Jahrmarkt der Sinne – ein Fest für Alle

Am Samstag findet zum 2. Mal der Jahrmarkt der Sinne im Bischofsgarten statt. Viel Arbeit steckt hinter diesem Event, zudem alle recht herzlich eingeladen sind. 

Ein geschäftiges Treiben herrscht seit Mittwoch im Bischofsgarten. Bühnen werden errichtet, Sitzgelegenheiten aufgestellt und auf 700 Meter Länge quadratische Kunststoffplatten über die Kieswege verlegt. Der Zugang über den Roßmarkt erhält einseitig eine Rampe. Es ist noch einiges zu tun, bis am Samstag um 12.30 Uhr der zweite Jahrmarkt der Sinne des Caritasverbandes beginnt.

Ein Fest für alle ohne Wenn und Aber

Die Gesellschaft ist vielfältig und bunt. Jung und alt, Menschen mit Beeinträchtigung und ohne, kleine und große, mit Migrationshintergrund und ohne. Es gibt viele Angebote, die immer auf eine bestimmte Menschengruppe zugeschnitten sind und dann hochgelobt werden, weil angebliche Teilhabe gelebt wird. Doch irgendwie erhält diese Menschengruppe durch eine solche Aktion doch wieder nur einen Stempel aufgedrückt und es hat mit gesellschaftlicher Teilhabe wenig zu tun. Beim Jahrmarkt der Sinne gab es von Anfang an kein „wir für die“, sondern immer wir mit allen“. Das beginnt bereits beim Aufbau, bei dem die Männer und Frauen vom Walter-Adlhoch-Haus, die Anlaufstelle für Obdachlose vom Caritasverband, mit anpacken. Alleine für die Gestaltung der barrierefreien Wege beschäftigte 15 Leute für zehn Stunden, erzählt Harry Fenzl, Sachbereichsleitung Wohnungslosenhilfe. Das geht weiter am Jahrmarkt selbst, wo Menschen aus dem Caritasverband ihre Arbeit vorstellen, Aktionen vorbereiten oder am Eingang helfen. Die Band „Nixdruff?“ vom Walter-Adloch-Haus wird den Nachmittag neben zahlreichen anderen Künstlern mitgestalten. Dieses gemeinsam, das Miteinander ist nicht nur bei den Organisatoren zu spüren, sondern beim gesamten Event.

Barrierefreiheit

Michael Guse von „Visions&Concepts“, der das Event zusammen mit dem Caritasverband organisiert, kann sich gut an den ersten Jahrmarkt erinnern. „Wir hatten ein völlig neues Konzept, wussten nicht, ob es ankommt und waren total überrascht über den großen Zuspruch.“ Von Anfang an war der Gedanke hinter dem Event, ein Fest für alle zu gestalten. Um die Gehwege barrierefrei zu gestalten, wurden bereits im letzten Jahre die Wege zur Hälfte mit den Kunststoffplatten belegt. „Wir waren erstaunt, wie viele Menschen mit Einschränkungen da waren“, so Guse. Und vor einem Jahr wurde nicht bedacht, dass sich eventuell auch mal zwei Menschen auf dem barrierefreien Abschnitt begegnen könnten. Daher wurde in diesem Jahr nachgebessert und die Wege komplett mit Kunststoffplatten ausgelegt.
Dabei sollte bei Barrierefreiheit nicht nur an Menschen mit Beeinträchtigungen, mit Rollator oder Rollstuhl gedacht werden. Diese Wege lassen sich auch besser für ältere Menschen laufen, für Familien mit Kinderwagen oder Menschen mit Gehstöcken. Und sogar für Frauen mit Stöckelschuhen, so Guse.

Verlängertes Programm

Durch den großen Zuspruch und die vielen Anregungen gibt es weitere Veränderungen zum letzten Jahr. Abends gibt es ein verlängertes Programm mit einem historischen Wanderkino. Auch soll mit Licht entlang der Mauer und unter den Bäumen für noch mehr Atmosphäre sorgen. Einen Überblick zum Programm findet ihr hier.
Der Eintritt zum Jahrmarkt ist frei. In den Bischofsgarten kommt ihr einmal über den Roßmarkt, wo auch ein historisches Karussell auf die Kinder warten. Einen weiteren, ebenerdigen Zugang gibt es am Eschhöfer Weg.

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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