Eine Schule für Unternehmer – Neues Angebot bereichert den Bildungsstandort Limburg

Limburg ist ein Bildungsstandort mit zahlreichen Schulen, einer Außenstelle der Technischen Hochschule Mittelhessen sowie weiteren Bildungseinrichtungen. Nun gibt es eine neue Schule, die Unternehmerschule Limburg. Über das Bonner „Institut für Integrative Wirtschaftsförderung e.V.“   tritt sie mit dem Limburger Claus Prégardien als Schulleiter in einem besonderen Format an.

Der Unterricht wird an zehn Tagen über das Jahr verteilt jeweils samstags angeboten, Lernort ist das Kloster Bethlehem. Nicht nur das Format ist außergewöhnlich, auch diejenigen, die die Schulbank drücken. Denn sie leiten eigene Unternehmen und Firmen, Einrichtungen oder sind dort in verantwortlicher Position tätig.

Module für verschiedene Fähigkeiten

Führungsfähigkeit, Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit, unter diesen Themen bietet die Unternehmerschule, zu deren Vorstellung sich am 08. März zahlreiche Interessierte im Konferenzraum der Stadthalle eingefunden hatten, ihre verschiedenen Module an. Die Module fächern sich wiederum in verschiedene Stichpunkte wie Personalführung, Management, Finanzwesen und Finanzplanung oder Vermarktung und Kunden auf.

„Müssen gestandene Unternehmer in die Schule gehen?“, diese Frage stellte sich auch Limburgs Bürgermeister Dr. Marius Hahn in einem kurzen Grußwort. Die Antwort lieferte er gleich mit, denn Lernen sei heute ein lebenslanger Prozess. Mit der Unternehmerschule, davon ist er überzeugt, könne die heimische Wirtschaft gezielt gestärkt werden. Das Angebot dessen, was vermittelt werde und was an Austausch untereinander zwischen den Lernenden möglich ist, überzeuge und ermögliche es auch kleineren Unternehmen, sich dem ständigen Wettbewerb zu stellen.

Auch Elmar Bouillon von der MNT-Gruppe, die Sponsor der Unternehmerschule ist, zollte dem Konzept mit dem breit gefächerten Unterrichtsangebot Anerkennung. Nach seiner Einschätzung gibt es viele Unternehmer, die eine hohe fachliche Kompetenz an den Tag legen, aber Schwächen zum Beispiel in der Betriebswirtschaft aufweisen, was sich dann negativ auswirke. Die Unternehmerschule biete dabei gute Ansätze, um vorhandene Defizite aufzuarbeiten.

Netzwerk Integrative Wirtschaftsförderung

Die Unternehmerschule in Limburg ist Teil des Netzwerks Integrative Wirtschaftsförderung, das wiederum an einen eingetragenen Verein angegliedert ist. Peter Müller, Vorstandsvorsitzender des Bonner Instituts, ist Initiator und Erfinder der Unternehmerschule und zeigte sich zum Auftakt stolz darauf, dass in Limburg nun die erste Unternehmerschule in Hessen eröffnet hat. Über 20 Unternehmerschulen gibt es nach Angaben von Müller bereits. „Wo lernt der Unternehmer denn Unternehmer zu sein?“, so seine Frage in die Runde. Dabei sei es wichtig, unternehmerische Kenntnisse auszuweisen. Nur 15 Prozent aller Existenzgründer in Deutschland schaffen es nach seinen Angaben, die ersten fünf Jahre zu überstehen.

„Das spannendste ist der gegenseitige Austausch“, versprach Claus Prégardien, der die Unternehmerschule Limburg leitet. Das entspreche auch der Intention der Schule, möglichst viel aus der Praxis heraus zu entwickeln. Daneben spreche auch der branchenübergreifende Ansatz für ein gutes Lernergebnis. Nicht zuletzt die zur Verfügung stehenden Dozenten seien ein Garant dafür, dass das vermittelte Wissen und die Kenntnisse aus der praktischen Erfahrung gesammelt wurden und werden. Prégardien verwies im Rahmen der Vorstellung auch auf die Kooperation mit der Wirtschaftsförderung Limburg-Weilburg-Diez sowie mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Limburg.

Die erste richtige Lernveranstaltung findet in Limburg am 14. April statt. Weitere Informationen gibt es unter www.netzwerk-niw.de oder per Mail unter info@netzwerk-niw.de.

Heike Lachnit

Ich bin freie Lokaljournalistin in der Region um Limburg. Auf HL-Journal schreibe ich über die Themen, die nicht immer in der Zeitung Platz haben oder die mir am Herzen liegen.

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