Mein Job – meine Berufung

Zur Veröffentlichung des Buches „Ich liebe meinen Job! Dachte ich jedenfalls…“ von Alexander Götze findet begleitend eine Blogparade statt, an der ich teilnehme. Ich liebe meinen Job! Liebe ich meinen Job? Ja, denn ich habe meine Berufung gefunden.

Berufung gefunden im zweiten Anlauf

Mein Herz schlug schon sehr früh für alles Biologische. Bereits in der 8. Klasse war für mich klar, dass dies mein Leben ist. So ging es für mich nach dem Abitur an die Uni, um Biologie zu studieren. Besonders hat es mir die Zoologie sowie die Mikrobiologie angetan. Aus verschiedenen Gründen führte mein Weg jedoch in eine völlig andere Richtung, nachdem ich mein Diplom hatte. Ich hängte ein Fachjournalistenstudium dran und arbeite seit vier Jahren als freie Journalistin und Texterin. Im Schreiben habe ich meine Berufung gefunden. Ich liebe es, nach draußen zu gehen, die verschiedensten Menschen zu treffen und mir ihre Geschichten anzuhören, um diese hinterher in Worte zu fassen. Ich hatte jedoch auch meine Phasen, in denen ich mich fragte, ob ich meinen Job liebe.

Kein nine to five

Als Freiberuflerin habe ich keinen Job von morgens 9 Uhr bis nachmittags 17 Uhr. Im Lokaljournalismus warten häufig die Termine abends auf mich sowie am Wochenende. Einige Termine bekomme ich mit Vorlaufzeit, doch die meisten Termine sind recht kurzfristig. Dies alles ist eine Herausforderung und ich war auch schon an einem Punkt, wo ich dies sehr stark überdacht habe. Ich möchte mehr freie Wochenenden haben, die ich verplanen kann! Mehr freie Abende auf der Couch wären traumhaft, an denen ich nicht nochmal bis 22 Uhr oder später raus muss! Es wäre toll, meine Tage oder auch Wochen besser planen zu können! Ich investiere viel Zeit in Kontakte zu den Vereinen und anderen Personen, doch auf Termine werden Kollegen von mir geschickt! Ich schreibe einzelne Artikel, doch vor Ort bei den Menschen werde ich für die ganze Zeitung verantwortlich gemacht und ihrer Verärgerung konfrontiert! Manche denken, ich bin ihr persönlicher Pressesprecher und gehen mich an, wenn ich objektiv berichte. Dies alles ging mir durch den Kopf. Ist es das wert? In diesem Sommer kam ich stark ins Grübeln, doch am Ende gewann die Liebe zu meinem Beruf.

Ja, ich liebe meinen Job

Ja, es ist es wert! Trotz allem Ärger überwiegen die positiven Erfahrungen. Ich erhalte für meine Arbeit viel positives Feedback, was den Ärger bei weitem überwiegt. Wenn man sich auf alle er Termine einlässt, findet sich auch im scheinbar langweiligsten Termin ein interessanter Aspekt. In meiner Arbeit bin ich objektiv und niemand wird bevorzugt behandelt, ich verhalte mich allen gleich gegenüber. Die Termine, auch wenn sie kurzfristig sind, erfordern ein hohes Maß an Flexibilität. Dieses Maß an Flexibilität ermöglicht es mir jedoch auch, meine Familie zu organisieren und Termine mit den Kindern wahrzunehmen, obwohl ich nach Stunden Vollzeit arbeite. Diese Möglichkeit hätte ich nicht, wenn ich in einem Büro nine to five sitzen würde mit festen Arbeitszeiten.

Tipps für mehr Gelassenheit

Mit der Frage, ob ich weiterhin meiner Berufung nachgehen möchte, setzte ich mich auch mit der Frage auseinander, wie ich Ärger und Unmut besser verarbeiten kann. Dies war ein Prozess, den ich durchging und der mir viel gebracht hat. Bei mir ging es speziell darum, dass mich der Ärger nicht zu sehr aus der Bahn wirft. Mir fehlte die Gelassenheit, um meinen eigentlichen Aufgaben nachzugehen. Inzwischen habe ich einige Tipps für mehr Gelassenheit.

  • Tief durchatmen
  • Mich auf das Wesentliche konzentrieren
  • Abstand zum Gegenstand des Unmuts gewinnen
  • offener mit Fehlern umgehen
  • Energiequellen finden
  • meine Arbeit aus einem anderen Blickwinkel betrachten
  • auch mal Nein sagen

Ärgere ich mich heute, dann geh ich eine Runde nach draußen, um frische Luft zu tanken, mich zu bewegen und Abstand zu gewinnen. Die letzte Zeit habe ich meine Arbeit nicht mehr hinterfragt. Und ich kann inzwischen wieder zu 100% sagen „Ich liebe meinen Job!“

Wenn Ihr mehr aus dieser Blogparade lesen möchtet, könnt Ihr dies bei den beiden folgenden Blogs machen – gestern gab es einen Blogbeitrag im Vereinbarkeitsblog von Sabrina Seiler und morgen könnt Ihr den Beitrag bei Nature & Sense lesen.

Zum Buch „Ich liebe meinen Job! Dachte ich jedenfalls…“

Das Buch selbst beschreibt den Versuch, den eigenen Job wieder zu mögen. Beatrice Engel hat als Personalmanagerin das Gefühl, sich  nur noch im Hamsterrad zu bewegen. Bea fühlt sich in dem leistungsorientierten Unternehmen, welches Budgets reduziert und immer mehr fordert, getrieben und fremdgesteuert. Sie fragt sich, was ihre Rolle in dem Unternehmen ist. Weil sich ihre Gedanken im Kreis drehen, fängt sie auf Raten eines Life Coaches an, ein Jobtagebuch zu schreiben. Und sie erkennt, dass sie bisher die Fehler immer bei anderen suchte und vielleicht mal bei sich selbst anfangen sollte. Eventuell sollte sie ihrem Job nochmal eine Chance geben?!


*Am Ende noch ein kleiner Hinweis in eigener Sache: Die Buchempfehlungen enthalten einen Affiliate-Link des Anbieters Amazon. Wenn Ihr die Bücher über diesen Link kauft, bekomme ich eine kleine Provision, die ich in die Weiterentwicklung des Blogs investieren werde. Für Euch werden die Bücher dadurch nicht teurer.

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

2 Gedanken zu „Mein Job – meine Berufung

  • 20. November 2016 um 6:02
    Permalink

    Daumen hoch! Gut geschrieben! Und das Beste daran, die Erkenntnis, das Du Deinen Job liebst.

    LG Frank

    Antwort
    • 20. November 2016 um 7:46
      Permalink

      Vielen Dank! Ja diesen Sommer habe ich ganz schön mit mir gehadert.

      Antwort

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