ver.di Senioren – Nicht nur für Senioren

Die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft muss nicht mit dem Rentenbeginn zu Ende sein. Die ver.di Senioren haben noch einiges zu bieten und sind nicht nur für die Senioren da. Dies erzählten mir die Senioren in kleiner Runde und ich bekam tiefe Einblicke in die Gewerkschaft.

Niemand hat so richtig eine Vorstellung davon, was die ver.di Senioren machen, weiß Horst Kleinschmidt, Vorsitzender. Neben Ausflügen für die Senioren zur Unterhaltung und Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühl machen sich die ver.di Senioren Gedanken über die Rentengesetzgebung. Die Senioren besetzen ehrenamtlich das Büro der ver.di und sind Ansprechpartner für alle Mitglieder. „Wir sind auch für die Aktiven da“, so Kleinschmidt. Das Büro hat Montag bis Freitag, immer vormittags geöffnet und die ver.di Senioren sind häufig der erste Ansprechpartner bei Fragen. Limburg war der erste Ortsverein in der Bundesrepublik. „Die großen Zentren sind zu weit weg und wir wollten eine Anlaufstelle in der Region anbieten“, so Kleinschmidt. Und dieses Angebot wird von den Gewerkschaftsmitgliedern rege genutzt. Diese Hilfe besteht nicht nur in der Beratung, sondern sie helfen beim Ausfüllen von Unterlagen, prüfen Arbeitsverträge und machen auch Lohnsteuerberatung. Sie sind bei Informationsveranstaltungen dabei, um zu zeigen, wofür Gewerkschaften gut sind. Zu verschiedenen Themen wie Pflegeversicherung, Erbrecht oder Schutz vor Einbrüchen organisieren sie Vorträge.

Alles wurde hart erkämpft

Je nach Verbundenheit mit „ihrer“ Gewerkschaft treten Arbeitnehmer, welche in die Rente gehen, aus der ver.di aus. Genaue Zahlen dazu haben die Senioren nicht. Am Mitgliedsbeitrag könne es nicht liegen, so Kleinschmidt. Während Arbeitnehmer ein Prozent ihres Lohnes als Mitgliedsbeitrag zahlen, müssen Senioren nur 0,5 Prozent ihrer Gesamteinnahmen zahlen. Auch Stefan Schneider, Vorsitzender des Ortsvereins, kann auch keine genauen Zahlen dazu nennen. „Als Ortsverein stehen wir bundesweit jedoch mit einem überdurchschnittlich hohen Seniorenanteil da“, so Schneider. Er ist jedoch froh darüber, dass sich die Senioren so engagiert in die Arbeit einbringen. Trotz dem vielfältigen Angebot haben es die Gewerkschaften nicht so leicht, erzählt Ernst Jäger, stellvertretender Vorsitzender der ver.di Senioren. „Alles wurde mal hart erkämpft“, so Jäger, „und heute wird es als gottgegeben angenommen und die Leute sagen, sie bräuchten keine Gewerkschaften mehr.“ Die Tarifverhandlungen finden statt und dabei basiere sehr viel auf Nehmen und Geben, erklärt er die Abläufe. Es sei manchmal schwierig, den Arbeitern zu vermitteln, was für sie erreicht wurde. „Doch wir müssen die Leute mobilisieren, damit sie hinter uns stehen und uns Gewicht verleihen“, fasst Jäger die Problematik zusammen.

Aktuelle Themen, mit denen sich auch die Senioren auseinandersetzen, sind die Einhaltung der gesetzlich geregelten Arbeitsbedingungen sowie die Sonntagsarbeit. „Müssen Verkäuferinnen sonntags hinter der Ladentheke stehen?“, fragt Jäger. Die gesamten gesellschaftlichen Strukturen verändern sich dadurch. Aber Familien brauchen einen Tag nur für sich. Auch beim Kampf um den Mindestlohn haben sich die Senioren mit eingebracht. Mit dem Mindestlohn kamen neue Fragen auf die Verdi Senioren zu die Rentenbeiträge oder auch Urlaubstage betreffend.

Ihr möchtet mehr über die ver.di Senioren erfahren. Dazu habt Ihr hier die Gelegenheit.

Heike Lachnit

Freie Journalistin und Texterin

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