Kappensitzung in Hadamar 2017: Ein Hauch von Mainzer Fastnacht

Die Kappensitzung in Hadamar bot ein rasantes Fastnachtsprogramm in der vollen Stadthalle am Samstagabend. Durch das gut gefüllte Programm der KG Hadamar musste die Kappensitzung 20 Minuten früher beginnen und danach jagte für die nächsten fünf Stunden Non-Stop ohne Pause ein Programmpunkt den nächsten. Die Kappensitzung erhielt königlichen Besuch von Prinzessin Nadja I. vom Löhner Jagdschloss aus Hundsangen sowie Prinz Torsten II. vom närrischen Gesellenhaus aus Limburg.

Meisterhafte Tanzcorps

Einmalig in der Region sind die eigenen Tanzcorps der KG Hadamar mit über 100 Kindern, die ihr Können auf der Bühne zeigten. Bereits die ganz Kleinen bis sechs Jahre schwangen die Tanzbeinchen. Eine Freude war es, ihnen dabei zuzuschauen. Zum ersten Mal schlossen sich die Solomariechen zu einer Gruppe zusammen und präsentierten ein Garde-Medley, in dem die Beine nur so flogen. Mit bunten, abwechslungsreichen Showtänzen faszinierten die Kinder, Junioren und Senioren. Viel Arbeit und Energie steckt in diesen Tänzen, die ohne die Trainerinnen und die Mithilfe der Eltern nicht möglich wäre. Daher bedankte sich Sitzungspräsident Alwin Braun bei diesen besonders für ihr Engagement. Diese Tanzcorps sind nicht nur zur Fastnacht präsent, sondern nehmen auch an Meisterschaften teil. Zwar nicht aus Hadamar sind die Jungs von den „Bordies“ immer willkommen und sorgten mit ihrem akrobatischen Tanz für großen Jubel.

Ein Hauch Mainzer Fastnacht

Köln und Mainz waren nicht weit am Abend. Schon zu Beginn stimmten die Harlekins mit Live-Musik mit den richtigen Liedern in die Sitzung ein. Später standen die Gärtner-Zwillinge (Claudia Weiß und Markus Karger) sowie Frau Ursula Kraft aus Stockheim (Markus Karger) auf der Bühne. Beide sind aus der hessischen Fastnacht aus dem Fernsehen bekannt und ihnen gelang es, das Publikum  mitzunehmen. Die Gärtner-Zwillinge, vorsichtig ausgedrückt – voluminöse gestandene Damen, wollten einen Wellnessurlaub machen und landeten in einem Swingerclub. Da alles all-inclusive gebucht war, wollten sie alles mitnehmen, auch wenn es ein wenig komisch vorkam. Aber hinter einer Maske lässt sich am Ende jegliche Scheu ablegen – machten die anderen Besucher ja auch. Frau Kraft hingegen klagt ihr Leid mit ihrem Mann, der nur Mittelmaß ist und steht zu ihrer Fülle, denn lieber die Falten glätten als Falten haben.

Eine Frau für alles

Doch hinter diesen Fastnachts-Größen brauchten sich die regionalen Büttenredner nicht verstecken. Christina und Christian Piroth wissen beide, „Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr“, wobei die Auslegung dieses Spruches sich bei beiden doch ein wenig anders anhörte. Helga Poppe zeigte wieder ihre spitze Zunge und ist als Frau für alles nicht nur für das Putzen, Waschen, Nähen zuständig, sondern erlangt mit ihrer Plauderei auch den Titel „Versicherungsverkäuferin der Woche“, weil der Kunde lieber alles unterschreibt als das sie weiter auf ihn einredet.

Als Pfarrer Fuchs seine diesjährige Bütt plante, ob er da ahnen konnte wie aktuell diese sei? Getreu nach dem Motto „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ holte er sich die schnatternde Gans Gisela ins Haus. Dieses Lied war Thema der Woche in Limburg, denn der Bürgermeister nahm es kurzzeitig aus dem Glockenspiel heraus, weil sich eine Veganerin beschwerte. Weltweit amüsierten sich die Menschen darüber. Ob das der Pfarrer ahnte?

Elferrat in Bestform

Immer wieder gespannt dürfen die Programmpunkte des Elferrates erwartet werden. Und auch dieses Jahr erfüllten sie die Erwartungen. Als „6er Rat“ zeigten die Akteure wie in einem Stummfilm mit musikalischer Untermalung, wozu die Sparmaßnahmen im Altenheim führen. Dann müssen die Bewohner eben mit einem Waschlappen, einem Handtuch, einer Zahnbürste sowie einem Becher Wasser vorlieb nehmen. Wohl dem, der zu Beginn der Kette saß. Zum Ende hin kamen die Elferrats-Mitglieder aus der Tonne und die Zuschauer hielt es nicht mehr auf den Plätzen. Ein gelungenes Finale einer gelungenen Sitzung.

Bilder von dem Abend findet ihr hier in der Fotostrecke.

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Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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