PM Stadt Limburg – Stadt soll wegen Mundipharma Areal verhandeln

Am Montag, 19. März war das Mundipharma Areal Thema in der Stadtverordnetenversammlung. Anbei ein Pressetext der Stadt Limburg

Mundipharma-Areal: Stadt soll verhandeln

Die Limburger Stadtverordnetenversammlung hat den Magistrat mit deutlicher Mehrheit am Montagabend ermächtigt, ernsthaft über den Kauf der Mundipharma-Gebäude weiter zu verhandeln. Den 34 Ja-Stimmen standen zwei Nein-Stimmen gegenüber, zudem gab es noch sieben Enthaltungen. „Ich bin froh über diese deutliche Mehrheit und den damit verbundenen klaren Auftrag an den Magistrat“, sagte Bürgermeister Dr. Marius Hahn nach dem Votum.

Knapp elf Millionen Euro sollen die beiden Verwaltungsgebäude mit dem Konferenzzentrum, den Parkplätzen und einer noch unbebauten Fläche mit einer Größe von 2,3 Hektar kosten. „Das Rathaus bleibt in der Stadt“, versichert Hahn. Sollte es zu einem Umzug kommen, dann wird es im alten Rathaus ein Bürgerbüro geben, das möglichst alle Dienstleistungen anbietet. „Das Bürgerbüro ist schon lange ein Wunsch von mir. Die Umsetzung wird mit den Umzugsplänen deutlich an Fahrt gewinnen“, so Hahn.

Prüfung der Gebäude durch den Magistrat

Der Magistrat hat natürlich Aufgaben für die nächsten Wochen und Monate mit auf den Weg bekommen. Es gilt die Gebäude unter baufachlicher Sicht zu prüfen, außerdem sind die finanziellen Aspekte genauestens abzuklopfen. Das beinhaltet auch, sich zum Beispiel über die Folgekosten im Klaren zu sein und sie möglichst niedrig zu halten. „Ich bin davon überzeugt, dass wir bis zum Sommer zu einem guten Ergebnis kommen“, zeigt sich Hahn optimistisch.

Dass Handlungsbedarf besteht, ist in Politik und Verwaltung unstrittig. Das sogenannte Neue Rathaus ist unter energetischen Gesichtspunkten ein Sanierungsfall, zugleich sind alle Versorgungssysteme nicht mehr auf einem aktuellen Stand. Eine Sanierung im laufenden Betrieb ist nicht möglich, da die Schallübertragung in dem Gebäudekomplex sehr hoch ist, was sich gerade erst beim Einbau eine behindertengerechten Toilette gezeigt hat, verdeutlicht der Erste Stadtrat Michael Stanke. Verschiedene Optionen wie Sanierung des bestehendes Gebäudes, Neubau am gleichen Standort oder auch Neubau an einem neuen Standort sind in Erwägung gezogen worden. Umgelegt auf die Büro- und Grundstücksflächen ist der Erwerb des Mundipharma-Areals mit Abstand die günstigste Lösung und beinhaltet auch kein Sanierungsrisiko, so Stanke weiter.

Gesamtpaket

Bürgermeister Hahn und der Erste Stadtrat Michael Stanke werben für das Gesamtpaket, das nach ihrer Einschätzung deutlich mehr beinhaltet, als den Kauf der Verwaltungsgebäude durch die Stadt. Zum einen gibt es mit Fidelio Heathcare ein Unternehmen, dass an dem Standort weiterhin pharmazeutische Produkte herstellen will. „Den von der Stadt zu zahlenden Kaufpreis will Fidelio Heathcare in den Standort Limburg investieren“, verweist Hahn auf entsprechende Gespräche und Absichtserklärungen. Das Unternehmen übernimmt die Produktionsanlagen und das Hochregallager auf dem Areal und wird zudem Mieter im Konferenzentrum.

Zu dem Gesamtpaket gehört auch, dass das Bistum als Käufer des Verwaltungsgebäudes 1 in Betracht kommt und ernsthaft überlegt. Das Bistum benötigt dringend Büroflächen, da das Katharina-Kaspar-Haus in der Graupfortstraße, derzeit noch Sitz des Caritasverbands auf Diözesanebene, ein Sanierungsfall ist. Zudem besteht weiterer Bürobedarf durch eine notwendige Sanierung des Komplexes am Roßmarkt.

Das Gesamtpaket beinhaltet nach Angaben von Hahn zudem die Nutzung des Konferenzzentrums und die Verwendung des Standortes Neues Rathaus. Für das Konferenzzentrum gibt es neben der festen Zusage von Fidelio Heathcare bereits weitere Anfragen von potentiellen Mietern. „Ich bin auch davon überzeugt, dass wir die hochwertigen Konferenzräume so verwenden können, dass der komplette Standort Limburg davon einen Nutzen hat“, so Hahn weiter.

Auch bezüglich der Zukunft des Standortes Neues Rathaus gibt es derzeit schon erste Überlegungen und Interessenten, die bereits im Rathaus angeklopft haben. „In direkter Nachbarschaft zur Stadthalle ist ein Hotelstandort durchaus denkbar“, so Hahn weiter. Das würde nicht nur die Stadthalle als Tagungsstandort aufwerten, sondern der kompletten Innenstadt neue Impulse geben.

 

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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