Senckenberg Naturmuseum Frankfurt – Vielfalt erleben

Das Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt ist jederzeit einen Ausflug wert. Hier gibt es die Vielfalt des Lebens, Einblicke in die Erdgeschichte und vieles mehr zu entdecken. Neben der Dauerausstellung konzipiert das Museum immer wieder neue Sonderausstellungen, so dass es sich lohnt, das Museum häufiger zu besuchen.

Giganten der Urzeit

Giganten der Urzeit im Senckenberg Naturmuseum
Giganten der Urzeit

Vom Foyer aus geht es einen schmalen Gang entlang. Glasscheiben sind in den Boden eingelassen und der Besucher geht über riesige Fußabdrücken, bei denen der eigene Fuß zwergenhaft erscheint. Am Ende des Gangs öffnet sich ein riesiger Saal und die Giganten der Urzeit ziehen die Blicke auf sich. Staunend stehen die Kinder davor und haben die Köpfe in den Nacken gelegt, um sich die Riesen anzusehen. Es ist bei jedem Besuch aufs Neue unglaublich, dass diese Wesen einst die Erde bevölkerten und ihre Spuren hinterließen. Staunend stehen sie neben den riesigen Füßen und gehen den Riesen kaum bis zum Knie. In Frankfurt befindet sich Deutschlands größte Sauriersammlung.

Seit 200 Jahren gibt es die Senckenbergische Gesellschaft für Naturforschung. Sie zählt zu den wichtigsten Forschungseinrichtungen rund um die biologische Vielfalt und ist an mehreren Standorten in Deutschland tätig. In Frankfurt befindet sich das größte Naturkundemuseum, zwei weitere Museen stehen in Dresden und Görlitz. Hier wird nicht nur geforscht, konserviert und gesammelt, sondern die Ergebnisse werden auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dafür gibt es zum einen die Dauerausstellung, welche immer zu betrachten ist. Desweiteren wird diese durch wechselnde Sonderausstellungen ergänzt.

Wie hat sich die Erde entwickelt?

Das Senckenberg Naturmuseum zeigt dabei nicht nur die Vielfalt an Lebewesen, sondern zeigt auch, wie sich die Erde entwickelt hat. In einem geologischen Bereich erfährt der Besucher alles über die Plattentektonik, Vulkanausbrüche und Erdbeben. An interessanten Modellen erfahren bereits die kleinsten Besucher, wie alles auf der Erde zusammenhängt. Stundenlang können die Kinder vor dem Modell des Vulkans stehen, den Rauch aufsteigen sehen und gespannt darauf warten, dass er ausbricht. Anschaulich wird die Verschiebung der Kontinente gezeigt. In dem großen Raum mit der Erde und der Darstellung im Sonnensystem erfahren wir, wie klein wir eigentlich sind in Bezug auf das gesamte Universum. Und die Besucher erfahren, dass durch die Vorgänge auf der Erde mit den Plattenverschiebungen, Vulkanausbrüchen und Ablagerungen überhaupt erst der Blick in die Vergangenheit möglich ist. Durch Ablagerungen von Sand oder Schlamm auf toten Tieren wurden prähistorische Spuren in den Gesteinen konserviert. Und so schließt sich der Kreis zu den Fossilien. Besonders interessant finde ich dabei den Bereich Grube Messel, da diese hier in der Region liegt. Hier sehen die Besucher, was hier mal lebte. Manche Vorfahren der Lebewesen sind in dieser Region heute nicht mehr zu finden und muten mystisch an.

Biologische Vielfalt

Auge in Auge mit dem Löwen.
Auge in Auge mit dem Löwen.

Die biologische Vielfalt zeigt sich in den vielen verschiedenen Pflanzen und Tieren. In der Sammlung vom Senckenberg Naturmuseum gibt es einen sehr großen Einblick in diese Vielfalt. Dabei punkten bei den Kindern die Glasvitrinen mit den großen Affen und Raubtieren, die einen direkt anzuschauen scheinen. Manche Tiere kennen die Besucher nicht und stehen staunend davor. Von den ganz großen Tieren bis hin zu den winzig kleinen Insekten finden sich alle Lebewesen in dem Museum. Zu den einzelnen Tierklassen gibt es Einführungen in die Thematik, einen Überblick über die Gemeinsamkeiten der Tiere, aber auch zu den Unterschieden.
Neben den wissenschaftlichen Namen versucht das Museum auch immer wieder tiefer in die Materie zu gehen und Wissen zu vermitteln. So hängen an den Vitrinen der Vögel verschiedene Plakate mit Adjektiven -machtvoll, geistreich, verführerisch, nahrhaft oder göttlich- und stellen eine Beziehung zu den Vögeln dar als Nahrungsmittel, Machtsymbol oder im Sprachgebrauch. Bei meinen Kindern sind die großen Dioramen immer sehr beliebt, in denen die Tiere in ihrem Lebensumfeld dargestellt sind.

Fasziniert und ein wenig angeekelt fanden die Kinder den Bereich „Anatomie im Glas“. Aufgebaut wie eine alte Apotheke finden sich dort eine Sammlungsstücke, die für die Anschauung konserviert wurden. Da gibt es Innereien zu sehen, aber auch einzelne Gliedmaßen und ganze Tiere. In dieser „Apotheke“ befinden sich 300 so genannte „Nass- und Gewebepräparate“, anatomische Apparaturen und präparatorische Instrumente. Und der Besucher erhält einen Einblick, wie Dinge für die Ewigkeit erhalten werden können.

„Alte Apotheke“

Es gibt viel zu entdecken. Von den großen Sälen zweigen kleinere Säle ab, so dass bei jedem Besuch etwas neues entdeckt werden kann. Zudem locken auch Sonderausstellungen immer wieder.
Bis zum 5. August 2018 präsentiert das Senckenberg Naturmuseum die Sonderausstellung „Faszination Vielfalt“. In einer Vitrine sind 1138 Objekte ausgestellt und davor stehend ist es ein großartiger „Wow“-Effekt.

Informationen zum Senckenberg Naturmuseum

Adresse

Senckenberg
Forschungsinstitut und Naturmuseum
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt am Main
Telefon: 069 7542 0

Öffnungszeiten

Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag: 9 bis 17 Uhr
Mittwoch:  9 bis 20 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage: 9 bis 18 Uhr

Geschlossen: 24., 31. Dezember, 1.Januar, Karfreitag sowie Fastnachtsdienstag ab 13 Uhr

Eintrittspreise

Erwachsene (16 – 65 Jahre)  10 Euro
Erwachsene ab 66 Jahre       7,50 Euro
Kinder und Jugendliche       5 Euro
Familienkarte (2 Erw., bis zu drei Kinder)  25 Euro

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Naturmuseum Frankfurt sowie den Eintrittspreise findet ihr auf der Internetseite.

Anfahrt

Am Senckenberg Museum selbst gibt es keine Parkmöglichkeiten, doch es ist sehr gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Vom Hauptbahnhof aus kann die U4 genommen werden bis zur Haltestelle Bockenheimer Warte. Ihr könnt auch mit der S-Bahn bis zum Westbahnhof fahren und von dort habt ihr einen Fußweg von 10 Minuten.

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Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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