Tag der Frauenstimme: Chorgesang fest in Frauenhand

Das Sängerdorf Lindenholzhausen befand sich am Sonntag fest in Frauenhand zum 4. Tag der Frauenstimme. In verschiedenen Workshops aufgelockert durch Chorbeiträge zeigte sich die Vielfalt der weiblichen Stimme.

„Der Frauenchor soll seinen schlechten Ruf verlieren“, so die Dozentin Ute Schäfer, „und ich möchte dazu beitragen.“ Dazu gehöre für sie, dass sich die Sängerinnen immer wieder hinterfragen und sich neue Impulse holen. Die studierte Gesangspädagogin gab erste Einblicke in die Stimm- und Gehörbildung.

Gesangspädagogin Ute Schäfer
Gesangspädagogin Ute Schäfer

Durch die Klangfarbe der Vokale ließe sich die Homogenität eines Chores steuern und als Grundlage für die Verwendung der Vokale führte sie in den Obertongesang ein. Durch ein Programm schaffte sie es, diesen Obertongesang zu visualisieren. Die 90 Teilnehmerinnen am Tag der Frauenstimme waren begeistert und lobten die neuen Einblicke in diese Technik. Ute Schäfer war nur eine der Dozentinnen. Die Gesangspädagogin Nadja Jamiro zeigten die beiden Techniken der funktionalen Stimmbildung sowie der Complete Vocal Technique auf.

Gesangspädagogin Nadja Jamiro
Gesangspädagogin Nadja Jamiro

Statt reiner Theorievermittlung bezog sie die Sängerinnen immer wieder mit ein und verschiedene Töne brauchten das Gemeinschaftshaus zum Vibrieren. Als dritte Dozentin komplettierte die Gesangspädagogin Dorothee Laux das Workshopangebot. Direkt nach der Mittagspause sorgte sie mit ihrem Workshop „Gestik und Mimik – was singe ich überhaupt?“ für viele Lacher in den Reihen.

Gesangspädagogin Dorothee Laux
Gesangspädagogin Dorothee Laux

Sehr gestenreich kitzelte sie verschiedene Emotionen aus den Sängerinnen heraus. Im Rahmen des Tages präsentierte sie auch den JungenFrauenChor der Harmonie Lindenholzhausen. Anfang des Jahres startete sie mit sechs jungen Sängerinnen und inzwischen sind es 22 junge Damen, die einmal im Monat mit ihr proben. Nach dem Gestik-Workshop eroberten die neun „Klangzauber“ Sängerinnen des SV Harmonie Münster die Bühne und es passte wunderbar zum vorangegangenen Workshop, denn diese Sängerinnen spielten und lebten die Lieder auf der Bühne.

Der krönende Abschluss des Tages der Frauenstimme war das Konzert des Frauenprojektchores des Sängerkreises Limburg. Unter der Leitung von Ernie Rhein und Uwe Henkhaus sowie gesanglicher Ausbildung durch Nadja Jamiro probten die Frauen seit dem Frühjahr einmal im Monat Chorliteratur aus dem diesjährigen Werk „Reine Frauensache“. In dieser Zeit sind die Sängerinnen nicht nur stimmlich zusammengewachsen, sondern hatten sehr viel Spaß und Freude. Während der Vormittag fest in Frauenhand war, war das Konzert öffentlich und der Saal war gut besucht. Andrea Brühl, stellvertretende Vorsitzende im SK Limburg sowie Frauenreferentin, trug die Idee des Projektchores drei Jahre mit sich herum. „Frauen haben im Sängerbund keine Stimme und dies wollte ich ändern“, so Andrea Brühl, „daher war dieses Projekt für mich eine Herzensangelegenheit.“ Sie bot den Sängerinnen eine Plattform an, um sich weiterzuentwickeln. Und sie ist sich sicher, dass die Frauen das Erlernte in ihre eigenen Chöre mitnehmen werden, so dass diese wiederum davon profitieren. Und das Ergebnis konnte sich hören lassen. Die Sängerinnen präsentierte ein buntes Potpourri an Chorliteratur, nahmen die Zuhörer mit durch kirchliche Gesänge wie „Alleluia“ und „Ave Maria“, schlugen ruhige, melancholische Töne mit „In this Heart“ und „Danny Boy“ an und brachten den Saal zum Toben mit „I will survive“ und „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“. Die Intention, den Frauen eine Stimme zu geben, ist den Organisatoren gelungen.

Stimmen nach dem „Tag der Frauenstimme“

„Wiederholung unbedingt nötig.“

„Gute Stimmung, tolle Mitmachlieder.“

„Vielen Dank für die Organisation!“

„Habe mich sehr wohl gefühlt und einiges für mich mitgenommen.“

„Tolle, für mich komplett neue Themen – sehr interessant vorgestellt. Wieder mal ein toller Workshop für die Frauenstimme. Sehr informativ. Ich hätte gerne etwas mehr selbst gesungen. Das Konzert vom Projektchor war ganz großartig.“

Wenn die Fotos und Filme fertig bearbeitet sind, gibt es eine DVD zu kleinem Preis käuflich zu erwerben.

 

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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