#kurznotiert – Feuerwehr Waldbrunn, Neumarkt Limburg

So kurz vor Weihnachten begann die Woche mit einem Paukenschlag bei der Feuerwehr Waldbrunn. Ich habe den Ablauf nochmal zusammengefasst. Da mich das Thema die ganze Woche beschäftigt hat, ist es auch ein wenig ausführlicher dargestellt.

Vertrauenskrise zwischen Feuerwehr und Gemeinde Waldbrunn

Wie die Gemeindevertretersitzung Waldbrunn endet und welches Feuer sich im wahrsten Sinne danach ausbreitete, konnte ich am Montagabend nicht erahnen. Ich war auf hitzige Diskussionen gefasst. Aber ich war nicht darauf eingestellt, dass 18 Feuerwehrmänner wortlos aufstehen und nach den Abstimmungen ihre Melder abgeben. Dass dies nicht nur 18 einzelne Einsatzkräfte waren, sondern die Meinung der gesamten Feuerwehr Waldbrunn, kristallisierte sich am Dienstag heraus. „Waldbrunn besitzt keine einsatzbereite Feuerwehr“, so Gemeindebrandinspektor Stefan Wingenbach zu mir. Dienstag Abend fand ein Krisengespräch zwischen dem Kreisbrandinspektor, dem Gemeindebrandinspektor und dem Bürgermeister statt. Es konnte eine Einigung erzielt werden. Anschließend gab es ein Treffen mit den Wehrführern von Waldbrunn. (Beitrag HL-Journal sowie NNP).

Hierbei handelt es sich um ein sehr sensibles Thema, was auch die Reaktionen bewiesen. Über 2.800 Leser haben den ersten Artikel zum Thema innerhalb weniger Stunden gelesen und machten ihn zum meistgelesenen Artikel in diesem Jahr. Zudem habe ich versucht, immer aktuell die Informationen auf meiner Facebook-Seite weiterzugeben.

Fraktionsvorsitzende sprachlos

Am Donnerstag fragte ich bei den Fraktionsvorsitzenden nach, wie sie zu der Sache stehen. Sie wurden vom GBI Wingenbach kritisiert und wollten Stellung nehmen. Wolfgang Erler (CDU), Peter Krahl (SPD) sowie Marc Eisenkopf (Bürgerliste) sind froh, dass die Einsatzkräfte wieder ihren Dienst aufgenommen haben. Aber so richtig kann sich keiner erklären, was da geschehen ist. Erler/ Krahl wiesen darauf hin, dass sie sich in vielen Stunden mit dem Haushalt auseinandergesetzt haben. Die gefällten demokratischen Entscheidungen müssen akzeptiert werden. Vielmehr forderten sie Unterstützung vom GBI ein. Er habe die Pflicht, zusammen mit den Gemeindevertretern zu schauen, wo gespart werden kann. Immerhin ist die Gemeinde mit 9 Millionen Euro hoch verschuldet.

Neben den Positionen, welche sehr kontrovers diskutiert wurden, sind weitere 24.400 Euro für Beschaffungen für die Feuerwehr eingestellt, über die nicht groß gesprochen wurde. Marc Eisenkopf wies darauf hin, dass sich die BL für die Anschaffung für Neufahrzeuge ausgesprochen hat. Außerdem sei es nur richtig, Empfehlungen aus einem externen Gutachten umzusetzen. (mehr zu den Stellungsnahmen der Fraktionsvorsitzenden gibt es in der NNP).

Angriff auf den Bürgermeister

Die Reaktionen waren recht unterschiedlich. Die meisten waren auf Seiten der Feuerwehr. Sehr wenige waren der Meinung, wer dieses Amt ausübt, könne dies nicht einfach hinschmeißen, auch wenn es ehrenamtlich geschieht. Es gab ebenfalls kritische Kommentare unter dem Artikel auf der Onlineseite der NNP sowie ein Leserbrief am Freitag in der NNP gegen Bürgermeister Peter Blum. Er trage eine Mitschuld an dieser Situation und sollte sich überlegen, ob er der richtige Mann für das Amt sei.
Der Riss ist tief und er ist nicht neu, sondern hat sich über viele Monate gebildet. Die Zukunft wird zeigen, ob sich etwas im Miteinander verändert und das Vertrauen wieder aufgebaut werden kann.

Gestaltung Neumarkt Limburg

Kurz vor Weihnachten legte die FDP ihr Konzept für die Gestaltung des Neumarktes vor. Am Donnerstag berichtete die NNP unter dem Titel „Der Traum von einer Tiefgarage“ darüber. Somit liegen jetzt drei Konzepte vor – neben der FDP haben auch die CDU und die Grünen ihre Ideen bereits vorgestellt. Während die beiden letztgenannten einen parkfreien Neumarkt vorsehen, möchte die FDP durch eine Tiefgarage weiterhin Autos auf dem Neumarkt die Möglichkeit zum parken geben. Am Freitag, 2. Februar möchte die FDP ihr Konzept öffentlich vorstellen. Es fehlen dann noch die Konzepte der Stadt Limburg sowie vom City Ringe. Zu dem Thema möchte ich nochmal auf meinen Artikel zum Thema Barrierefreiheit auf dem Neumarkt hinweisen.

Demokratie leben – PM Limburg

Über das Bundesprojekt „Demokratie leben“ habe ich vor einer Weile bereits berichtet. Bis zum 1. Februar 2018 können Anträge für lokale und gesellschaftspolitische Projekte eingereicht werden. Was dabei vorgeschlagen wird, muss bis zur Jahresmitte umgesetzt und abgeschlossen sein, um eine Förderung zu erhalten. Einen Antrag stellen können: Jugendverbände, freie Träger der Jugendhilfe, Migrantenorganisationen, christliche und andere religiöse Gemeinschaften, Sportvereine, Fördervereine von Schulen, Kindertagesstätten, Bildungs- und Qualifizierungsträger, gemeinnützige GmbH, Stiftungen, kulturelle Einrichtungen und sonstige gemeinnützige Vereine. Die Beispiele für Projekte aus anderen Kommunen reichen von Sportveranstaltungen gegen Ausgrenzung über Gewaltpräventionsprogramme für Jugendliche bis hin zur spielerischen Demokratieschulung in Kindergärten oder Grundschulen

Ein Beratungsgespräch mit der externen Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie Limburg ist Voraussetzung für eine Bewerbung (Tel. 06431-9441565 oder Mail info@pfd-lm.de). Die Entscheidung über die Auswahl der Projekte trifft der lokale Begleitausschuss am 22. Februar 2018. Insgesamt stehen 18.000 Euro zur Unterstützung für die ausgewählten Projekte zur Verfügung.

Netzfund – Regionale Geschichte erleben

Möchtet ihr euch zwischen den Jahren auf eine Zeitreise begeben? Die neue Internetseite „Zeitsprung Rhein-Main“ macht regionale Geschichte zum Erlebnis. Industrielle Revolution, verschwundene Kleinstaaten, Bauboom, Bevölkerungswachstum – in den vergangenen 200 Jahren ist jede Menge im Rhein-Main-Gebiet passiert. All dies schlägt sich auch in Landkarten nieder. Mit Zeitsprung Rhein-Main hat der Regionalverband ein Online-Angebot geschaffen, die Geschichte anschaulich anhand von Karten, Texten und Bildern erzählt. In der interaktiven Anwendung können Nutzer Kartenausschnitte vergrößern oder verschiedene Zeitphasen sogar per Mausklick vergleichen. 

Frohe Weihnachten

Am Ende bleibt mir nur noch, euch allen sowie euren Familien ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest zu wünschen. Habt schöne Feiertage!

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

2 Gedanken zu „#kurznotiert – Feuerwehr Waldbrunn, Neumarkt Limburg

  • 24. Dezember 2017 um 16:37
    Permalink

    Hallo Frau Lachnit ,
    zunächst einmal wünsche ich schöne Feiertage für Sie und Ihre Familie.
    In Sachen Streik der Feuerwehr Waldbrunn vertrete ich eine gänzlich andere Meinung als wahrscheinlich die meisten meiner Kameraden. Auch wenn 18 Feuerwehrleute vorübergehend ihren Melder abgegeben haben, wäre die Feuerwehr Waldbrunn noch einsatzbereit gewesen. Mit der Entscheidung die Feuerehr Waldbrunn bei der Leitstelle abzumelden hat Gemeindebrandinspektor Wingenbach sich und der Feuerwehr keinen Gefallen getan. Leider konnte ich an der Sitzung am Montag nicht teilnehmen, da mir ein Bagger für die Baustelle des Feuerwehrmuseums geliefert wurde. Vom Streik der Feuerwehr habe ich erst am Dienstag aus dem Internet erfahren. Bis heute habe ich keinerlei Informationen von den Führungsspitzen der Feuerwehr erhalten. Es ist bereits das Zweite Mal in diesem Jahr, dass ich quasi zwangsabgemeldet wurde. In den vergangenen Tagen bin ich mehrfach von Bürgern auf den Streik der Feuerwehr angesprochen worden. Ich hatte den Eindruck, dass die Abmeldung der Feuerwehr keinen guten Eindruck bei der Bevölkerung hinterlassen hat. Leider hat es in den letzten Jahren in Waldbrunn auch eine Vielzahl von Austritten oder Wechseln zu anderen Einsatzabteilungen gegeben, Mobbing und Intrigen waren an der Tagesordnung, hier wäre einige Male das Eingreifen des Gemeindebrandinspektors nötig gewesen.

    Freundliche Grüße
    Georg Höhler

    Antwort
    • 25. Dezember 2017 um 8:10
      Permalink

      Hallo Herr Höhler,
      Vielen Dank für Ihre Wünsche. Ich wünsche Ihnen dasselbe.
      Ich finde dies ein interessantes Kommentar. Ich wusste, dass es im Sommer eine Krise gab, aber mir war die Abmeldung nicht bekannt. Das ist nicht wirklich der richtige Weg für ein gutes Miteinander.

      Freundliche Grüße
      Heike Lachnit

      Antwort

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