Kappensitzung Elz 2017: Auf dem griechischen Olymp

Pünktlich um 19.31 Uhr ertönte die Musik und mit viel Helau marschierte der Elferrat der Rotjacken des Kulturkreis Elz in die Narrhalla des Elzer Bürgerhauses ein. Mit im Gefolge Prinzessin Nadja I. vom Löhner Jagdschloss aus Hundsangen, welche der Gesellschaft ihre Aufwartung machte. Endlich sei sie wieder da, „die Atmosphäre, die man greifen kann, die man atmen kann, die bis in die letzte Körperzelle reicht“, so die Tollität. Fastnacht sei ein wirkungsvolles Mittel um Typen wie Erdogan, Trump oder Putin zu ertragen. Auch Torsten II. von närrischen Gesellenhaus und Tollität des diesjährigen Dreierbundes machte mit seinem Gefolge die Aufwartung.

Dies war ein herrschaftlicher Start für die Elzer Kappensitzung unter dem Motto „Sir Taki, Ouzo, Bier und Wein, Giamas alle Jecken k(g)riechen heim“. Die nächsten fünf Stunden feierten 270 Narren ausgelassen bis in den nächsten Tag hinein, tatkräftig unterstützt durch die Elzer Musikanten. Einige Impressionen habe ich euch in einer Fotostrecke zusammengefasst.

Vielfältige Tanzgruppen brachten das Blut in Schwung

Die Gardetanz-Mädchen wie auch die Tänzerinnen vom Royal Ballett brachten richtig Stimmung in den Saal. Das Publikum klatschte begeistert mit. Es war eine große Freude, die bunten Kostüme zu sehen. Den fliegenden Beinen war kaum mit den Augen zu folgen.

Gern gesehene Gäste sind die Bordies aus Langendernbach. In diesem Jahr brachten die Tänzer die Geschichte vom „Zauberlehrling – Die Geister die ich rief“ mit. Mit ihren akrobatischen Elementen ist ihr Tanz immer wieder eine Augenweide. Auch die Wambachstelzen schafften es, die Narren mit zu nehmen mit ihrem Tanz „Ahoi-Alle Mann an Bord“.

Lokalkolorit und Windräder

Die Veranstaltung war stark von Lokalkolorit geprägt. Löblich wurden die Windräder erwähnt, die stets eine frische Brise vom Elzer Wald ins Dorf hineinwehen, so dass die Bürger kräftig durchatmen können. Allein der Gedanke, den Kirmesbaum mit einem Kran stellen zu wollen, rief den Wettergott auf den Plan, der es die ganze Zeit beim Baumstellen aus allen Eimern regnen ließ. Dies sollte den Elzern als Warnung genügen. Eine schnelle Nummer in der Küche ersetzt die kaputte Eieruhr, denn so weiß die Hausfrau genau, wann fünf Minuten rum sind. Der Wissenschaftler Guido Brümmer gab Einblicke in das Seelenleben eines Pubertiers und seine Qual, alleine dieses Wesen am Morgen aus dem Bett zu bekommen, konnten sicher einige im Publikum nachvollziehen.

Neue Sketche und Evergreens

Gerd Hammrich warf scharf pointiert in den Nachrichten einen Blick auf die Welt und Limburg sowie Elz. Herr Lustig und Herr Fein (Horst Kaiser und Guido Brümmer) dürfen auf keiner Sitzung fehlen.

Ihr Appell ging an die Helikoptereltern, die Kinder den Schulweg auch mal alleine laufen zu lassen und sie nicht überall bis vor die Eingangstür zu fahren. Bei einem Gespräch im Toilettenwagen am Kirmesmontag (Jörg und Dirk Hammrich, Peter Welker) gab es Einblicke, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen. Michael Schenk und Stefan Blättel gaben einen Loriot-Sketch und die Tramps von Elz kamen diesmal als Asterix und Obelix (Jörg Hammrich und Guido Brümmer).

Göttlicher Elferrat

Der Abend wird nicht durch die Tischdeko und das Bühnenbild zu einem griechischen Abend – da musste noch mehr her. Und der Elferrat enttäuschte nicht. Als Götter kamen sie vom Olymp herunter. Zeus ließ es knallen und blitzen, Hermes ärgerte sich über die abertausendste Zalando-Lieferung, Kriegsgott Ares verhandelt mal eben mit den Despoten der Welt, wo er als nächsten Krieg führen soll. Dionysos Becher Wein geht kaum größer und Aphrodite zeigte ihre herrlichen Beine. Bei den einzelnen Göttern blieb kein Auge trocken. Und zum Schluss ernannten sie den Wirt vom Bürgerhaus zu Sir Taki.

Abscheu wandelt sich in Jubelrufe

Hoher Besuch aus Amerika schaute auch vorbei, weil der Flieger falsch abbog und in Elz landete. Wurde Donald Trump erst mit Buh-Rufen begrüßt, war er schnell Liebling der Massen, denn er verstand die Elzer Probleme und ist gerne behilflich bei einem Mauerbau zwischen Offheim und Elz.


Ein wenig vermisst habe ich Petra aus dem Elzer Archiv, aber als Bach-Elsje auf ihrem Felsen hoch über dem Erbach gab sie auch ein schönes Bild ab und war scharfsinnig wie gewohnt.

Grandioses Finale

Zum Abschluss kamen die mutigen Seemänner, rau und wild in ihrer Seele, dürstend nach Liebe und Alkohol auf die Bühne. Die Sänger der U40 brillierten mit ihren Seemann-Liedern „Rund um die Reeperbahn“ und die Zuschauer grölten die Refrains mit. Ein super Abschluss einer gelungenen Kappensitzung, der nahtlos in das Finale überging.

 

Wenn Euch die Bilder gefallen und ich auch in Zukunft eure Veranstaltungen besuchen soll, dann würde ich mich über eine Unterstützung von HL-Journal freuen. 

-> Per PayPal bezahlen

Ich freue mich auch, wenn Ihr den Beitrag in den sozialen Netzen teilt.
Euch gefallen die Fotos und Ihr hättet sie gerne – dann sprecht mich an.

 

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.