Matthias Schmidt: Masterstudium nach der Arbeit

Matthias Schmidt ist Verwaltungsbeamter beim Land Hessen. Um die Hürde für den höheren Dienst zu überwinden, büffelte er drei Jahre für seinen Master. Ob sich diese Zeit auf sein Privatleben und sein Ehrenamt auswirkte, erzählt er in der neuen Sommer-Serie „Tagsüber arbeiten, abends studieren“.

Stück für Stück bildete sich Matthias Schmidt (45) auf seinen beruflichen Stufen weiter. Nach seinem Realschulabschluss machte er eine Ausbildung beim Finanzamt im mittleren Dienst. Danach besuchte er die Fachoberschule und machte bei der Stadt Wiesbaden ein duales Studium, bevor er 2000 ins Innenministerium in den gehobenen Dienst wechselte.

Hürden für höheren Dienst überwinden

Aus eigenem Antrieb entschied er sich vor drei Jahren zu einem Aufbaustudium, um die Hürden für den höheren Dienst zu überwinden. Das Land Hessen machte eine Ausschreibung für dieses Aufbaustudium, auf die er sich bewarb. Zwei Leute wurden vom Land Hessen ausgewählt und denen wurde das Studium auch bezahlt. Nach drei Jahren und sechs Semestern schloss der 45-Jährige das Studium als Master of Public Management ab. Seine Abschlussarbeit gehörte zu den vier besten Arbeiten unter den 18 Studenten. Matthias Schmidt erinnert sich noch gut an den ersten Tag: „Da saßen lauter junge Leute und ich hatte Angst, ob ich da überhaupt mithalten kann.“ Doch er habe sich sehr schnell hineingefunden und richtige Freude am Lernen gehabt. Das Studium an sich sei sehr vielfältig gewesen. Für die Zeit bekam er keine Freistellung von der Arbeit. Während seine Kollegen Freitagnachmittag nach Hause zu ihren Familien gingen, packte Matthias Schmidt seine Unterlagen und ging zur Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung (HfPV). Manchmal waren Kurse am Wochenende. Die Semester waren in Module gegliedert, in denen er vier Studienhefte durcharbeiten musste, Präsentationen zum Thema erstellen und Klausuren oder Hausarbeiten zur Überprüfung der Lerninhalte schreiben musste. Er habe sich während des Studiums sehr viel eigenständig erarbeiten müssen. Sich mit einem Thema zu beschäftigen, Fakten dazu in der Bibliothek rauszufinden und das eigenständige Erarbeiten habe er in dieser Zeit sehr schätzen gelernt. Für seine abschließende Masterarbeit hatte Matthias Schmidt von April bis September Zeit, wobei er einen Großteil der Arbeit im Campingurlaub schrieb. Er befasste sich mit dem Thema, was die allgemeine Landesverwaltung attraktiv für den Nachwuchs macht und befragte dafür Berufsanfänger im Hessischen Innenministerium sowie in den drei hessischen Regierungspräsidien. Mit der Ausarbeitung dieses Themas schrieb er mit eine der besten Arbeiten seiner Studiengruppe.

Im Ehrenamt kürzer treten

Seine Familie habe kaum unter dem Studium gelitten. Kam er nach Hause, war er für seine Frau und seine Jungs da. Waren die Kinder im Bett, setzte Matthias Schmidt sich an seine Unterlagen. Dies war dann meist nach 20 Uhr oder am Wochenende. „Meine Familie hat das Studium kaum als störend wahrgenommen“, ist sich der Verwaltungsbeamte sicher. Jedoch musste er sein politisches Ehrenamt einschränken, da dies sehr viel Zeit in Anspruch nahm. In dieser Phase habe er den Fraktionsvorsitz der CDU Elz abgegeben, da er den Ansprüchen nicht mehr gerecht werden konnte. Er ist ebenfalls Vorsitzender des DRK Elz, bekam da viel Unterstützung durch den Verein. Nach dem Abschluss seines Masterstudiums gibt er dem Ehrenamt wieder mehr Platz in seinem Leben. Schmidt beteiligt sich wieder stärker an der Politik und ist neu im Pfarrgemeinderat. Aus diesem Aufbaustudium nimmt Matthias Schmidt nur positives mit und besitzt nun ein zusätzliches Argument für seine weitere Laufbahn. Somit war die investierte Zeit für ihn eine Maßnahme für seine berufliche Zukunft.

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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