Rasante Tänze und tiefe Einblicke – Kappensitzung bei der KG Hadamar 2018

“Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät?”, fragte sich manch einer am gestrigen Abend bei der Kappensitzung der KG Hadamar. Obwohl es mit ein wenig Verzögerung kurz nach 19 Uhr losging und es sich nach hinten auch ein wenig zog, verging die Zeit wie im Flug und auf einmal war es Mitternacht und die Stimmung im Saal auf ihrem Höhepunkt.

Für die KG Hadamar ist dieses Jahr ein besonderes Jahr, denn die Regenten des Dreierbundes kommen aus ihren Reihen. So war es selbstverständlich, dass Christian I. und Christina I. vom Mönchberg zu Nassau-Hadamar nicht nur auf die Bühne für ihr Programm kamen, sondern auch ins Programm mit eingebunden wurden. Eine tolle, abwechslungsreiche Sitzung mit viel guter Laune.

Prinz sucht Prinzessin

So einfach ist es nicht, die passende Prinzessin an seiner Seite zu finden. Ob Prinz Christian I. ahnte, dass der dafür eine Weltreise unternehmen muss, um am Ende sein Glück in der Heimat zu finden? Ein toller Abschluss war dieser Punkt zusammen mit dem Elferrat. Diese kleideten sich den verschiedenen Ländern entsprechend. So ging es für den Prinzen von Hamburg nach Amsterdam, von Schottland nach Moskau, von Ibiza nach Hawaii und sogar nach Mexiko. Von Heimweh geplagt und ohne zu Trinken zog es ihn wieder nach Hause und dort wurde er fündig. Dieser Programmpunkt war ein passendes Finale für die Sitzung.
Kurz nach 19.11 Uhr ging es so richtig los. Viele befreundete Vereine und Hadamarer fanden ihren Weg in die Stadthalle. Die Harlekins mit Präsidentin Martina Fischer und Ministerpräsident Alwin Braun sorgten mit ihren Fastnachtsliedern und Schlagermedley für den passenden Einstieg in die kommenden fünf Stunden. Ohne Pause jagte ein Programmpunkt den nächsten.

Oma werden ist nicht schwer

Oma sein hingegen sehr. Da stoßen die Großeltern auch schon mal an ihre Grenzen, wenn die kranken Kinder bespaßt werden müssen oder ein Ausflug in den Frankfurter Zoo ansteht. Nie hätte sie gedacht, dass sich die Sippe so schnell vermehrt, klagte Helga Poppe ihr Leid. Natürlich zog sie in ihrer herrlichen Manier auch Parallelen zu früher. Sie wundere sich schon, wie ihre Kinder groß geworden sind. Immerhin habe sie die Bücherregale nicht voller Ratgeber stehen gehabt. “Ein Wunder, dass dies die Kinder überlebt haben.” In ihrer bekannt charmanten Art pfeffert sie ihre Rede in den Saal. Bei all der Klagerei gesteht sie am Ende jedoch ein, dass sie ihre Enkelkinder nicht missen möchte, denn diese machen Spaß.
Ebenfalls ein gern gesehener Gast in der Bütt ist Pfarrer Andreas Fuchs. Die Besucher dürfen immer gespannt sein, was er sich diesmal hat einfallen lassen. Als sehr gewichtiger Engel kam er auf die Bühne. Als frisch Verstorbener stand er an der Himmelspforte und durfte direkt den Job von Paulus übernehmen. Da erlebte er manch lustige Situation. Doch leider hielt es ihn nicht lange dort oben. Er, der gerne genießt und isst, bekam dort nur Manna. Also bleibe er doch lieber auf Erden und tingelt dort von Saal zu Saal.
Neu im Elferrat mit 17 und 18 Jahren waren Lukas Wetten und Bruno Ochetal. Sie ließen es sich nicht nehmen, auch ihr gemeinsames Debüt auf der Bühne zu geben. Bei einem Kneipengespräch ging es um Freundinnen, Autos und die täglichen Mühen junger Menschen.

Wo sind die sauberen Straßen hin?

Zur Prinzenkürung gab er Prinz Christian I. sein Wort und gestern Abend löste er dies ein – nach einigen Jahren Abstinenz war Bürgermeister Michael Ruoff wieder in der Bütt. Als Mitarbeiter des städtischen Bauhofes, genauer gesagt, als Straßenkehrer, stand er dort oben. Früher waren die Straßen viel sauberer. Und weil es genügend Kneipen auf seiner Strecke gab, brauchte er sich um das Wetter nicht zu scheren. Konnte er doch immer irgendwo einkehren, was heute nicht mehr möglich ist. Wenn der Bürgermeister in der Bütt steht, nimmt er sich gerne auf die Schippe, nutzt aber auch die Gelegenheit, den anderen den Spiegel vorzuhalten. “Früher war die Stadt sauberer, aber da haben Bürger und Geschäftsleute auch noch mehr gemacht”, so Ruoff. Am Ende lobte er den langen, adeligen Stammbaum des Prinzenpaares, die bereits die Prinzengene im Blut tragen.
Vom Rauchclub lieh sich die KG Hadamar den Chroniker Jürgen Fritsche aus, der scharf pointiert die nationale und internationale Politik wiedergibt und kommentiert. Da weiß man manchmal nicht, ob man lachen oder den Kopf schütteln soll.

Fliegende Beine

Die KG Hadamar kann mit Stolz auf ihre Tanzcorps blicken, welche einmalig in der Region sind. Über 100 Kinder, von den Minis bis zu den Senioren, ließen ihre Beine auf der Bühne fliegen. Mit bunten, abwechslungsreichen Show- und Gardetänzen faszinierten die Kinder, Junioren und Senioren. Sie bildeten einen meisterhaften Rahmen um das gesamte Programm. Und stolz kann die KG auf diese Tänzerinnen sein, tragen sie doch Meisterschaftstitel und haben auch 3. Plätze bei den Deutschen Meisterschaften belegt. Viel Arbeit und Energie steckt in diesen Tänzen, die ohne die Trainerinnen und die Mithilfe der Eltern nicht möglich wäre. Daher bedankte sich Sitzungspräsident Alwin Braun bei diesen besonders für ihr Engagement.
Zwar nicht aus Hadamar sind die Jungs von den „Bordies“ aus Langendernbach immer willkommen und sorgten mit ihrem akrobatischen Tanz im Reich der Pharaonen für großen Jubel.

Fotos zur Sitzung findet Ihr in der Fotostrecke der NNP.

 

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

3 Gedanken zu „Rasante Tänze und tiefe Einblicke – Kappensitzung bei der KG Hadamar 2018

  • 28. Januar 2018 um 17:02
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    Wie immer ein schöner Bericht. Danke

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  • 29. Januar 2018 um 23:07
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    Schön hast, du das wieder gemacht, liebe Heike. Es fällt mir nur auf, das du mit keinem Wort den Auftritt des Harlekins erwähnt hast, wurde schon mehrfach darauf angesprochen, gesehen habe ich ihn aber nicht. War er nicht des Redens wert? Ansonsten toller Beitrag von Dir mit beeindruckenden Bildern

    Antwort

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