Jubiläumssitzung beim KV Niederhadamar: Fastnacht ist Ernst und Gaukelei

Geplant waren drei Stunden gemütlichen Beisammen sein mit ein wenig närrischem Programm und heraus kamen fünf Stunden ungebremste Ausgelassenheit bei der Jubiläumssitzung des KV Niederhadamar zu seinem 111 jährigen Bestehen. Der Abend zeigte die wunderbare Gemeinschaft im Dreierbund. Geladene Gäste der karnevalistischen Vereine aus der Region fanden sich in der Glasfachschule ein und hatte ein Programmpunkt als Geschenk im Gepäck.

Kurzweilig und amüsant

Ob Joachim Stanjek, Präsident des KV Niederhadamar, beim Zusammenschreiben des Programms wirklich gedacht hat, dass dies alles so passt? Bereits gegen 22 Uhr hingen wir dem Programm eine Stunde hinterher. Also kurzerhand die Pause gestrichen und weitergemacht. Den Spaß hat es in keiner Weise geschmälert. Als Moderatoren brillierten Peter Meurer und Kai Diefenbach vom Rauchclub Limburg den Abend. Langweilig wurde es mit den beiden nicht. Sie freuten sich, in Mannebach, „einem Ort mit Kultur“, moderieren zu dürfen. Da verzieh man es gerne, dass Kai so seine Probleme mit Namen hatte. Gegenseitig warfen sie sich den Ball zu und waren als Duo einfach nur super. Gekonnt witzig hatten sie zu jedem Programmpunkt einen Spruch auf den Lippen und verloren nie die Aufmerksamkeit des Publikums.

Kai Diefenbach (li) und Peter Meurer führten kurzweilig und humorvoll durch das Programm der Jubiläumssitzung in Niederhadamar.
Kai Diefenbach (li) und Peter Meurer führten kurzweilig und humorvoll durch das Programm.

Sketche aus der Region

Egal, ob es die Kirmesburschen aus Elz waren, die überall ihre Hand mit im Spiel hatten und sich auch mal gegenseitig beim Wasserlassen zur Hand gingen oder das Trigespräch aus dem Rauchclub, die zum wer-weiß-wievielten-Male die Führerscheinprüfung nachholten – der Angriff auf die Lachmuskeln war garantiert. Altendiez brachte das Aschenputtel aus dem Bimbesland mit. Jeder Verein beteiligte sich an dieser gelungenen Jubiläumssitzung. Neben den Ex-Tollitäten im Publikum beehrten auch Nadja I. aus Hundsangen sowie Torsten II. aus Limburg mit ihrem Gefolge die Sitzung.

Büttenreden vom Allerfeinsten

Ein Hörgenuss waren die verschiedenen Büttenredner. Kommen sie sonst nur als Einzelexemplar in den jeweiligen Kappensitzungen vor, traten sie hier geballt auf und starteten einen Angriff auf die Bauchmuskulatur. Bürgermeister Michael Ruoff warf einen Blick zurück auf die Entstehungsgeschichte und lobte die Fastnacht als Motor der Integration, immerhin würden Niederhadamar und Hadamar zumindest die Fastnacht betreffend seit vielen Jahren zusammenarbeiten. Er wagte jedoch auch einen Blick in die Zukunft und mahnte, mit den Programmen origineller als das Fernsehen zu bleiben, damit die Menschen auch weiterhin kommen. Dies gelänge nur mit dem lokalen Bezug, den das Fernsehen nicht bieten kann.

Helga Poppe war um keine Antwort verlegen beim Auswahlkomitee für die nächste Prinzessin, doch leider fiel sie trotzdem durch. Aber ihr Lied hatte sie parat, dichtete kurzerhand das Elzer Kirmeslied um und der Saal tobte. Ganz überraschend machte Pfarrer Friedhelm Meudt seine Aufwartung. Er schaffte es nicht als Bischoff, also wurde er Dschungelcamp-Kandidat. Ebenfalls aus den Rauchclub-Reihen kam Jürgen Fritsche. Der absolute Shootingstar der diesjährigen Session wirft er als Chroniker einen scharfzüngigen Blick auf das aktuelle Politikgeschehen.

Tanzende Augenweiden

Damit nicht nur geredet wird und die Ohren zwischendurch eine Pause bekamen, gab es fliegende Tanzbeine von der KG Hadamar mit einem Solomariechen Tanz und einem Showtanz. Die HCV Juniorinnen und die Mädels aus Schupbach wirbelten auch über die Bühne. Das Programm gestalteten die gesamten befreundeten Vereine. Ganz alleine? Nein! Natürlich ließen es sich die Mannebacher nicht nehmen, sich auch zu präsentieren. Als die „Drei Mannebacher“ traten sie als Quartett auf und bei ihrem Gesang blieb kein Bauchmuskel unberührt.

Ein großartiger Abschluss der ganzen Sitzungen der Session mit einer gelungenen Mischung aus den Höhepunkten. Auch wenn sich die Vereine untereinander besuchen, stellt sich mir die Frage, ob ich bis zum nächsten Jubiläum warten muss, um sowas zu erleben oder ob es doch eine Überlegung wert wäre, sowas häufiger zu gestalten?

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Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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