Neumarkt Limburg – Behindertenparkplätze alleine sind nicht die Lösung

Der Neumarkt in Limburg beschäftigt die Bürger. Mehrmals habe ich dieses Thema bereits aufgegriffen. Inzwischen liegen zwei Konzepte für eine Neugestaltung von der CDU und den Grünen vor. Darauf bin ich im #kurznotiert von letzter Woche eingegangen, wo ihr nachlesen könnt, was die Konzepte beinhalten. Es fehlen noch die Konzepte vom Cityring und von der Stadtverwaltung.
Heute möchte ich mich gerne einem Thema annehmen, welches irgendwie immer unter geht oder zu einseitig betrachtet wird – die Barrierefreiheit und die Sache mit den Behindertenparkplätzen.

Nicht alle Menschen haben eine Behinderung

Am Donnerstagabend war ich bei den Grünen Limburg, welche ihr Konzept zu einem parkfreien Neumarkt vorgestellt haben. Nach der Vorstellung in der Diskussion beschränkten sich die Einwürfe recht schnell nur noch auf die Anfahrt von Patienten zu den Praxen. Ich fand es sehr schade, dass dies damit abgetan wurde, mehr Behindertenparkplätze zu schaffen. Doch dies ist zu engstirnig gedacht. Ein Mittvierziger mit akutem Bandscheibenvorfall, der sich kaum noch bewegen kann, hat keine Behinderung. Senioren, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, haben nicht automatisch eine Behinderung.

Dies sind nur zwei Beispiele, welche anzeigen, dass dies zu einseitig gedacht ist. Es gibt neben Menschen mit Behinderung auch viele weitere Situationen, bei denen die Menschen vor die Tür gefahren werden müssen, um einen kurzen Weg zu den Praxen zu haben. Daher reicht es nicht aus, darüber nachzudenken, ob eventuell Behindertenparkplätze auf den Neumarkt kommen oder ob in der Graupfortstraße weitere Behindertenparkplätze geschaffen werden sollen.

Barrierefreiheit nicht nur für Rollstuhlfahrer

An dem Abend bei den Grünen habe ich erfahren, dass der Neumarkt zum Bahnhof hin leicht ansteigt. Die Mitte des Platzes soll eingeebnet werden und würde zur Umgebung Stufen erhalten. Diese ebene Fläche biete mehr Möglichkeiten wie eine Eisfläche im Winter oder einen Bouleplatz. Hier zeigt sich dann, dass genauso einseitig gedacht wird, wenn beim Thema Barrierefreiheit einem nur Menschen im Rollstuhl in den Sinn kommen. Barrierefreiheit betrifft so viele Menschen mehr. Da sind die Mütter mit Kinderwagen, ältere Menschen, welche langsam zu Fuß sind oder mit Rollator unterwegs. Einwände, dass eine abgesenkte Fläche mit Stufen nicht barrierefrei sei, damit abzutun, dass diese Fläche umfahren werden kann, finde ich sehr kurzsichtig.
Wie sagte Frank F. König an dem Abend? „Jede geplante Stufe, die nicht umgesetzt wird, ist eine gute Stufe.“ Mit ihrem Konzept würden die Grünen nur neue Barrieren schaffen.

Solche Einwände wurden jedoch damit abgewiegelt, dass es erstmal nur Ideen sind und nicht das Ende einer Diskussion. Mehr zu dem Thema könnt ihr auch auf der Seite von Frank F. König lesen mit dem Titel „Der Limburger Neumarkt 2017“.

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

3 Gedanken zu „Neumarkt Limburg – Behindertenparkplätze alleine sind nicht die Lösung

  • 19. November 2017 um 0:04
    Permalink

    Ich denke auch man sollte nicht direkt an Behinderung denken, wenn man einfach Teilnahme am gesellschaftlichen Leben nimmt. Ein Besuch im Cafe, einfach mal shoppen oder bummeln….für Menschen, die in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt sind mit Parkmöglichkeiten Neumarkt einfacher machbar. Stufen und Bachläufe für Sehbehinderte katastrophal. …wenig durchdacht bzw. nur für „Fitte“, die eh schon alle Möglichkeiten der Teilhabe nutzen können.

    Antwort
    • 19. November 2017 um 6:04
      Permalink

      Liebe Ute,
      danke für Dein Kommentar. Das ist genau das, was ich meine. Es gibt viele Personengruppen, welche einfach abgetan werden. Es ist zu einseitig gedacht. Und wenn eine Anmerkung dazu gemacht wird, wird sie einfach weggewischt. Da sollte mehr Sensibilität vorhanden sein, um dieses Thema zu behandeln.
      LG Heike

      Antwort

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