von „Glenn Miller“ Melodien in einer Bearbeitung von Naohiro Iwai werden die Musikanten genauso zum Besten geben, wie das durch Frank Sinatra bekannt gewordene „My way“ oder „What a wonderful world“, welches Louis Armstrong 1968 das erste Mal veröffentlichte. Dies wird komplettiert durch bekannte Stücke aus Swing, Dixie, Rock und Musical. Die Zuhörer werden jedes Jahr mit einem neuen Genre aus der Musik überrascht. Lag der Schwerpunkt im letzten Jahr eher auf volkstümlichen Stücken, wird in diesem Jahr geswingt und gerockt.

Musik muss nach dem Genre klingen

Paul Pfeiffer animiert die Musiker, sich immer wieder auf neue musikalische Genres einzulassen.

Darin besteht auch die Herausforderung für das Orchester, so Paul Pfeiffer. „Wir lassen uns immer wieder auf andere Musikarten ein“, so der Dirigent, „dabei ist es nicht nur wichtig, dass wir es technisch beherrschen, sondern dass es auch nach dem Genre klingt.“ Und er muss darauf achten, dass die Musiker Spaß an der Musik haben. Nur so könnten sie eine gute Show für das Publikum abliefern. Und dieser Anspruch ist bei der Probe zu spüren. „Diese Akkordfolge lässt mich nicht schlafen, weil es einfach  nicht klingt“, steht der Dirigent kopfschüttelnd vor den Musikern. Er lässt verschiedene Musiker mit ihren Instrumenten miteinander spielen, um das Spezielle des Stückes aus ihnen herauszuholen. Alle sind sich einig, mit den „undankbaren Tönen“ kämpfen zu müssen. Die Musiker folgen ihrem Dirigenten, der sie anweist, mal lauter und mal leiser zu spielen, so dass alle  miteinander harmonieren. Und dann wird die schwierige Stelle wieder und wieder geprobt. „Die Stelle stimmt nicht, wenn einer zu früh oder zu spät anfängt“, so Pfeiffer und ermahnt seine Musiker zu mehr Aufmerksamkeit und Disziplin. „Arbeitet an eurer Präzision, denn jeder ist ab dem ersten Ton wichtig.“ Alle arbeiten sehr intensiv an den Stücken, so dass am Ende das ganze Orchester in der Lage ist, den amerikanischen Sound ins Publikum zu transportieren.

Gute Jugendarbeit

Neben den alten Hasen kommen auch immer wieder Jugendliche in das Stammorchester, die im Vororchester und Jugendorchester beginnen. „Unsere gute Nachwuchsarbeit sichert unser Überleben“, so Pfeiffer. Nur durch die Jugendlichen, welche heranwachsen, sind die Elzer Musikanten in der Lage, ein 50-köpfiges Orchester auf die Beine zu stellen und mit der Vielfalt an Blasinstrumenten die verschiedenen Genres zu bedienen. Vom Resultat können sich die Zuhörer am 13. Mai ab 20 Uhr im Elzer Bürgerhaus überzeugen. Karten zu 10 Euro gibt es im Vorverkauf beim „Kiosk am Rats“ in Elz, bei den Musikern sowie über die Internetseite des Vereins www.elzer-musikanten.de

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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