Lokalschau des Rassegeflügelzuchtvereins Oberweyer – In Oberweyer gackert und schnattert es noch

Am Wochenende lud der Rassegeflügelzuchtverein Oberweyer zu seiner Lokalschau ein. Musste diese im letzten Jahr aufgrund der Vogelgrippe abgesagt werden, zeigte sich der Vorsitzende Matthias Beul froh, dass sie in diesem Jahr wieder stattfinden konnte. Ich durfte am Samstag Morgen den Preisrichtern über die Schulter schauen. Dies war ein sehr interessantes Erlebnis für mich und der Bericht steht die Tage in der NNP. Doch ich nutzte zur Eröffnung auch die Gelegenheit, mit dem Vorsitzenden sowie einigen Jungzüchtern ins Gespräch zu kommen.

Dilemma im letzten Jahr

20 Jugendliche und Erwachsene stellten insgesamt 174 Tiere aus.
20 Jugendliche und Erwachsene stellten insgesamt 174 Tiere aus.

Aufgrund der Vogelgrippe musste im letzten Jahr die Lokalschau kurz vorher abgesagt werden. „Frust und Enttäuschung machte sich breit“, erinnert sich Matthias Beul, „doch Aufgeben war der falsche Weg.“ Der Verein erhielt viel Unterstützung, Spenden flossen dennoch und im Gegensatz zu anderen Vereinen in der Region sprang kein Züchter ab. Dennoch stellten in diesem Jahr einige Züchter weniger ihre Tiere aus. Die Stallpflicht hielt sehr lange an. Bis in den März mussten die Züchter ihre Tiere einsperren. Dies führte zu Platzmangel, so dass keine Küken gezogen werden konnten. Mit Aufhebung der Stallpflicht war es für manche Rassen bereits zu spät, sich vom Küken bis Anfang Dezember richtig in ihren Merkmalen auszubilden, so dass die Tiere noch nicht für eine Schau geeignet waren. Besonders bei den großen Rassen fehlte die Zeit, den Schwanz in voller Pracht auszubilden. Beul ist sehr froh, dass es in Oberweyer noch gackert und schnattert.

Bürgermeister Michael Ruoff hielt früher selbst Hühner und findet es sehr schade, dass das Krähen der Hähne mehr und mehr als Ruhestörung empfunden wird. „Was gibt es Schöneres, als von so einem Geräusch geweckt zu werden“, so Ruoff. Daher sei Oberweyer noch ein Ort der Glückseligkeit. Landtagsabgeordneter Joachim Veyhelmann erlebte, dass aufgrund der Stallpflicht in anderen Vereinen Züchter hingeworfen haben. „Ich bin froh, dass es hier weitergeht“, so Veyhelmann, „denn es ist wichtig, dass die Vielfalt der Tiere erhalten bleibt.“

Langsames Heranführen der Jugendlichen an das Hobby

Zur Lokalschau haben insgesamt acht Jugendliche 54 Tiere aus sechs verschiedenen Rassen ausgestellt. Dies ist sehr beachtlich für einen so kleinen Verein. Hinter den Kinder und Jugendlichen stehen meist die Eltern oder Großeltern, die ebenfalls dieses Hobby pflegen und die Kinder mit einbeziehen. Auch wenn diese noch wenig Einblicke in die Zucht haben, können sie tägliche Aufgaben wie Füttern und Saubermachen mit übernehmen. Und wenn eines ihrer Tiere eine Auszeichnung erhält, dann zeigen sich die Jugendlichen stolz.

Unter den Jugendlichen gewann Lilly Knopp mit ihren Zwerg Wyandotten in weiß. Lilly ist 12 und hat das Hobby von ihrem Bruder übernommen. Gemeinsam mit ihrem Opa schaut sie nach den Tieren. „Ich mag die weiße Farbe und den buschigen Schwanz hinten“, erzählt sie. Die Tiere seien sehr lebensfroh und sie schaue ihnen gerne zu. „Es ist komisch, wenn die versuchen zu fliegen. Das sieht lustig aus“, so Lilly. Gerne würde sie noch tiefer in dieses Hobby einsteigen und die Zucht irgendwann von ihrem Opa übernehmen. Dann könnte sie sich auch vorstellen, noch ZWerg Wyandotten in lachsfarben zu halten. Unter ihren Freunden ist sie die Einzige mit diesem Hobby und die Freunde finden es manchmal komisch. „Es ist was Besonderes, was anderes als Hunde und Katze.“

Lilly Knopp mit ihrer ZWerg Wyandotte weiß
Lilly Knopp mit ihrer Zwerg Wyandotte weiß

Timo Klebach (10) züchtet ebenfalls ZWerg Wyandotten in orange gebändert. Er freute sich über ein Landesverbandsband für sein Tier mit 96 Punkten und der Bewertung „hervorragend.“ Gemeinsam mit seinem Vater übt er dieses Hobby aus und hilft, die Tiere mit zu versorgen.

Schönste Tier der Schau vom Vorsitzenden

Das schönste Tier der Schau mit 97 Punkten und der Bewertung „vorzüglich“ war eine Ostfriesische Möwe vom Vorsitzenden Matthias Beul. Diese Großhühner zählen zu Tieren der Roten Liste. Auf der Roten Liste steht Geflügel, welches bereits vor 1930 gezüchtet wurde. Matthias Beul hatte verschiedene Rassen getestet, was zu ihm passt und praktikabel ist. Seit 2006 hält er die Ostfriesischen Möwen. „Die legen sehr gut und sehen schön aus“, so Beul. Er zeigte sich auch insgesamt sehr zufrieden mit der Lokalschau und war vor allem erleichtert, dass sie nach dem Dilemma im letzten Jahr überhaupt stattfinden konnte. „Wir haben durchweg schönes Tiermaterial“, so der Vereinsvorsitzende.

Vereinsvorsitzender Matthias Beul mit seinem schönsten Tier, eine Ostfriesische Möwe.
Vereinsvorsitzender Matthias Beul mit seinem schönsten Tier, eine Ostfriesische Möwe.

Mit insgesamt 571 Punkten erhielt Matthias Beul in der Klasse Hühner das Oberweyerer Band. Dieses Band erhielt ebenfalls Sebastian Stecker mit Zwerg Wyandotten und 568 Punkten sowie von den Jugendlichen Lilly Knopp mit ihren Zwerg Wyandotten. Ein Landesverbandsband erhielten Ingo Schäfer, Hubert Martin, Steffen Martin, Sebastian Stecker, Andreas Zey, Katharina Schäfer und Timo Klebach. Insgesamt neun Tiere der 174 ausgestellten Tiere wurden mit „hervorragend“ ausgezeichnet.

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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