Simone Knapp „Heimlich weitergebildet“

In der neuen Sommerserie-Serie „Tagsüber arbeiten, abends studieren“ erzählen Menschen von ihren Erfahrungen und den Herausforderungen, die eine Weiterbildung mit sich bringt. Simone Knapp aus Dornburg-wilsenroth hat 13,5 Monate gebüffelt, bis sie ihr Zeugnis als Eventmanagerin in den Händen hielt.

Nur sehr wenige Menschen in ihrem Umfeld wussten Bescheid, dass Simone Knapp (53) einen Fernlehrgang „Eventmanagement“ an der ILS absolvierte. „Ich hätte ja auch scheitern können“, erklärt die Wilsenrötherin ihre Beweggründe, es nicht an die große Glocke zu hängen. Als sie sich für den Lehrgang anmeldete, war ihr auch klar, dass ihre Familie dadurch nicht benachteiligt werden soll. Inzwischen besitzt Simone Knapp ihr Zertifikat als Eventmanagerin und möchte es nun auch allen erzählen. Nach dem Abitur machte Simone Knapp bei der Höchst AG eine Ausbildung als Fremdsprachenkorrespondentin und IHK-geprüften Sekretärin. Nach der Ausbildung wurde sie von der Höchst AG übernommen und wechselte später ins Computerlernzentrum in Höchst. Dort musste sie Kurse ausschreiben, organisieren und durchführen. „Das organisieren habe ich geliebt“, erzählt sie. Mit ihren Kindern war sie 17 Jahre als Hausfrau und Mutter zu Hause. In dieser Zeit habe sie die Leitung der Kindertanzgruppen beim TV Wilsenroth gehabt und gab für alle Schulzweige Nachhilfe in Englisch, Französisch und Deutsch. 2003 fing sie bei A & M Services in Elz an, bevor sie 2006 als eine Sekretärin des Bürgermeisters und Geschäftsführerin des Kulturkreis Elz bei der Gemeinde anfing, wo sie bis heute sitzt.

Fernlehrgang „Eventmanagement“

Über Werbung wurde sie auf den Fernlehrgang „Eventmanagement“ aufmerksam und dachte sich „Das mache ich ja schon.“ Sie organisierte sehr viel, doch fehlten ihr die Zertifikate über diese Fähigkeiten. „Ich wollte mir im Nachhinein meine zehnjährige Berufserfahrung zertifizieren lassen“, begründet Knapp ihre Motivation. Zeitgleich las sie den Spruch „Du bist nie zu alt, Dir ein neues Ziel zu setzen oder einen neuen Traum zu träumen“ von C.S. Lewis. Dies alles zusammen bewegte sie zur Anmeldung. In den letzten 13,5 Monaten arbeitete Simone Knapp 16 Module selbständig durch und schloss jedes Modul mit einer Hausarbeit ab. Sie musste Fragen beantworten, Konzepte erstellen, Einladungen entwerfen, Messen vorbereiten und fiktive Unternehmen kreieren, gibt sie einen Einblick in die Aufgaben. „Mit hat das alles unheimlich viel Spaß gemacht“, schwärmt Knapp von ihren Erlebnissen. „Am schlimmsten waren die Präsentations- und Moderationstechniken“, stöhnt sie beim Erzählen, „das ist  nicht meine Welt.“

„Schön-Wetter-Lerner“

Am schwierigsten sei es für sie gewesen, wieder in den Lernrhythmus zu kommen. Früher habe sie sich die Sachen mehrmals durchgelesen und es dann im Kopf. Doch dies funktionierte gar nicht mehr. „Es ist ein anderes Lernen als in der Schule gewesen“, so Knapp. Es habe dann auch eine Weile gedauert, bis sie für sich eine Methode gefunden hatte, mit der sie sich die Inhalte behhielt. „Ich mache mir Schaubilder von den Inhalten, mit denen ich dann lerne“, erklärt sie ihre Methode. Simone Knapp lernte sehr flexibel, wobei ihr die Vormittage leichter fielen als die Nachmittage. Nachmittags sei ihr Kopf einfach leer gewesen. Am besten konnte sie an ihren freien Tagen lernen, da sie dann den ganzen Tag konzentriert über den Materialien saß. Während sie auch mal am Wochenende in ihre Unterlagen rein las, konnte sie ihre Hausarbeiten nur unter der Woche schreiben, wenn es ruhig zu Hause war. Simone Knapp bezeichnet sich selbst als „Schön-Wetter-Lerner“, da sie am liebsten bei schönem Wetter im Garten lernte. Schon während des selbst finanzierten Lehrgangs hatte sie häufiger das Gefühl, dass sie intuitiv schon vieles richtig gemacht habe. „Nun ist meine Arbeit zertifiziert“, so Simone Knapp, „und ich kann dem Kind einen Namen geben.“ Obwohl sie vieles schon kannte, ist sie davon überzeugt, ihre Arbeit jetzt noch professioneller zu machen. Hinzu kommt, dass sie Spaß am Lernen hatte und daher würde sie diesen Schritt immer wieder gehen.

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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