Pressemitteilung Stadt Limburg – Was macht der Nikolaus im Rathaus?

Seit dem Jahr 2006 lädt die Stadt Limburg zum Tag des Ehrenamts am 5. Dezember Helfer und Aktive aus Vereinen ein, die sich mit ihrem ehrenamtlichen Wirken und Tun für die Allgemeinheit einsetzen. In diesem Jahr waren Nikoläuse zu Gast im Rathaus. Anbei die Pressemitteilung von der Stadt Limburg.

Was macht der Nikolaus im Rathaus?

Großes Aufgebot an Nikoläusen im Limburger Rathaus. Sechs heilige Männer mit Mitra und Bischofsstab, echten und künstlichen Bärten hatten sich eingefunden. Das große Buch der Verfehlungen und Sünden klappten sie erst gar nicht mehr auf. Die moderne Nikolaus-Pädagogik setzt mehr auf lobende Worte, kein Geschimpfe mehr, keine Litaneien von Verfehlungen.

Lob gab es reichlich im Rathaus – für die Nikoläuse und den begleitenden Anhang beziehungsweise das Unterstützerteam. Angeführt von ihrer Vorsitzenden Lisa Balmert war eine Delegation des Nikolausvereins der Einladung von Bürgermeister Dr. Marius Hahn gefolgt, der den internationalen Tag des Ehrenamts (5. Dezember) zum Anlass nahm, das Tun und Wirken für die Gesellschaft zu würdigen. In der Stadt wird dies seit dem Jahr 2006 gehandhabt. Und diesmal waren es eben ganz passend zur Jahreszeit die Nikoläuse – und ihr Verein hat auch noch Geburtstag, wird in diesem Jahr 50 Jahre alt.

Zwischen dem Besuch von Kindertagesstätten am Morgen und den Terminen am späten Nachmittag und Abend hatten es die Nikoläuse tatsächlich geschafft, ins Rathaus zu kommen. „Das stetige ehrenamtliche Engagement gilt es zu würdigen und anzuerkennen“, sagte Hahn, der den Dienst der Nikoläuse keineswegs nur auf das Verteilen von Geschenken beschränkte, sondern auch die Pflege des Brauchtums sowie der christlichen Tradition hervorhob. Schließlich kommen die Nikoläuse des Vereins nicht als Weihnachtsmann, sondern mit Mitra und Bischofsstab und erinnern so auch an die historische Figur, den heiligen Nikolaus, der zu Lebzeiten als Mann der Kirche Bischof von Myra war.

Die Männer in ihrer auffallenden Kluft stehen zwar im Focus, aber wie im richtigen Leben auch gibt es das sogenannte Backoffice. Das sind die „Engel“ und Fahrer, die notwendig sind, um die vielen Termine unter eine Bischofsmütze zu bekommen. Es ist reichlich Organisation notwendig, um alle Termine zu besetzen. An einem Tag gab es 800 Anrufe beim Nikolausverein, berichtete Lisa Balmert. Und diese Gespräche gilt es anzunehmen, abzuarbeiten und die Nikolausarbeit zu verteilen.

320.000 Euro Spenden in 50 Jahren

Arbeit, die durchaus etwas einbringt. Zunächst dem Verein und später allen, die mit Sachspenden bedacht werden. In 50 Jahren hat der Nikolaus auf Abruf rund 320.000 Euro an Spenden erhalten und sie dann weitergeben. Zunächst waren Institutionen Empfänger, die dann weiter verteilt haben. Inzwischen ist der Verein dazu übergegangen, die Sachspenden direkt an diejenigen zu übergeben, die der Hilfe bedürfen.

„Ich kann mich noch an die erste Spende erinnern, das war eine Waschmaschine für die Lebenshilfe“, erzählte Jürgen Kirchberg in der Runde. Er bringt alles mit, was so ein Nikolaus äußerlich braucht. Einen grauweißen Bart, Bauch hat er auch, die Größe stimmt ebenfalls. Er sich noch gut an seine ersten Jahre beim Nikolausverein erinnern. Die ersten Abende verbrachte er noch als Knecht Ruprecht. Doch der hat längst ausgedient. „Nicht schimpfen, das geht gar nicht. Wir wollen das Negative umkehren und zum Guten ermutigen“, beschreibt er die aktuelle Nikolaus-Pädagogik.

Seine Kollegen teilen seine Einschätzung. Als diejenigen, die mit ihrem Auftritt in wenigen Minuten ganzjährige Erziehungsversäumnisse beheben sollen, wollen sie sich nicht missbrauchen lassen. Und wenn überhaupt, dann gelte es eher ein strenges Wort an die Erwachsenen zu richten. Manchmal denken die Nikoläuse vor ihren Auftritten ob der Geschenkeflut daran, ob schon Weihnachten ist. Oder sie werden Zeugen, wie der Schatz des Brauchtums um den Nikolaus schwindet. Gedichte, Lieder – das wird immer seltener oder kommt gleich vom Tonträger. Es gibt allerdings auch Entwicklungen, die kommen den Nikoläusen sehr entgegen. Moderne Textilien zum Beispiel. Das sehr aufwändige Bügeln der Bischofstracht entfällt damit.

Bis kurz vor Weihnachten werden die Nikoläuse gebucht. Zwischen Wiesbaden und Westerburg sind sie unterwegs. Und danach muss die Bischofstracht wieder gepflegt werden, gilt es zu entscheiden, wer mit Sachspenden bedacht wird. Es gibt zu tun – bis sie im neuen Jahr wieder Anfang Dezember auf Tour gehen.

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.