#kurznotiert – Limburger Verkehr, Insektensterben

In dieser Woche geht das Verkehrsthema in Limburg in die nächste Runde, besorgniserregend die Ergebnisse einer Langzeitstudie zum Thema Insektensterben. Nachfolgend die Themen der Woche für euch in #kurznotiert.

Magistrat favorisiert Einbahnstraßenregelung über die Alte Lahnbrücke

Am Mittwoch endete die Probephase der Einbahnstraßenregelung über die Alte Lahnbrücke. Bis auf weiteres ist die Brücke jetzt wieder in beide Richtungen befahrbar. Bereits am Donnerstag hieß es aus der Stadt Limburg, dass der Magistrat dauerhaft eine Einbahnstraßenregelung empfiehlt. Der Versuch verlief deutlich besser als erwartet, äußerte sich der Amtsleiter für Verkehrs- und Landschaftsplanung. Rund 2900 Fahrzeuge konnten sich verlagern lassen. Auch sei diese Regelung kein Problem, wenn 2021 die Lichfield-Brücke gemacht wird, da bereits bei der Sanierung es gut funktioniert hat, die Fahrzeuge zu leiten. Eine schnelle Auswertung der Probephase sei möglich gewesen, da bereits zwischendurch Zählungen durchgeführt wurden.

Die vollständige Pressemitteilung könnt ihr hier nachlesen.

In den sozialen Medien kommt diese Entscheidung nicht sehr gut an. Viele weisen darauf hin, dass der Versuch nicht wirklich positiv verlief, weil es sich dann auf den anderen Straßen extrem staute. Es wird sich zeigen, ob die Stadtverordneten der Empfehlung des Magistrats folgen werden.

Pressemitteilung der Stadt Limburg vom Freitag, 20. Oktober

Am 13. November wird Bürgermeister Dr. Marius Hahn den Entwurf für den neuen Haushalt der Stadt einbringen, anschließend beginnen die Beratungen. Ein Auftrag aus dem laufenden Jahr ist es, eine Entwurfsplanung für eine Fußgänger- und Fahrradbrücke inklusive Kostenaufstellung vorzustellen. Die Planung liegt vor und wurde dem Magistrat in seiner jüngsten Sitzung vorgestellt. Drei Standorte wurden dabei geprüft, eine Variante gilt unter finanziellen, naturschutz- und denkmalschutzrechtlichen Überlegungen als machbar. Allein die Baukosten werden auf 2,5 bis 2,8 Millionen Euro geschätzt.

So könnte die Brücke aussehen.

Der Standort, der nach der Vorlage der Verwaltung realisierbar ist, befindet sich auf Höhe des Campingplatzes. Die Stahlkonstruktion würde den Campingplatz überspannen. Auf die Nordseite des Platzes käme eine Rampe zwischen den heutigen Rad- und Gehweg sowie der Wiese zum Campingplatz. Die Rampe weist nach der Planung eine Länge von 44 Metern auf. Auf der Südseite wäre die Anbindung der Brücke ebenfalls mit einer Rampe notwendig, die mit einer Länge von 33 Metern deutlich kürzer ausfällt. Die Länge der Rampen ergibt sich, so das beauftragte Ingenieurbüro Ruffert, durch die Anforderungen an die der Barrierefreiheit. Aufgrund der bestehenden hochwasserschutzrechtlichen Vorschriften muss die Brücke einen Abstand von 4,50 Meter zu dem mittleren Wasserstand der Lahn aufweisen. Die Brücke wird also zu einem weit sichtbaren Bauwerk. Nach der vorgelegten Planung erhält die Brücke einen Pylon auf der Fläche des Campingplatzes. Die Konstruktion aus Stahl wird dann über Seile gehalten. Eine Stahlkonstruktion ist preisgünstiger als eine Konstruktion aus Holz, wie sie zum Beispiel in Dietkirchen steht.

Der Campingplatz ist weiterhin voll nutzbar. Allerdings kann es zu Störungen kommen, wenn sich Nutzer der Brücke nicht entsprechend verhalten. Eine spürbare finanzielle Förderung der Brücke über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz wird vom Amt für Verkehrs- und Landschaftsplanung als sehr wahrscheinlich eingestuft, auch wenn zur genauen Höhe nichts gesagt werden kann, da sich die Modalitäten der Förderung gerade ändern.

Weitere Standorte wurden geprüft, doch kamen aus den verschiedensten Gründen nicht in Frage. Der Bericht wurde vom Magistrat zur Kenntnis genommen und an die Stadtverordnetenversammlung weitergeleitet. In dem Gremium gab es Bedenken, dass die Überquerung des Campingplatzes durch die Brücke zu Einschränkungen führen wird. Aufgrund der geschätzten Kosten gab es Zweifel hinsichtlich der Finanzierbarkeit.

Dramatisches Insektensterben

Das gegen das Insektensterben etwas unternommen werden muss, ist schon länger bekannt. Regional gibt es Initiativen von den NABU Ortsverbänden oder Imkern. Die Hessische Landesregierung rief die Kampagne „Bienenfreundliches Hessen“ aus. Die Woche überschlagen sich die Meldungen zum Insektensterben nach Vorstellung der Ergebnisse einer Langzeitstudie. Demnach gibt es 75 Prozent weniger Insekten als in den 90er Jahren. Diese Zahlen sind erschreckend. Als Ursachen gelten wegfallende Lebensräume, intensive Landwirtschaft und der Klimawandel. Doch genau benennen lassen sie sich nicht. Über den Rückgang lästiger Insekten wie Mücken freut sich manch einer. Doch der Rückgang betrifft auch alle bestäubenden Insekten wie Schmetterlinge, Bienen oder Hummeln. Ihr Fehlen wird große ökologische Auswirkungen haben.

Zum Weiterlesen: Langzeitstudie 75 Prozent weniger Insekten (FAZ 19.10.), Dramatischer Insektenschwund (SZ 18.10.), Ein ökologisches Armageddon (Zeit 18.10.)

Jeder kann ein wenig mit dafür tun, um die Insekten zu unterstützen. Schafft kleine blühende Oasen in euren Gärten und räumt diese nicht immer kahl. So finden die Insekten zum einen Nahrung und zum anderen Unterschlupf. In Oberweyer sorgt ein ganzer Ort dafür, dass im nächsten Frühjahr genügend Nahrungsquellen vorhanden sind, indem sie vor kurzem über 4000 Krokusse gepflanzt haben.

Netzfunde

Das Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat eine Internetseite auf den Weg gebracht, die dabei helfen soll, keine Lebensmittel mehr zu verschwenden. Unter dem Titel „Lebensmittel wertschätzen“ gibt es viele Antworten zu verschiedenen Fragen die Lebensmittel betreffend wie Haltbarkeit, Lagerung oder auch Verwendung. Damit möchte das Ministerium eine Halbierung von Lebensmittelabfällen bis 2030 erreichen. Die umfangreiche Pressemitteilung zu dieser Plattform findet ihr hier.

Ihr wandert gerne oder möchtet gerne mit Wandern anfangen? Dann ist Outdoorsüchtig genau die richtige Seite für euch. Dahinter steckt Jörg Thamer, der sich im Lokalgespräch meinen Fragen stellte.

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

Ein Gedanke zu „#kurznotiert – Limburger Verkehr, Insektensterben

  • 20. Oktober 2017 um 14:49
    Permalink

    44 Meter auf der einen Seite, 33 Meter auf der anderen, das könnte sehr sportlich werden auf den Rampen. ♿️

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.