Karl Fritz erhält das Bundesverdienstkreuz: Herausragendes Engagement für die Gemeinde

Der auf sozialer, politischer und ehrenamtlicher Schiene seit 58 Jahren aktive Karl Fritz (81) wurde am Montag im historischen Rathaus mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande für sein Engagement ausgezeichnet. Er war aktiv am Neubau der Fahrzeughalle des Deutschen Roten Kreuzes Ortsverband Elz (DRK) beteiligt, organisierte viele Jahre lang die Blutspendetermine, gründete den Verdi Ortsverband Limburg-Weilburg und gibt seit vielen Jahren den Senioren in Elz eine Stimme.
Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich übergab im Auftrag des Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz und lobte das Engagement von Karl Fritz in vielen Bereichen.

Verleihung Bundesverdienstkreuz an Karl Fritz
Verleihung Bundesverdienstkreuz an Karl Fritz

Engagement auf vielen Ebenen

Ein kurzer Blick in die Vita zeuge von diesem hohen Engagement, so Ullrich. Der 1935 in Niederhadamar geborene Karl Fritz machte zuerst eine Ausbildung als Elektriker und arbeitete bei der Höchst AG. Sein ehrenamtliches Engagement begann er 1957 beim DRK. Dort absolvierte er viele Fortbildungen, aufgrund dessen er ein Praktikum im Krankhaus Limburg machte und vom Elektriker zum Pfleger wechselte. Diesen Beruf übte er 24 Jahre aus, wobei er die letzten vier Jahre als Betriebsratsvorsitzende freigestellt war. Im Vorstand des DRK engagierte sich Karl Fritz 38 Jahre lang als Kassierer und sorgte dafür, dass der Neubau im Industriegebiet Elz ohne Schulden getätigt werden konnte. Neben dem Einsatz im DRK baute er seit 2001 kontinuierlich ein Seniorenteam auf, welches stets ein offenes Ohr für die Belange der Senioren hat, Tages- und Mehrtagesfahrten organisiert sowie die Gemeinde bei Aktivitäten unterstützt. „Nur Aktive beleben einen Verein und ermöglichen Geselligkeit“, so Dr. Christoph Ullrich. Karl Fritz habe eine beeindruckende und kontinuierliche Leistung über viele Jahre erbracht und seine Werte in die nächste Generation mit weitergetragen, so der Regierungspräsident. Er habe gezeigt, dass Ehrenamt erfüllend sein kann. Bürgermeister Horst Kaiser schloss sich dieser Laudatio an und lobte Karl Fritz als „langjährigen Aktivposten der Gemeinde“. Er überreichte ihm zusätzlich die Verdienstmedaille der Gemeinde.

Verleihung Bundesverdienstkreuz an Karl Fritz
Verleihung Bundesverdienstkreuz an Karl Fritz

„Seele des Ortsvereins“

Matthias Schmidt, Vorsitzender des DRK fühlte sich durch Karl Fritz inspiriert und er sieht in der Auszeichnung des 81-Jährigen auch ein Stück eine Auszeichnung für den DRK Elz, der noch nie eine so hohe Würdigung erhalten habe. „Du bist die Seele des Ortsvereins, mit Herz und Verstand dabei“, so Schmidt. Vieles, was sich der Verein heute leisten könne, sei nur möglich, weil Karl Fritz das Fundament dazu gelegt habe. Schmidt erinnert an die Leistungen im DRK. Neben der Tätigkeit als Kassierer habe er mehrere 100 Tage Urlaub genommen, um die Blutspendetermine zu organisieren. Er habe den Pflegehilfsmittelverleih aufgebaut und über 100 Menschen schnell und unbürokratisch damit geholfen. Federführend bis ins hohe Alter habe Karl Fritz sich um die Altkleidersammlung gekümmert und vor kurzem noch ein Gedächtnistraining in Elz mitbegründet. Alois Wittayer vom Seniorenteam bedankte sich für den Einsatz, mit dem Karl Fritz das Seniorenteam aufgebaut hat. Stefan Schneider von Verdi kann sich noch gut an die vielen Diskussionen erinnern, bis 2001 in Limburg der Ortsverein Limburg-Weilburg der Verdi gegründet wurde. „Emotional und mit deutlichen Worten bist du stets deinen Widersachern gegenübergetreten“, so Schneider. Karl Fritz habe der Region gewerkschaftliche Strukturen gegeben mit der Gründung des ersten Ortsverbandes überhaupt. In vielen Gremien sei Karl Fritz bis heute aktiv. „Du hilfst, wo Du kannst  und gibst Dein Fachwissen weiter“, bedankte sich Schneider.

Karl Fritz, neben seiner Frau Berti (v.l.) bekam das Bundesverdienstkreuz am Bande überreicht - Regierungspräsident Christoph Ullrich, Stefan Schneider, Verdi, Bürgermeister Horst Kaiser, Matthias Schmidt, Vorsitzender DRK und Allois Wittayer, Seniorenteam (v.l.n.r.)
Karl Fritz, neben seiner Frau Berti (v.l.) bekam das Bundesverdienstkreuz am Bande überreicht – Regierungspräsident Christoph Ullrich, Stefan Schneider, Verdi, Bürgermeister Horst Kaiser, Matthias Schmidt, Vorsitzender DRK und Allois Wittayer, Seniorenteam (v.l.n.r.)

Alle Gratulanten lobten jedoch nicht nur das Engagement von Karl Fritz, sondern bedankten sich auch bei seiner Frau Berti, welche ihm nicht nur stets den Rücken frei hielt, sondern ihm auch immer eine Stütze war und aktiv mitwirkte. Karl Fritz war bei seinen Dankesworten sichtlich gerührt. „Ehrenamt macht Arbeit“, so der Geehrte, „aber es bringt auch Erlebnisse, die ich nicht mehr missen möchte.“ Ein Ehrenamt sei mehr wert als Geld, denn es bringe Leben ins Leben. Seine Stimme bricht vor lauter Gefühlen, als er sich bei seiner Frau bedankt, ohne die sein Engagement nicht möglich gewesen wäre.

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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