Kappensitzung beim Rauchclub Limburg 1884 e.V.: Ein Klassiker unter den Sitzungen

Die Kappensitzung im Rauchclub Limburg ist für mich ein wahrer Klassiker unter den Kappensitzungen. Tanz und Sketche wechseln sich ab mit politischen Büttenreden und Zeitgeschehen. Die Zeit vergeht dabei wie im Flug. Die Sitzung erhielt königlichen Besuch von Prinzessin Nadja I. vom Löhner Jagdschloss aus Hundsangen und Prinz Torsten II. vom närrischen Gesellenhaus residierte auch in seinem Reich.

Gesicherte Zukunft

Bereits die ganz Kleinen kommen im Kolpinghaus auf die Bühne. Sie nahmen die Besucher mit in vergangene Zeiten, als der Fernseher noch mit der Hand umgeschaltet werden musste und die Schlagerparade das Highlight der Woche war. Ohne Scheu bewegten sich die Kleinsten auf den Brettern, ließen die Hüften zu alten Schlagern schwingen oder zitierten Heinz Erhard. Ebenfalls die Musketiere mit ihren 24 Tänzern und Tänzerinnen begeisterten mit ihrem Gardetanz. Im Showtanz ließen sie Farben im Dunkeln leuchten. Das Training der Musketiere ist eine prima Grundlage, um in späteren Formationen weiter zu tanzen. Der Rauchclub kann mit diesen Kindern und Jugendlichen entspannt in die Zukunft blicken.

Protokoll des Weltgeschehens

Eine große, positive Überraschung war Jürgen Fritsche als Chroniker. Ein paar Mal ging mir die Frage durch den Kopf „Wo haben die den die letzten Jahren versteckt?“. Scharfzüngig, tiefgängig und klug kommentierte er das Weltgeschehen. Im Kern hinterfragte er die Handlungsweisen verschiedener Persönlichkeiten und musste sich letztendlich immer wieder die gleiche Frage stellen „Häh, was macht der eigentlich beruflich?“. Allein der Ton bei dieser Frage – unbezahlbar. Er könne die Angst vor den Russen gar nicht verstehen. Die kämen noch gut über die Autobahnen im Osten, doch spätesten auf der A66 ist Schluss, wo sie im Stau stehen. In Bayern herrsche noch Zucht und Ordnung. Da hätte Jesus nicht so einfach über den Tegernsee laufen können, denn dies gehöre sich nicht. Und warum alle gegen Merkel sind, weil sie mit ihrer Flüchtlingspolitik Deutschland spaltet, könne er gar nicht verstehen. Immerhin ist sie Physikerin und dies sei ihre Kernkompetenz. Ich hoffe, von Fritsche werden wir auch in den nächsten Jahren etwas hören.

Mit Moos und Spinat gegen Luftverschmutzung

Alexandra Meurer weiß als Müllfrau, was in Limburg passiert. Sie kennt die nächtlichen Straßenrennen in der Gräbenstraße, das Glockenspiel am Rathaus spielt nur noch „piep,piep,piep“ und über den Müll im Kolpinghaus, der beim Umzug sichtbar wurde, kann sie nur verwundert den Kopf schütteln. Die Kinder werden sich freuen, dass sie nie mehr Spinat essen müssen. Dieser wird zusammen mit Moos angepflanzt, um etwas gegen die Luftverschmutzung in Limburg zu tun. Dr. Klaus Wolf zeigte, dass auch Männer Wäsche waschen können. Beim Schrubben der Wäsche überm Waschbrett erzählte er vom Besuch beim Urologen, gibt tiefe Einblicke in die Männer-Unterbuxen und am Ende sind es doch nur alternative Faxen.

Fliegende Tanzbeine und Saunagänge

Ob das Männerballett, welches in seinen Morphsuits eine neue Form des Synchronschwimmens präsentierte, die Waldgeister, welche in die 80`s entführten oder der Frauenelferrat, der kurzerhand das Deck stürmte – die Beine können die Rauchclubler gekonnt schwingen. Die Musik geht ins Blut, so dass der ganze Saal am Toben und Mitklatschen war. Brigitte Eymann und Hannelore Reusch lieferten sich ein hitziges Zwiegespräch in der Sauna über Männer, Trinken, Arbeiten und Krankheiten. Eine Schote jagte die nächste. Mit Spannung erwartet das Publikum immer Jaqueline, Imke und Gabi (Carmen Hellen-Adamzent, Silke Seelbach und Nicola Bischof) treffen sich bei der Fahrprüfung. Es war wie jedes Jahr eine große Freude, den dreien zuzuhören. Selbst Sitzungspräsident Peter Meurer möchte diese Damen nicht missen: „Hoffentlich wird diese tolle Gabi nie schlauer.“ Abgerundet wurden die Sketche durch die „Nice Guys“ aus Eschofen, die Acapella das Herz vom SGE-Fan Peter Meurer höher schlagen ließen.

Bischof oder Dschungelcamp

Auch Pfarrer Meudt darf bei den Kappensitzungen nicht fehlen. Eigentlich habe er sich als Bischof beworben und alles dafür getan. Er habe seine Leibesfülle mit Rhizinustropfen, Abführtropfen, Kohldiät entlastet. In Dauerbeichten habe er sich von Schuld und Sünden befreit. Ein Vierteljahr erlegte er sich ein Spiegelverbot, um seiner Eitelkeit keinen Raum zu geben. Und eine ganze Stunde habe er im Weihwassertrog gebadet. Und obwohl er alles gegeben hatte, zerstörten seine Fastnachtsvergangenheit sowie sein Auftritt als Funkenmariechen jegliche Chancen auf das Amt. So machte er sich als ausgemusterter Bischhofskandidat auf ins Dschungelcamp, um Dschungelkönig zu werden. Im Tarzanhöschen und mit gestähltem Körper ging es los in die Mordschau nach Elz, dem „Jammertale“, wo er sich von Kartoffelkäfern ernährte. Und auf einmal wollten ihn alle als Pfarrer gegen Ungeziefer. Einfach zu herrlich der Auftritt.

Zum großen Finale kamen alle nochmal auf der Bühne zusammen und im vollen Übermut tanzte Peter Meurer über die Tische. Eine ausgelassene Stimmung, ein toller, unvergesslicher Abend.

Bilder von dem Abend findet ihr hier in der Fotostrecke.

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Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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