Spenden für eine Delfintherapie

Eine Delfintherapie für besseres laufen

Das Gehirn des achtjährigen Kevin-Leandro Kramer hat sich nicht richtig ausgebildet, so dass er in seiner motorisch-geistigen Entwicklung stark eingeschränkt ist. Eine erste Delfintherapie half ihm bei der Sprachentwicklung. Mit einer weiteren Delfintherapie soll das selbständige Gehen weiter gefördert werden.Kevin-Leandro Kramer ist ein sehr zufriedenes Kind und obwohl er schon einiges in seinem Leben durchgemacht hat, wirkt er sehr glücklich. Er ist neugierig und interessiert sich für technische Dinge. Auf dem Tablet spielt er verschiedene Spiele, ferngesteuerte Autos faszinieren ihn und der Kran mit Fernbedienung im Kinderzimmer lässt ihn lachen. „Er ist mein Sonnenschein“, so seine alleinerziehende Mutter Rosa-Linde Kramer (25).

Nicht ernst genommen

Sie spürte recht früh, dass sich ihr Sohn nicht alterstypisch entwickelte, doch der Kinderarzt nahm sie nicht ernst. Heute ärgert sie sich darüber, denn dadurch sei wertvolle Zeit verloren gegangen, in der ihr Kind schon Therapien hätte bekommen können. Durch einen Zufall kam es dann heraus. Mit elf Monaten hatte Kevin-Leandro hohes Fieber und sie mussten zu einem Notarzt, der sie erstmals darauf ansprach, was denn mit ihrem Sohn sei. Danach ging es nach Gießen in die Kinderklinik, wo der Neunjährige bis heute betreut wird. Dort fanden die Ärzte heraus, dass sein Gehirn nicht richtig entwickelt sei, die Verbindung zwischen linker und rechter Gehirnhälfte war damals nicht vorhanden, die Hüfte ist nicht richtig ausgebildet, er hat Lähmungserscheinungen in den Beinen, durch Spastik ist die Eigenspannung der Skelettmuskulatur erhöht und er kämpft regelmäßig mit epileptischen Anfällen.

Erst mal alleine mit der Diagnose

„Mit der Diagnose stand ich erstmal alleine da“, erinnert sich Rosa-Linde Kramer, „ich hatte keine Ahnung von Krankengeld oder was uns überhaupt zusteht.“ Die ersten drei Jahre war sie zu Hause, da integrative Kindergärten Kinder erst mit drei Jahren nehmen. Danach war Kevin-Leandro in einer Einrichtung der Lebenshilfe in Weilburg. Während er im Kindergarten war, machte die junge Mutter ihren Schulabschluss und ihre Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin. Inzwischen arbeitet sie als Angestellte im öffentlichen Dienst und schreibt parallel dazu ihre Bachelorarbeit. „Mein Kind hat mich nie daran gehindert, mich selbst zu verwirklichen“. Nur Medizin wollte sie nicht mehr studieren, nachdem sie so viel gelesen hat.

Gewissen Grad an Selbständigkeit erreichen

Der aufgeweckte Junge reagiert sensibel auf äußere Reize wie Wetterumschwünge oder zu viele Leute. Er sitzt im Rollstuhl, da er sich noch nicht alleine länger halten kann. Kurze Wege in der barrierefreien Wohnung kann er mit dem Rollator selbständig bewältigen. Die junge Mutter wünscht sich, dass ihr Sohn eine gewisse Selbständigkeit erlangt und seinen Tag bis zu einem gewissen Grad selbständig organisieren kann. Als er als Kleinkind untersucht wurde, machten die Ärzte bei ihm ein 24 Stunden-EEG (Messung der Gehirnaktivität), was eine schlimme Erfahrung für Kevin-Leandro war. Bis heute mag er es nicht, wenn er am Kopf angefasst wird. Inzwischen bekommt er alle halbe Jahre Botox unter Narkose in die Beinmuskulatur gespritzt. Dies sei für die Mutter eine große Erleichterung, da sie vorher aufgrund der Spastik die Beine eine halbe Stunde massieren musste, um eine Hose und Schuhe anziehen zu können.

Gut strukturierter Alltag

Ihr Leben sei nur durch einen gut strukturierten Alltag möglich. Kevin-Leandro geht in die erste Klasse der Astrid-Lindgren-Schule in Limburg. Kurz nach sieben wird er am Morgen abgeholt und gegen halb vier wieder nach Hause gebracht. In der Zwischenzeit geht Rosa-Linde Kramer arbeiten. Am Nachmittag stehen Physiotherapie und Ergotherapie mehrmals die Woche auf dem Plan. Unterstützung bekommen die beiden durch ein starkes familiäres Umfeld, die ihr bei den Fahrten helfen und der jungen Mutter auch Kraft geben. Bereits 2014 waren die beiden in der Türkei zu einer Delfintherapie. „Davor konnte er nur wenige Worte sprechen“, so die Mutter, „ und am dritten Tag überraschte er mich mit Dreiwort-Sätzen an.“ Daher möchte sie jetzt eine zweite Delfintherapie für ihren Sohn, weil sie fest davon überzeugt ist, dass diese ihm helfen wird, besser laufen zu können.

Delfintherapie auch für die Mutter wichtig

Die 14 Tage kosten die kleine Familie 12.000 Euro, die sie nicht hat. Die erste Therapie habe sie sich mühsam zusammengespart. Sie möchte noch in diesem Jahr fahren. Weihnachten hatte der neunjährige unheimlich viele epileptische Anfälle, teilweise bis zu 150 Stück an einem Tag, welche ihn in seiner Entwicklung stark zurückgeworfen haben. Rosa-Linde Kramer  lässt durchklingen, dass diese nicht nur für Kevin-Leandro wichtig ist, sondern auch für sie. Bereits 2015 kam sie an ihre körperlichen Grenzen und hatte einen Bandscheibenvorfall, welcher operiert werden muss. Bereits jetzt merkt sie wieder Symptome, welche auf einen erneuten Vorfall hindeuten. „Je früher er läuft, umso besser für  mich“, fasst sie es zusammen. Sie würde ihn tragen, wenn es nötig ist, auch wenn dies sehr zu Lasten ihres eigenen Körpers geht.

Wer den Jungen unterstützen möchte, kann dies auch über das Spendenkonto IBAN DE54511519190000735597 oder per Paypal (kevin-leandro@t-online.de) tun.

 

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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