Neumarktgestaltung neu gedacht – Entwurf von Michi Schmitt

Die zukünftige Gestaltung des Neumarktes beschäftigt nicht nur Politik und Geschäftsleute. Unabhängig davon, wie der Platz eventuell irgendwann mal aussehen wird, entscheiden die Limburger am 18. März in einem Bürgerentscheid, ob der Neumarkt parkfrei werden soll oder nicht. 

Es gibt viele verschiedene Ideen zum Neumarkt – mit Tiefgarage, textiler Bespannung oder gar Überdachung. Mich erreichte nun eine Idee von Michi Schmitt, der den Neumarkt völlig neu denkt. Schmitt ist Illustrator, Zeichner und Bühnenbildner mit Limburger Wurzeln. Mit seiner Werkstatt ist er im Kalkwerk zu finden. Nachfolgend seine Idee für den zentralen Platz in Limburg.

Ein Turm für den Neumarkt

Im Mittelpunkt seiner Idee steht eine zweite Ebene sowie ein begehbarer Turm. „Ich sehe meinen Vorschlag als einen Beitrag, um die Diskussion um die Gestaltung zu erweitern“, sagt der Künstler.  Michi Schmitt hat sich in der Vergangenheit mit seinen Zeichnungen und Illustrationen immer wieder in aktuellen politischen Diskussionen zu Wort gemeldet. Dies geschah bei der Diskussion um die Südumgehung oder auch bei dem Vorhaben, die inzwischen abgerissene Autobahnbrücke zu bebauen.
„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um das noch einmal in Erinnerung zu rufen und stärker herauszuarbeiten“, wirbt Schmitt für seinen künstlerisch gefärbten Blick einer Neugestaltung. Die zweite Ebene über den mittleren Bereich des Platzes würde rund 400 qm zusätzlich Fläche schaffen, die multifunktional genutzt werden könnte. „Sie soll zum Entspannen und Verschnaufen einladen und einen anderen Blick auf den Platz und die umgebende Bebauung ermöglichen“, sagt er.

So könnte der Neumarkt nach einer Idee von Michi Schmitt aussehen
So könnte der Neumarkt nach einer Idee von Michi Schmitt aussehen

Zentrales bzw. herausragendes Element der zweiten Ebene ist ein Turm. Derzeit hat Schmitt ihn noch mittig in der zweiten Ebene vorgesehen, doch um die Sichtachse zur Altstadt nicht zu beeinträchtigen, kann er auch aus der Mitte heraus verschoben werden. Der Turm soll über Wendeltreppen erschlossen werden, die einen separaten Auf- und Abgang ermöglichen. Ob der Turm mit seiner Plattform zur Aussicht dienen kann, hängt von seiner möglichen Höhe ab. Das ist noch zu prüfen, so Schmitt. Bleibt er in der Höhe unter der umgebenden Bebauung, dient er als gestalterisches Element. Dann ließe sich aber noch eine Rutsche von der Plattform auf den Neumarkt verwirklichen.

Gastronomische Nutzung

Eine gastronomische Nutzung ist auch vorstellbar, ebenso kleinere Veranstaltungen oder auch die Einbindung in Großveranstaltungen, die auf dem Neumarkt stattfinden. Zu denken ist dabei an die Rheingauer Weintage oder den Christkindlmarkt. Über Aufgänge an den Stirn- sowie Längsseiten soll die zweite Ebene erreichbar sein. Gegebenenfalls könnte auch ein kleiner Aufzug dafür sorgen, die zweite Ebene denen zu erschließen, die über eine eingeschränkte Mobilität verfügen.
Im Rahmen seiner Ausstellung im vergangenen Jahr in den Kunstsammlungen der Stadt wurde deutlich, dass sich Schmitt durchaus mit ernstgemeinten Vorschlägen an einer Verbesserung des Erscheinungsbilds seiner Stadt beteiligen kann. Ein Raum im Rahmen der Ausstellung war Vorschlägen vorbehalten, um Fassaden attraktiver zu gestalten, Unterführungen aufzuwerten und bauliche Elemente zu nutzen, um sie begehbar zu machen.

Seine Idee ist sehr durchdacht. Nach Einschätzung von Schmitt bietet eine solche zweite Ebene zahlreiche Vorteile für den bestehenden Neumarkt. Neben dem größeren Platzangebot können Marktstände oder auch Parkplätze (je nach Ausgang des Bürgerentscheids) bleiben, auch die Bäume werden davon nicht beeinträchtigt. Für den mittleren Bereich des Platzes gibt es zudem automatisch eine Überdachung. Wichtig ist für Schmitt, dass mit der zweiten Ebene auch Spielflächen für Kinder auf dem bestehenden Platz vorgesehen werden. Bei dem Material, das verwendet werden soll, setzt Schmitt auf Holz, zumindest was die begehbaren Flächen angeht. Wichtig ist natürlich auch, dass die Trägerkonstruktion offen gestaltet wird und sie die bestehenden Blickbeziehungen weiterhin zulässt.

Einen weiteren Beitrag zum Thema Neumarkt und Barrierefreiheit findet ihr hier.

 

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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